So etwa müssen die Männer um den englischen Studenten Tom E. Griffith ausgesehen haben (auf dem Bild die Spieler von The Old Invincibles of Preston North End), die am 1. September 1886 in Zürich den Grasshopper-Club gründeten. Im selben Jahr wurden übrigens der nur geringfügig bekanntere Arsenal FC sowie in der Fleet Fleet in London die Football League gegründet. Ein Grund zum Feiern, auch wenn die sportliche Lage des Grasshopper-Clubs heute etwas wehmütig macht.
Als Boxen noch die Leute in der Nacht aufstehen liess: Eleganz vs Brachialgewalt. Jetzt ist Brachialgewalt tot und einstige Eleganz nur noch ein Schatten ihrer selbst.
Was passiert, wenn ein junger Sportler, der plötzlich im Rampenlicht steht, sich völlig unvorbereitet zu einem Gespräch mit den Medien bereit erklärt, zeigt der Fall des GC-Goalies Roman Bürki. Gegenüber dem Jugendsender Joiz sagt er, dass er nichts gegen das Abbrennen von Pyros im Stadion habe und Schlägereien zu einem Fussballspiel gehörten wie der Senf zur Wurst. Damit stellt er sich diametral gegen die Nulltoreranz seines Klubs gegenüber Gewalt und Feuerwerk im Stadion. Zu allem Übel wurde das Interview auch noch auf die Vereins-Homepage gestellt. Tatsache ist: Nicht nur sportlich steht der GC am Abgrund, auch kommunikativ herrscht Nachholbedarf. Statt aufzuschreien sollten die Klubverantwortlichen jetzt die interne Kommunikation des Klubs verbessern. Was in der Wirtschaft längst üblich ist, gilt auch im Sport: Junge sollten ein Minimum ans kommunikativer Schulung geniessen und die Botschaften des Klubs auf so heiklen Gebieten wie Gewalt und Krawallen an Spielen verinnerlichen.
Obwohl S.S. für Societá Sportiva steht, so besitzt die Abkürzung bei Lazio unzweifelhaft faschistische faschistische Konnotationen. Benito Mussolini war nicht nur ein treuer Fan des Teams, das heute auf den FCZ trifft, sondern liess auch Lazios aktuelles Stadion erbauen, das das alte Stadio del Partito Nazionale Fascista ersetzte. Auch heute noch ist Lazio der Klub der Faschisten in Italien, die Entgleisungen seiner rechtsradikaler Fans sind Legion. Dabei geht es nicht unbedingt so harmlos wie bei Lo Sturmtruppen zu. Ich bin gespannt, ob es zu rassistischen Beleidigungen farbiger FCZ-Spieler kommt. Ein Spielabbruch wäre gemäss UEFA möglich. Seit Anfang Saison findet sich mit Miroslav Klose ein Deutscher in der Mannschaft von Lazio. Sofort wurde er von den rechtsradikalen Fans als einer der Ihren adoptiert. Ob sich das der polenstämmige Knipser wirklich bewusst war?
Als ich erstmals in Napoli war, kam meiner Begleitung die Stadt wie Bombay vor. Das war in den 80er Jahren. Dann kam Maradona brachte der gebeutelten Stadt im Süden Glanz und Glorie. Heute ist Neapel wieder, was es vorher war: Halb so viel Wirtschaftskraft wie der Norden, Müllberge, doppet so teure Autoversicherungen, Arbeitslosigkeit und organisiertes Verbrechen. Napoli birgt aber auch sechs Universitäten, das älteste Operhaus Europas und führt vor seinen Häfen vielleicht schon bald den “America’s Cup” durch. Dei Stadt einst Königssitz und Perle des Mittelmeers beschwört den Glanz alter Tage: Der Fussball hilft dabei und ist mit der neuen Stadtregierung ein Indikator dafür, dass es mit der Stadt aufwärts geht. Der Fussball und die Stadt bildeten seit je ein Gesamtkunstwerk. Gestern reichte es gegen die Bayern zu einem 1:1. Immerhin, man ist wieder in der Champions-League angekommen. Die Hoffnung stirbt zu letzte. Einer, ders wissen muss: Paolo Cannavaro zu seinem Verhältnis zu Klub und Stadt.
Die Altersgrenze ist bei 12 Jahren. In diesem Alter wird kann aus dem anständigen, auch schon mal ein negativ verhaltensauffälliger Fan werden. Nicht nur in der Türkei, aber auch. Gestern Abend war beim Spiel Fenerbahce Istanbul (mit dem Schweizer Reto Ziegler) gegen Manisaspor kein Mann im Stadion – dafür 41’000 Frauen und Kinder. Nachdem es kürzlich zu Ausschreitungen im Stadion des Istanbuler Grossklub gekommen war, ordnete der türkische Fussballverband diese Massnahme an. Die Massnahme zeigte Wirkung. Die Stimmung war ausgezeichnet, wie man im Video sieht. Das Spiel verlief auch auf den Tribünen und nach dem Spiel friedlich. Offenbar ist man am Bosporus weiter als beim Schweizer Fussballverband. Hut ab!
Die traditionellen Schweizer Sportarten Schwingen und Hornussen sind populär wie nie. Sie stehen für „Swissness“ und verkörpern Werte wie Tradition, Fairness, Bodenständigkeit und Seriosität. Während das Schwingen eine Kommerzialisierung erlebt, gibt es beim Hornussen nichts zu gewinnen. Im Wallis feiert man die Urform des Hornussens als touristischen Anlass. Zum Artikel in der “Aargauer Zeitung”…
Zürich plant endlich ein neues Fussballstadion. Bloss: Wer füllt dieses, wenn die Grasshoppers spielen? Der Zürcher Fussballklub und der spanische Club Getafe FC leiden unter demselben Problem: Sie haben zu wenige Fans. Die Stadien sind halbleer. Der Versuch des spanischen Erstligisten, seine Fan-Basis zu vergrössern, könnte auch beim Schweizer Rekordmeister Schule machen.
In einem Video animiert Getafe seine Fans, Samenspender zu werden, um in ein paar Jahren mehr Dauerkarten verkaufen zu können. Das Video beginnt mit dem Statement eines Fans: “Wir haben ein Problem: es gibt nicht viele von uns.” In der nächsten Einstellung sieht man den Fan, wie er einen Plastikbecher für die Abgabe seiner Spermien empfängt sowie einen DVD mit dem Titel Zombies Calientes de Getafe. Der Fan hat sich erfolgreich reproduziert, denn später sieht man eine Frau mit einem Baby der nächsten Generation von Getafe-Fans. Der Zuschauer erfährt, dass man die DVD in jeder Fertilitätsklinik erhält. Bei Getafe ist man überzeugt: Schlägt die Kampagne ein, muss man demnächst ein neues Stadion bauen. Dieses Szenario dürfte auch in Zürich blühen, denn 19’000 Plätze werden kaum genügen.
Übrigens: Mit zwei Kindern habe ich meinen Beitrag für den GC bereits geleistet.