Aufwändig gemachter Wahlspot der Thurgauer Grünen.
Beurteilung: Das Filmchen mit schönen Menschen und gewagten Inszenierungen ist ganz unterhaltsam. Bloss: Mit Panikmache gewinnt man keine neuen Wähler. Zudem ist das Szenario im Film völlig überspitzt.
Wirkung: Mit dem Spot, der vor allem junge Menschen anspricht, lassen sich keine neuen Wähler mobilisieren.
Jetzt kenne ich schon zwei Walliser Jäger, die einen Luchs erlegt haben. Natürlich konnten sie das Tier nich ausstopfen, sondern mussten es entsorgen. Einer hat dem Luchs als Trophäe die Ohren abgeschnitten. Beide Jäger haben mir gesagt, dass sie, falls ihnen ein Wolf vor dem Lauf käme, sofort abdrücken würden. Einer rechtfertig seinen Abschuss so: “Ich verlange, dass für jeden Wolf im Wallis ein Krokodil im Zürichsee ausgesetzt wird.” Wohin es führt, wenn Funktionäre fernab der Wildnis den Willen und die Bedürfnisse der Bergler nicht ernst nehmen, sieht man in Idaho in den USA. Mehr dazu im Artikel im “Economist”.
Das Verhängnis der pränatalen Geschlechtsauswahl: Bei einem Verhältnis von 125 Buben- auf 100 Mädchengeburten werden im Jahr 2050 16% aller Männer über 25 nie die Chance haben, eine Frau zu heiraten. Zum Artikel im “Economist”…
Pro Litteris, die Schweizerische Urheberrechtsgesellschaft, kassiert Gebühren für journalistische Werke, Literatur und bildende Kunst. Auch ich bin Mitglied. Meindestens zweimal jährlich kriege ich Post von der Gesellschaft. Dabei handelt es sich um einen aufwendig gestalteten Geschäftsbericht oder eine Einladung zur Generalsversammlung. Das Kassieren und Verteilen der Urheberrechtsgebühren ist attraktiv, Pro Litteris muss nicht darben. So kann es sich die Gesellschaft leisten, ihrem Direktor mit einem Gehalt von 308’000 Franken fürstlich zu entlöhnen. Könnte man die Verwaltungskosten nicht ein bisschen senken und stattdessen die Urheber besser entschädigen? In diesem Sinne habe ich Pro Litteris gestern ein Mail geschickt mit der Bitte, mir künftig keine Einladungen, Traktandenlisten und Geschäftsberichte zuzustellen, denn ich könne es mir schlichtweg nicht leisten, dies alles zu lesen und die Pro-Litteris-Kongresse zu besuchen. Die Antwort kam postwendend:
“Wir verstehen Ihr Anliegen sehr gut, doch sind wir von Gesetzes wegen dazu verpflichtet, Ihnen diese Unterlagen zuzuschicken. Es ist uns leider nicht erlaubt, unseren Mitgliedern, je nach deren Wünschen, Unterlagen zu schicken oder nicht.”
So wandert die Post, die ich von Pro Litteris kriege, auch weiterhin direkt ins Altpapier. Das papierlose Büro ist für die Gesellschaft keine Option. Ich würde mich aber nicht wundern, wenn das Unternehmen einen CO2-Kompensation dafür vornehmen würde – auf Kosten der Urheber natürlich.
Äthiopien vergibt seine fruchtbarsten Böden an Malaysische, koreanische und italienische Unternehmen und plant grosse Plantagen für den Export von Landwirtschaftsgütern – gleichzeitig sterben Tausende Hungers. Mehr dazu bei Farmlandgrab.
Es wäre schön, wenn Menschen, die wir für ihr Talent bewundern, auch mit ihrem Verhalten Vorbilder wären. Leider ist dies nicht immer der Fall. Bobby Fischer gilt als einer der grössten Schachspieler aller Zeiten. Er war nicht nur rästelhaft, sondern auch arrogant und paranoid und konnte ein wütendes Arschloch sein. Sozialkompetenz: Fehlanzeige. Liz Garbus’ “Bobby Fischer Against the World” bietet einen fundierten Überblick über das tragische Leben des Schach-Wunderkindes. Herzstück des Filmes ist der Wettkampf um die Weltmeisterschaftskrone gegen den Russen Boris Spasski in Reykjavik im Jahr 1972. Garbus versucht aufzuzeigen, dass die Komplexität des Schachs verbunden mit einer unglücklichen Jugend den Autodidakten in den Wahnsinn trieb – und scheitert. Es ist ein gut aufgebauter Dokumentarfilm, der einen Überblick über Fischers Persönlichkeit gibt. Aber für diejenigen, die einen neuen Blickwinkel auf Fischer zu erhaschen hofften, werden enttäuscht sein.
Am 4. August, 22 Uhr, ist der Dokumentarfilm “Bobby Fischer against the World” auf Arte zu sehen.
Die “Berliner Morgenpost” veröffentlicht heute einen Artikel zu einer schweizerischen Tradition. Dabei fällt auf: Im Ausland steht man dem Schweizer Bevölkerungssschutz weniger kritisch gegenüber als im eigenen Land. Ja, es gibt sogar richtige Fans des Zivilschutzraumes. Einer von ihnen ist Alexander Schratt, der die Webseite mein-schutzraum.de unterhält.