Ich bin mit 50 nochmals Vater geworden. Wird die Intelligenz meines Kindes unter meinem Alter leiden. Dies jedenfalls suggerieren auch seriöse Medien. Und da ein Journalist dem anderen abschreibt, wird dies als Tatsache weiterverbreitet und ist heute quasi Allgemeinwissen. Es lohnt sich, einen Blick auf die ursprüngliche Studie zu werfen.
Bei genauem Hinsehen wird klar:
Es handelte sich um US-Daten aus den 60er Jahren.
Psychosoziale Faktoren wurden nicht einbezogen. Würden diese einbezogen, tendierten die Unterschiede gegen null.
Die Anzahl älterer Geschwister, die auf die Entwicklung der Nachzügler Einfluss haben, wurde gar nicht in die Studie miteinbezogen.
Die Forscher sagen selbst, dass ihre Aussagen nur auf Messungen im 4. und 7. Lebensjahr beruhen.
Der angebliche Entwicklungsrückstand kann aufgeholt werden.
Bernadette Conrad wurde gestern der 2. Walliser Medienpreis für ihren Artikel “Wo ist denn der Gletscherfloh” überreicht. Als externer Experte habe ich der Jury den Beitrag zur Prämierung vorgeschlagen. Weshalb: Weil er sprachlich besticht und dem Leser nicht nur die Walliser Gletscherwelt mit Kinderaugen näherbringst, sondern auch noch den einen oder anderen Trick verrät, wie man ein Kind zu einer Wanderung bewegen kann.
Die Kuppelshow “Swissdate” ist Geschichte. Die Sendung ist nicht daran gescheitert, dass sich zu wenige Kandidatinnen und Kandidaten verkuppen lassen wollten. Vielmehr sind die Gründe anderswo zu suchen. Mit Gabriela Ursprung, der Nachfolgerin von Joël Gilgen, kam der rasante Absteig. Die Frau ohne Glamour-Faktor und mit noch weniger Einfühlungsvermögen, bei der man immer den Eindruck hatte, sie habe ihre Texte schön auswendig gelernt wie eine Schülerin, ist die Verkörperung des Züri-Trash-Lebenstils. Wollen das die Leute wirklich sehen? Ich glaube nicht. Der Einbezug der Sex-Beraterin und des Horoskopes waren nur noch letzte Zuckungen eines bereits im Sterben liegenden Konzeptes. Die ganze unbeholfene Ernsthaftigkeit, mit der Ursprung ihre Kandidaten verkuppelte, hatte etwas Anstrengendes. Mit ein bisschen mehr Augenzwinkern und einem anderen Moderator hätte das Gefäss eine Chance gehabt.
Alle reden von Medienvielfalt. Vor allem der Staat. Tatsache ist: Die meisten kleineren Medien vertrauen schon heute ganz auf die SDA. Als Folge davon unterscheiden sich diese Blätter kaum in der nationalen und internationalen Berichterstattung. Immerhin gabs bis vor kurzem noch die AP, die sich einige wenige Medien leisten wollten. Unter ihrem Chef Balz Bruppacher leistete die Mini-Agentur Hervorragendes. Mit der sich gegenseitig beflügelnden Konkurrenz ist es jetzt vorbei. Künftig kommen alle Nachrichten aus einem Haus. Das Trauerspiel ist nachzulesen in “WORK”.
Wenns um ein emotionales Thema wie Tierliebe geht, brechen in den Medien wieder einmal alle Dämme. Dabei entpuppte sich der Gift-Killer von Hunden auf dem Hönggerberg als gewöhnlicher Traubentrester, der auf den Feldern als Dünger ausgebracht worden war. Die ganze Aufregung für nichts. Wirklich? Die Medien glauben mit ihren vorschnellen Schüssen zu gewinnen. In Tat und Wahrheit velieren sie nur an Glaubwüdigkeit.
Es ist mir als Journalist auf einer Redaktion noch nie passiert, dass die Zeitung am nächsten Tag nicht erschienen ist. Jetzt trat das Undenkbare bei “Agéfi” ein. Und ich weiss jetzt auch, weshalb die Zeitung heute nicht im Briefkasten lag.
Suite à une importante panne d’électricité à Lausanne, nous n’avons pas pu imprimer hier soir.
Bin gespannt, ob das Blatt morgen den doppelten Umfang aufweisen wird.
Wie kommen Journalisten am einfachsten zu eindrücklichen Bildern? Man stellt eine Kamera in den Schnee und amüsiert sich über das, was passiert. Gut, uns, die wir Schnee gewohnt sind (und darauf vorbereitet), haut dies nicht aus den Moon Boots. Aber auf der Insel…Charlie Brooker rechnet mit der TV-Zunft ab.
Die Schweiz ist im Umbruch – ohne Zweifel, aber gerade “The End of Switzerland”? Gab es nicht einmal eine PR-Agentur des Bundes, die von Johannes Matyassy geführt wird? Der Kantonalpräsident der Berner FDP steht vor einer weiteren Niederlage: Am 28. März finden im Bernbiet die kantonalen Wahlen statt. Dort wird die FDP verlieren wie die Schweiz in “Newsweek”.