26. Mai 2011
…oder: Singles können keine gute Journalisten sein.
Maurice Thiriet, ein Journalist, den ich durchaus schätze, hat für seine Story “Die eingebildete Astronautin” den Zürcher Journalistenpreis 2011 in der Kategorie “Nachwuchs” erhalten. So weit, so gut. Dass Journalisten (wenn nicht durch PR-Berater) über andere Quellen auf Geschichten aufmerksam gemacht werden, ist völlig normal. Ein gutes Netzwerk ist schliesslich Gold wert für jeden Schreiber. Erfolgreiche Journalisten sind ihren Quellen zu Dank verpflichtet und pflegen diese dementsprechend gut. Wirklich alle Journalisten?
Maurice Thiriet gehört sicher nicht dazu. Gar nicht nobel ist, wie der Preisträger in der Broschüre zur Preisverleihung 2011 über seine Quelle urteilt.
Seit drei Jahren schreibe ich wieder. Im “Tages-Anzeiger”. Wie auf den Lehrer und den Architekten im Schulhaus, wie auf den Mob auf dem Bundesplatz stiess ich auch auf die falsche Astronautin zufällig. Ein Blogger hatte ihre Geschichte angezweifelt, sie aber aus Angst vor ihren Anwälten weiterwursteln lassen. Der Blogger ist mittleren Alters und alleinstehend. Nicht zufällig: Gute Geschichten sind wie gute
Frauen. Man trifft zufällig auf sie und wer nicht hartnäckig dranbleibt, kriegt sie nicht.
Ist diese ehrverletzende “Pointe” bei der Redaktion der Broschüre denn wirklich niemandem aufgefallen? Hier die Reaktion des Direktbetroffenen auf seinem Blog Infamy:
Um den Sack zuzubinden noch dies: Weder hatte ich “Angst vor ihren Anwälten”, es war mir schlicht zu blöd, und die Sache nicht wert. Noch habe ich sie “weiterwursteln lassen”. Sondern riet ihr, mal mit ihrem “Rechtsschutz” ein offenes Wort zu reden und abzuklären, wohin ihre missverständliche Selbstdeklaration sie führen könne. Dass sie dies wohl nicht tat, respektive ihr “Rechtsschutz” sie falsch beriet, und in Thiriets offene Messer laufen liess, ist ihr Unglück.
Allerdings: Wer auch nur den leichtesten Hauch von Menschenkenntnis besitzt, die Thiriet offenbar völlig abgeht (ob er gerade darum “die Dossiers Medien, Drogen, Prostitution, Glücksspiel und andere nicht-institutionelle Themenkreise” betreuen muss?), hat in Burtschers Medienauftritten (z.B. bei Aeschbacher oder in Focus auf DRS3) sofort erkannt, dass die Frau eine Getriebene ist und ihre Geschichten bei genauerer Betrachtung zerbröseln müssen. Burtscher war leichte Beute für Thiriet. Wenn Thieriet meint, das sei schon “Hartnäckigkeit”, was er aufgebracht habe, um sie zu demontieren, dann bitte ich hiermit die Frau an seiner Seite, ihn mal in einer stillen Minute und ganz im Vertrauen über seinen Irrtum aufzuklären. Allerdings vermute ich, dass er “hartnäckig” immun ist gegen auch die gutgemeintesten Hinweise aus dem allernächsten Umfeld.
Dass Thiriet in der Broschüre der Preisverleihung mein angebliches Alter und mutmasslichen “Zivilstand” ins Spiel bringen kann, und implizieren darf, ich sei nicht zufällig “alleinstehend”, sondern das deute auf eine zweifach zu wenig ausdauernde Hartnäckigkeit hin, nämlich bei “guten Frauen” und bei “guten Geschichten”, mag in der Sache als missglückter Versuch einer spätpubertären Pointe, bei der das vom zuerkannten Preis aufgeblasene Ego Regie führte, durchgehen und soll dem Preisträger ausnahmsweise und nur dieses eine Mal verziehen sein (psychologisierende Spekulationen über seine wahren, neidgesteuerten Motive ersparen wir dem geneigten Publikum), auf der formalen Ebene stärkt es nicht mein Vertrauen in die, nennen wir es: Stilsicherheit der Jury des Zürcher Journalistenpreises.
So, Kinders, und jetzt lassen wir es aber endlich und endgültig gut sein mit der Geschichte und wenden uns wieder relevanten Dingen zu. Einverstanden? Danke!
Maurice Thiriet hat mir seiner verletzenden Äusserung einen Bock geschossen. Würden Sie Ihn noch auf eine “Story” aufmerksam machen?