Zürich plant endlich ein neues Fussballstadion. Bloss: Wer füllt dieses, wenn die Grasshoppers spielen? Der Zürcher Fussballklub und der spanische Club Getafe FC leiden unter demselben Problem: Sie haben zu wenige Fans. Die Stadien sind halbleer. Der Versuch des spanischen Erstligisten, seine Fan-Basis zu vergrössern, könnte auch beim Schweizer Rekordmeister Schule machen.
In einem Video animiert Getafe seine Fans, Samenspender zu werden, um in ein paar Jahren mehr Dauerkarten verkaufen zu können. Das Video beginnt mit dem Statement eines Fans: “Wir haben ein Problem: es gibt nicht viele von uns.” In der nächsten Einstellung sieht man den Fan, wie er einen Plastikbecher für die Abgabe seiner Spermien empfängt sowie einen DVD mit dem Titel Zombies Calientes de Getafe. Der Fan hat sich erfolgreich reproduziert, denn später sieht man eine Frau mit einem Baby der nächsten Generation von Getafe-Fans. Der Zuschauer erfährt, dass man die DVD in jeder Fertilitätsklinik erhält. Bei Getafe ist man überzeugt: Schlägt die Kampagne ein, muss man demnächst ein neues Stadion bauen. Dieses Szenario dürfte auch in Zürich blühen, denn 19’000 Plätze werden kaum genügen.
Übrigens: Mit zwei Kindern habe ich meinen Beitrag für den GC bereits geleistet.
Der FC Zürich hatte gestern nicht den Hauch einer Chance gegen die Bayern. Offenbar hat niemand an eine Sensation geglaubt. Man schickt sich beim FC Zürich in die Mittelmässigkeit. Die folgenden Aussagen von FCZ-Spielern müssten der Vereinsführung zu denken geben:
“Es war eines der Highlights der Vereinsgeschichte.” (Trainer Urs Fischer)
“Wir müssen mit dem 0:2 sehr zufrieden sein” (nochmals Trainer Urs Fischer)
“Wir wollten uns so gut wie möglich wehren, das ist uns mehr oder weniger geglückt.” (Kapitän Silvan Aegerter)
“Wir müssen uns dort noch einmal teuer verkaufen und versuchen, den Fans etwas zu bieten.” (nochmals Kapitän Silvan Aegerter)
Hornussen ist heute ein Spitzensport, die Schläger werden kräftiger, der Nouss fliegt immer weiter. Im letzten Sommer ging Benjamin Lehmann von der Hornussergesellschaft Zuchwil im Spiel gegen Wasen-Lugenbach in die Geschichte ein. Mit seinen Weiten von 390, 380 und 350 Metern stellte er einen Rekord auf und die Verbandsfunktionäre vor die Frage: Müssen die Reglen angepasst, der Hornuss eventuell sogar verändert werden? Die Probleme kennt man bei der Urform des Hornussen, dem “Gilihüsine”, nicht. Der Nouss ist dort ein alles andere als aerodynamischer Kuhzehenknochen, „Beinkuh“ genannt, und anstelle des Steckens aus Fiberglas kommt ein langer Hasel- oder Erlenstock zum Einsatz. Das Bild oben zeigt einen Schläger auf der Bettmeralp in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Jetzt ist die ins Vergessenheit geratene Sportart wieder auferstanden. Auf der Bettmeralp kann man sich am 18. September in ihr messen. Ich werde dieses Wochenende schon ins Wallis fahren, um mich im Umgang mit dem „Beinknochen“ vertraut zu machen. Mehr dazu auch hier.
Zu viele Fehler rächen sich. Wie konnte der Präsident der Swiss Football League, der Berner Thomas Grimm, sich dafür einsetzen, dass die Klubs ihre Fernsehrechte nicht dem meistbietenden Verkaufen? Offenbar kennt er die finanziellen Ansprüche der Klubpräsidenten schlecht. Grimms Antrag, das Schweizer Fernsehen Cinetrade vorzuziehen, scheiterte. Jetzt ist auch er gescheitert.
Sensationell, wie Lucien Favre’s Borussia Mönchengladbach gestern die Bayern besiegte. Auf www.spielverlagerung.de wird erklärt, welcher taktischer Fehler massgeblich zur Niederlage des Favoriten führte. Das Problem waren die Rechtsfüsse auf der linken Seite (siehe unten) und die fehlende Kompaktheit in der Mitte.
Es wäre schön, wenn Menschen, die wir für ihr Talent bewundern, auch mit ihrem Verhalten Vorbilder wären. Leider ist dies nicht immer der Fall. Bobby Fischer gilt als einer der grössten Schachspieler aller Zeiten. Er war nicht nur rästelhaft, sondern auch arrogant und paranoid und konnte ein wütendes Arschloch sein. Sozialkompetenz: Fehlanzeige. Liz Garbus’ “Bobby Fischer Against the World” bietet einen fundierten Überblick über das tragische Leben des Schach-Wunderkindes. Herzstück des Filmes ist der Wettkampf um die Weltmeisterschaftskrone gegen den Russen Boris Spasski in Reykjavik im Jahr 1972. Garbus versucht aufzuzeigen, dass die Komplexität des Schachs verbunden mit einer unglücklichen Jugend den Autodidakten in den Wahnsinn trieb – und scheitert. Es ist ein gut aufgebauter Dokumentarfilm, der einen Überblick über Fischers Persönlichkeit gibt. Aber für diejenigen, die einen neuen Blickwinkel auf Fischer zu erhaschen hofften, werden enttäuscht sein.
Am 4. August, 22 Uhr, ist der Dokumentarfilm “Bobby Fischer against the World” auf Arte zu sehen.
Am vergangenen Wochenende wollte er, zumindest für ein Wochenende, in die Schweizer Fussball-Geschichtsbücher eingehen. Doch das Vorhaben von Xavier Margairaz misslang kläglich. Spott und Häme wurden über dem FCZ-Spieler ausgeschüttet. Ich rufe ihm zu: Nicht aufgeben, Xavier, hier gibts noch ein paar andere Möglichkeiten, einen Strafstoss zu versenken. Diese sind allerdings auch nicht ganz ohne Risiko. Ein bisschen Anschauungsunterricht:
Awana Diab im Spiel Vereinigte Arabische Emirate (VAE) – Libanon 6:2. Das hat er sicher bei Lars Gansäuer gelernt.
Johann Cruijff im Spiel Ajax – Helmond im Jahr 1982 im Zusammenspiel mit Jesper Olsen.