Damit Eltern ihre Kinder beruhigt und guten Gewissens in die Obhut fremder Personen geben, braucht es Vertrauen. Dieses ist das Kapital jeder Kinderkrippe. Verlässlichkeit und Transparenz in der Kommunikation sind Voraussetzungen dazu, dass das System Krippe für alle Beteiligten funktioniert. Sind die Grundvoraussetzungen nicht gegeben, nützt auch die farbigste Webseite nichts. Richtig problematisch wird es aber, wenn die Krippenleitung bei Fragen von Eltern in Deckung geht. Solches Verhalten macht Eltern misstrauisch – auch uns.
Ein erstes mal stutzig machte uns, dass die Krippenleiterin meinte, unser achtmonatiger Sohn brauche nur drei Tage Angewöhnungszeit – gerade einmal zwei Tage wurden dem Kleinen zugestanden, der dritte Angewöhnungstag wurde am Vortag von der Krippenleiterin gestrichen. Gut, liebevolle Super-Nannys schaffen das vielleicht trotzdem, dachten wir Laien. Da wir froh sein mussten, überhaupt einen Krippenplatz für unseren Sohn zu haben, gingen wir das Experiment ein. Dass wir den angekündigten Brief mit Informationen zur Angewöhnungszeit nie erhielten, beunruhigte uns weniger. Man kann ja reden miteinander – dachten wir.
Letzte Woche wurde es ernst. Es sollte der Anfang des Endes der kurzen Krippenkarriere unseres Sohnes sein. Beide Male, als wir unseren Sohn morgens in die Krippe brachten, war die Krippenleiterin abwesend. Auf unser Nachfragen, wich die Praktikantin, die eigentlich eine Hauswirtschaftspraktikerin ist, aus. Eigentlich gingen wir davon aus, dass sich ausgebildete Fachperson in der Krippe um die Kleinen kümmern. Fehlanzeige. Als wir dazu sowie zur Eingewöhnungszeit unseres Sohnes haben, ist die Krippenleiterin, eine Tanz- und Bewegungspädagogin, einfach nicht zu erreichen. Später am Telefon, konfrontiert mit Fragen bezüglich der Organisation der Krippe, macht die Frau einen überforderten Eindruck, weicht aus und sagt, sie rufe später zurück, was sie dann aber nicht tut.
Dafür ruft sie an beiden Tagen, an denen wir ihrer Krippe unseren Sohn anvertraut haben, an mit der ultimativen Aufforderung, den Kleinen abzuholen, da er zu viel schreie und sich nur beruhige, wenn man ihn herumtrage. Aha. Bloss: Bezahlen wir nicht gerade dafür die Kinderkrippe? Beide Male müssen einer von uns Eltern abrupt und unvorhergesehen die Arbeit verlassen. Ende der Woche steht für uns fest: Wir haben das Vertrauen in die Krippe verloren und haben glücklicherweise bereits vorübergehend eine andere Betreuungsmöglichkeit gefunden. Der Kündigungsbrief an die Kinderkrippe Hardturm ist unterwegs – eingeschrieben, damit die Krippenleiterin nicht sagen kann, sie hätte ihn nie erhalten. Sicher ist sicher.
Kinder sind Individuen. Und unser Sohn ist anhänglich, wie es seinem Alter entspricht. Sind wir übervorsichtige Eltern, besonders empfindlich oder haben wir uns alles nur eingebildet? Ein Nachfragen bei der Stadt Zürich bringt an den Tag: Aufgrund von Klagen anderer Eltern wird die Kinderkrippe Hardturm von der Krippenaufsicht beobachtet. Die Tage der Krippe mit ihrer heutigen Organisationsform sind gezählt. Im Nachhinein fragen wir uns: War es deshalb so einfach, in dieser Krippe einen Betreuungsplatz zu ergattern? Trotz unserer schlechten Erfahrungen wissen wir, dass in den meisten Tagesstätten seriös geführt sind und die Betreuuerinnen Grossartiges mit und für die ihnen anvertrauten Kinder leisten. Deshalb suchen wir jetzt einen Platz in einer anderen Kindertagesstätte. Am liebsten in Zürich Höngg oder im Kreis 5. Falls Sie etwas wissen: Für einen Tipp unter info[at]welti.ch sind wir dankbar.
Studenten des Instituts für Publizistikwissenschaft und Medienforschung (IPMZ) der Uni Zürich haben aus Zahlenbergen zum Medienwandel diesen Videoclip produziert. Fazit: Die Welt ist in Bewegung – und sie dreht sich immer schneller. Die Marktanteile der gedruckten Zeitungen und Magazine schwinden. Man kann es drehen wie man will: Die Online-Medien wachsen weiter – auch an Bedeutung. Und die Printmedien finden immer wieder auch Inhalte in Blogs, die sie im Print verwenden. Statt Hand in Hand miteinander den Leser zu informieren, bekämpft man sich. An vorderster Front: “Randfiguren der holzverarbeitenden Industrie” (Willy Brandt), die ihre Domäne immer noch mit grosser Vehemenz verteidigen. Rückzugsgefechte sind das.
Reporter Bill Leslie brachte es gestern auf “Sky Sports” auf den Punkt: “Young Boys struggle to keep clean sheets.” Mit einem solchen Klub-Namen macht man sich in Europa lächerlich. Nur gut, dass die Berner nicht mehr im Wank-Dorf kicken.
Er ist 18, gewann mit dem FC Basel das Double, ist Schweizer Nationalspieler und wurde von Ottmar Hitzfeld sogar an die WM in Südafrika mitgenommen. Alles ging ein bisschen schnell in den vergangenen Monaten im Leben von Xherdan Shaqiri – zu schnell. Der junge Mann mit kosovarischen Wurzeln wurde übermütig und begann, sich zu überschätzen. Als ersten Schritt trennte er sich von seinem Berater und engagierte, ganz dem Klandenken seiner Herkunftsregion verhaftet, seinen Bruder, der künftig seine Interessen vertritt. Dieser, Erdin Shaqiri, ist ganze zwei Jahre älter als sein fussballerisch begabter Bruder und sagte kürzlich im “Tages-Anzeiger”, er gebe sich manchmal auch als Xherdan aus: “Das merkt ja sowieso niemand.” Wenn Erdan den Xerdan spielt, verlieren beide: Der Berater ist kein Verhandlungspartner mehr, der Fussballspieler verliert das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Nachdem Xerdan in den letzten Spielen des FC Basel eine schlechte Figur abgegeben hat, ist nun sein Trainer, Thorsten Fink, gefordert. Tatsache ist: Die Chancen auf einen Auslandtransfer und damit die finanzielle Absicherung des Familienklans aus dem Kosovo stehen schlecht.
Es gibt sie, die Meinungsvielfalt – Twitter und Facebook sei Dank. Die Folge ist ein grosses Rauschen im digitalen Blätterwald. Bloss: Die meisten Blogs verlinken und schreiben bloss ab. Für die Meinungsbildung sind im Internet vornehmlich immer noch die traditionellen Verlage relevant. Dies die Kernaussage der Studie “Die Bedeutung des Internets im Rahmen der Vielfaltssicherung” der Kommission für die Ermittlung der Konzentration im Medienbereich. Ich erinnere daran, dass es die Aufgabe des Journalismus ist, Ereignisse zu gewichten und einzuordnen. Dazu braucht es ein gerüttelt Mass an Wissen und Erinnerungsvermögen. In den Printmedien, in denen der Platz für Berichte beschränkt ist, wird darauf mehr Wert gelegt als im Internet.
So hat schon einmal eine Revolution begonnen. Während sich mal in Spanien über die Tourismus-Förderung freut, empört man sich in den USA über die Entspannungsferien der First Lady auf Staatskosten.
Es war klar, dass Deutschland gestern gegen England gewinnen würde. Die Krake Paul hatte es schliesslich vorausgesagt. Ob Paul in England auch den Gewinner der Partie Deutschland – Argentinien voraussagen darf, weiss ich nicht. Ich werde das Orakel aber im Auge behalten.