Die Sarrazin-Debatte wühlt Deutschland auf. Weshalb sind die Juden so stolz auf ihr “jüdisches Gen”? Weil es die Israel gefährdede These von Shlomo Sand, Professor für Geschichte an der Universität Tel Aviv, widerlegt. Dieser behauptet, die Bibel habe den Mythos des jüdischen Volk erfunden. Der Exodus der Juden aus Palästina habe gar nie stattgefunden. Die Palästinenser seien als konvertierte Juden die Ureinwohner des Landes, das sich Israel nenne. Was gegen Sand sprechen könnte, ist das DNA-Profil “Cohen Modal-Haplotyp”, das häufig bei Juden vorkommt. Gut möglich, dass sich dieses Profil aber erst in der Diaspora als “jüdisches Gen” manifestiert hat. Interessant im Zusammenhang mit der Cause Sarrazin ist auch dieser Artikel auf Polskaweb.
Am 2. November 2010 stimmen die Kalifornier ab, ob Cannabis legalisiert werden soll. Die Proposition 19 genannte Vorlage würde, falls sie gutgeheissen wird, den pesönlichen Konsum im Privatbereich legalisieren. Zudem dürfe jede Person auf einer Fläche von rund zwei Quadratmetern Cannabis anpflanzen. Ein Modell, das auch für die Schweiz sinnvoll wäre. Die Zürcher Polizei wäre grundsätzlich für die städtische Hanfabgabe, wie es der Vorstoss der jungen Grünen im Gemeinderat der Stadt verlangt hat; die Gesundheitsbehören sind es ebenso. Und im Prinzip müsste auch der Finanzvorstand die Sache unterstützen. Noch ist es nicht so weit.
Die Eidgenössische Volksinitiative “Für eine vernünftige Hanf-Politik mit wirksamem Jugendschutz” wurde vor zwei Jahren deutlich vom Volk abgeschmettert. Das Problem: Die Initiative konnte den Geruch der Kiffer und ehemaligen Hanflädeli-Mischler nie ganz abstreifen. Um dem Anliegen zum Duchbruch zu verhelfen, müsste mit anderen Argumenten gekämpft werden: Cannabis ist nicht nur eine Nutzpflanze, aus dem sich zum Beispiel Papier herstellen lässt (die amerikanische Unabhängigkeitserklärung wurde auf Hanfpapier verfasst), sondern hat auch einen medizinischen Wert.
Der Stoff wirkt nicht nur bei Mensturationsschmerzen, sondern auch bei Aids, Migräne und weiteren Krankheiten. In den USA, wo der Erwerb von Cannabis in einigen Staaten zu medizinischen Zwecken legal ist, schiessen in Kalifornien (Proposition 215) die Cannabis-Kioske aus dem Boden. Tausenden Konsumenten wird dort auf Rezept Cannabis verkauft. Es ist Zeit für ein Umdenken auch in der Schweiz. Ich kenne eine FDP-Politikerin, die sich regelmässig und illegal gegen ihre chronischen Schmerzen mit Cannabis auf dem Schwarzmarkt eindecken muss. Die staatliche Abgabe von kontrolliertem Cannabis macht Sinn, denn, wie eine Untersuchung der Stadt Zürich gezeigt hat, ist der Stoff auf dem Markt oft mit Pestiziden verscheucht und verschimmelt.
Bis jetzt schweigt Johann Niklaus Schneider-Amman zur Merz-Nachfolge. Für ihn reden andere, die ihn gerne als Bundesrat sähen. Der Mann schweigt, weil er mehr zu verlieren als zu gewinnen hat. Durch die Vorverlegung der Ersatzwahl Leuenberger hätte Schneider-Ammann, würde die wirtschaftsfreundliche Bernerin SP-Ständerätin Simonetta Sommaruga gewählt, als zweiter Berner Vertreter in der Regierung geringere Chancen. Die Nachfolgeregelung in seinem Unternehmen hat Schneider-Ammann zwar bereits aufgegleist, doch was, wenn die FDP 2011 die Wahlen und einen Bundesratssitz verliert? Burkhalter oder Ammann hiesse dann die Frage. Zögert der 58-jährige Unternehmer noch lange, wird dies dem behäbigen Berner, der nicht sehr dynamisch wirkt, als Unentschlossenheit angekreidet werden, was ihm auch in der Fraktion nicht nur Freunde veschafft. Der Berner muss bald Stellung beziehen.
Es gibt sie, die Meinungsvielfalt – Twitter und Facebook sei Dank. Die Folge ist ein grosses Rauschen im digitalen Blätterwald. Bloss: Die meisten Blogs verlinken und schreiben bloss ab. Für die Meinungsbildung sind im Internet vornehmlich immer noch die traditionellen Verlage relevant. Dies die Kernaussage der Studie “Die Bedeutung des Internets im Rahmen der Vielfaltssicherung” der Kommission für die Ermittlung der Konzentration im Medienbereich. Ich erinnere daran, dass es die Aufgabe des Journalismus ist, Ereignisse zu gewichten und einzuordnen. Dazu braucht es ein gerüttelt Mass an Wissen und Erinnerungsvermögen. In den Printmedien, in denen der Platz für Berichte beschränkt ist, wird darauf mehr Wert gelegt als im Internet.
So hat schon einmal eine Revolution begonnen. Während sich mal in Spanien über die Tourismus-Förderung freut, empört man sich in den USA über die Entspannungsferien der First Lady auf Staatskosten.
Die Frage muss erlaubt sein: Darf die zivilisierte Welt solche Gräuletaten zulassen. Ich meine: Nich nur jede emanzipierte Frau im westlichen Sinne, die den Bericht Afghan Women and the Return of the Taliban im “Time”-Magazin liest, müsste eigentlich zu einer vehementen Befürworterin des Afghanistan-Einsatzes werden.
Wikileaks – die Antwort auf den Embedded Journalism. Letzterer hat als Konzept versagt. Kriegsführende Parteien müssen sich noch genauer überlegen, wie sie ihre Aktionen in der Öffentlichkeit “verkaufen” wollen. Die Lösung des Problems kann meiner Meinung nach nur in der Auswahl der Truppe und der Mittel, die eine kriegsführende Partei ergreift, liegen.
Ich bin mir da nicht so sicher. Auch Dieter Freiburghaus, emeritierter Professor für Politologie, ist nicht wirklich von der Notwendigkeit eines EU-Beitrittes überzeugt, wie kürzlich im “Tages-Anzeiger” nachzulesen ist
Ich selber finde die EU nicht wahnsinnig attraktiv, aber es würde der Schweiz wohl einige Impulse geben, wenn sie mitmachen würde.
Zumindest: Den Pro-EU-Argumenten fehlt es an Durchschlagskraft. So lange die EU-Befürworter dem Schweizer Volk nicht klar sagen können, was das Land erwartet, wird sich dafür wohl keine Mehrheit finden.
Vergessen wir einmal Bernard Rappaz, der ein Einzelkämpfer ist und dessen Hungerstreik im Land weder verstanden noch begrüsst wird. Aus diesem Grund werden die Walliser Staatsrätin und die Ärzte des Inselspitals, welche die Zwangsernährung durchführen wollen, angegriffen. Die Städte Zürich und Basel prüfen heute eine Gesetzgebung, die den – für Gesundheitszwecke – kontrollierten Anbau von Cannabis ermöglicht. Wie dies funktionieren könnte, zeigt ein interessanter Artikel “When Capitalism Meets Cannabis” aus der “New York Times”. Für die kommenden Anbaukantone könnte dies ein grosses Geschäft werden. Mal schauen, wer sich zuerst bewegt.
Vor lauter Klimaerwärmung, Bonisteuer-Debatte und Homo-Ehe geht eines vergessen: Die Gefahr eines terroristischen Anschlages ist nach wie vor da, vielkleicht sogar grösser, als man denkt. Ein nicht zu vergessendes Argument, wenn es um die Frage geht: Soll der Bau des Schutzraumes in der Schweiz beibehalten werden? Im Herbst kommt die Revision des Bevölkerungsschutz- und Zivilschutzgesetzes ins Parlament.
Gemäss Nial Ferguson ist die Welt heute so unsicher, wie sie 1914 war. Seine Begründung:
Die USA stossen als Supermacht an allen Ecken und Enden der Welt an ihre Grenzen (wie Grossbritannien damals).
Die zunehmende Rivalität zwischen den USA und China (damals: Grossbritannien – Deutschland und Deutschland – Russland)
Die Destabilisierung der Allianzen (damals: Österreich-Ungarn in den Augen Deutschlands)
Staaten wie Iran und Syrien, welche Terrorismus untestützen (damals Serbien)
Der Aufstieg von Revolutionären Ideen und Organisationen wie Al-Kaida, die den globalen Kapitalismus zum Feindbild haben (Bolschewismus)
Henry Kissinger, George Shultz und andere warnen mit ihrem Film vor den Risiken der Verbreitung von Atomwaffen und schmutzigen Bomben. Mehr dazu unter www.nucleartippingpoint.org.