Archiv für die Kategorie „Gelesen“

Medien und PR: Verstehen, was ist.

7. August 2011

Kinderbuch: Die Gutenacht-Tour des Gorillas


Wenn ich meinen Kindern eine Gutenachtgeschichte erzähle, dann sieht mein Plan idealerweise vor, dass schon bald irgendwann Ruhe einkehrt. Nicht nur ich denke so. Die meisten Gutenachtgeschichten sind zielstrebig aufgebaut. In den Kinderbüchern gehen die Protagonisten ebenfalls irgendwann ins Bett und die kleinen Zuhörer wissen, dass jetzt das Licht aus geht und geschlafen wird. Die Vorleser werden nach einem langen Tag in den Abend entlassen, so sie, was mir auch manchmal passiert, beim Geschichtenerzählen nicht mit den Kindern einschlafen. Das Buch „Gute Nacht, Gorilla“ funktioniert anders. Zur Freude der Kinder, verzögert sich das unausweichliche Ende.
Schon das Titelbild deutet an, dass hier einer etwas im Schild führt. Der Gorilla hat dem Wärter die Schlüssel zu den Zookäfigen entwendet und zeigt diesen triumphierend. Dabei legt er die Finger auf die Lippen und macht uns alle zu Mitwissern. Nachdem der Wärter den Tieren eine gute Nacht gewünscht hat, ist die Geschichte nicht zu Ende. Der Gorilla öffnet er hinter des Wärters Rücken die Käfige und führt die Tiere in Haus des Wärters, wo sie sich in dessen Schlafzimmer niederlassen. Erst die Frau des Wärters entdeckt mitten in der Nacht die Tiere und bringt sie zurück in den Zoo – vermeintlich. Doch auch hier schlägt der Gorilla der gradlinigen Geschichte ein Schnippchen. Bevor sich die Wärterfrau zurück ins Bett legt, sind der Gorilla und seine Freundin, die Maus, schon vor ihr dort wieder angekommen.
Eine wunderbare und in den schönsten Farben bebilderte Geschichte von Peggy Rathmann für kleine Kinder. Dabei entdecken diese immer wiederkehrende Figuren und unterhalten sich auf köstliche Weise. „Gute Nacht, Gorilla“ ist das momentane Lieblingsbuch meines Sohnes. Die Frage ist nur: Für wie lange?
„Gute Nacht, Gorilla“ von Peggy Rathmann gibts beim Moritz Verlag, Frankfurt am Main oder bei Amazon, 32 Seiten, € 9.95.

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29. Juli 2011

Währungswucher bei “Claire’s” in der Schweiz

Heute bei “Claire’s” in Bern: Was in Europa für € 14.95 zu haben ist, kostet hierzulande bei einem aktuellen Kurs von 1,13 Franken für einen Euro, ganze 10 Franken mehr, nämlich CHF 26.90. Da ist nichts mit der Weitergabe von Währungsvorteilen.
Offenbar sind die Kunden bereit, die Preisdifferenz zu bezahlen. Es soll bloss niemand an mein Heimatgefühl appellieren, wenn ich im Ausland einfkaufen gehen.
Für den Euro-Kunden in der Schweiz kommt es noch härter. “Claire’s” nimmt Euros an, allerdings nur im absurden Verhältnis von 1:4,98.

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3. Juli 2011

Das Abenteur des neugierigen Tintenfischs

Octopus Soup ist ein Bilderbuch für Kinder, das ganz ohne Worte auskommt. Die braucht es auch nicht, denn die gewaltige Bildsprache Mercer Meyers mit ihren leuchtenden Farben wird universell verstanden. Die Bilder erzählen die Geschichte eines neugierigen Tintenfischs, der sich an der Ankerkette eines Fischerbootes auf den Weg nach oben macht. Einmal an Land, beginnt das Abenteuer erst. Ein Walross-Küchenchef hat es auf den leckeren Tintenfisch abgesehen – und zwar mit ihm als Zutat für seine leckere Tintenfisch-Suppe. Doch mit viel Glück entkommt der kleine Held aus dem Suppentopf und findet zurück in die zahlreichen Arme seiner Familienabgehörigen. Mit seiner rasanten Bildsprache zieht einer der bekanntesten Kinderbuch-Illustratoren auch unseren Sohn in seinen Bann.
Octopus Soup, Verlag Marshall Cavendish Corp, 26 Seiten, € 12,99.

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9. Juni 2011

Der Affe Alois

Der Affe Alois sitzt auf der Insel und hat Hunger. Doch an die Bananen auf der Nachbarsinsel kommt er nicht ran. Was tun? Er bittet anderen Tiere ihm zu helfen. Doch der Rüssel des Elephanten ist zu kurz, und die Flügel des Papageis sind zu schwach. Hilfe kommt schliesslich von einem anderen Tier und dessen Familie, mit der Alois die Bananen teilt. Eine wunderbar illustriertes Kinderbuch für die ganz Kleinen, in dem es um Hilfsbereitschaft und Vertrauen geht. Mein Sohn liebt es. Graphisch umgesetzt von Alfred Könner, dem Herausgeber und Autor vieler Kinderbücher, und herausgegeben vom Leipziger Kinderbuchverlag.

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18. März 2011

Der Krieg der Gemüse


Klar, dass es mit den Radikalen Radieschen Ärger geben musste. Grossmäulig und fanatisch schrecken sie vor keiner Provokation zurück. Wo immer sie auftauchen, sind die Rüebli gegessen. Tatsache ist: Die langen und die runden Gemüse gerieten sich in die Haare, resp. Blätter. Wies dazu kam, lässt sich nicht mehr mit Bestimmtheit sagen. Den Anfang nahm der Konflikt mit dem Besuch der diplomatischen Lauchstange beim Bürgermeister des Dorfes, bei dem sie von aufkeimenden Grabenkämpfen berichtet…
Nur ein kleines Kaninchen hat Mitgefühl für beide Seiten und kümmert sich nach den Gefechten mit einem pazifistischen Zucchino um die Verletzen aus beiden Reihen.
Doch glücklicherweise findet die Geschichte im Champignon’schen Frieden ein gutes Ende.
Die illustrierte Chronik „Der Krieg der Gemüse“ von Philippe Berntrand ist mit ihren wunderschönen Illustrationen und mit ihrem Wortwitz eine vegetarische Fabel und gleichzeitig eine äusserst amüsante Einführung in die Militärbotanik. Als Parabel für das Zusammenleben in der heutigen Gesellschaft karikiert sie augenzwinkernd die absurden Vorurteile der unsere willkürlichen Verhaltensweisen. Selten habe ich mit grösserem Vergnügen an einem Bilderbuch ergötzt. Ich kann das Buch wärmstens empfehlen – als Vegetarier sowieso.

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22. Dezember 2010

Mammut-CEO: Keine Ahnung von PR

Konkurrent Helly Hansen wird sich freuen, dass der CEO von Mammut, Rolf Schmid, von seinem eigenen Unternehmen ablenkt und die Marke ins Spiel bringt. Irgendwie hat man das Gefühl, dass sich Rolf Schmid auch nicht wirklich freut, dass der deutsche Verteidigungsminister seine Kleider trägt. Merke: Wenigstens ein bisschen Ahnung von PR und Kommunikation kann nie schaden.

Zum ganzen Interview im “Blick am Abend”.

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2. September 2010

Herzlich ist nicht mehr gut genug

Gestern habe ich wieder ein Mail gekriegt, in der ich nicht nur herzlich gegrüsst wurde, sondern herzlichst – natürlich von einer Frau. So etwas nervt, nimmt aber in der Korrespondenz heute immer mehr zu, wie ich feststelle. Für jemanden, der oder die etwas auf sich hält (oder etwas zu erreichen versucht), ist es gar usus geworden. Mit der Inflation der Freundlichkeiten nimmt auch die Halbwertszeit von “herzlichst” ab. Demnächst muss ich wohl mit herzlichstmöglichen Grüssen rechnen. Ich bin gespannt, was auf mich zukommt.

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16. August 2010

Lasse im Blaubeerland


Lasse findet keine keine Beeren, setzt sich auf einen Baumstamm und weint. Dann dringt der Junge ins Land des Blaubeerenkönigs ein, von wo er nach diversen Abenteuern reich beschenkt in die Menschenwelt zurückkehrt. Im Rahmen der Elsa-Beskow-Reihe legt der Verlag Urachhaus „Lasse im Blaubeerland“ erstmals in der ursprünglichen Originalversion vor. Bislang war die Geschichte aus Schweden im deutschen Sprachraum in dieser Form nicht bekannt. Wahrlich eine Entdeckung: Gemeinsam mit meiner Tochter habe ich mich an Lasses Glück erfreut, und wir träumten davon, selbst einmal das verzauberte Land zu besuchen.

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12. August 2010

Das Beste, das Journalismus zu bieten hat

Was ist guter Journmalismus? Wenn die Texte denjenigen verändern, der sie gelesen hat; oder, wenn sie zeitlos sind und Bestand haben. Die Cooltools-Webseite hat sich mit The Best Magazine Articles Ever
zur Aufgabe gemacht, die besten Texte zusammenzustellen, die in amerikanischen oder englischen Magazinen je erschienen sind. So findet man hier denn die Story “The Falling Man” aus “Esquire” über den Patissier im Restaurant Windows of the World, der sich nach dem Einschlag des ersten Flughzeuges in den World Trade Center in die Tiefe stürzt (siehe Bild unten) oder John Krakauers “Death of an Innocent – How Christopher McCandless lost his way in the wilds” (erschienen in “Outside”), die als “Into The Wild” verfilmt wurde. Auch sehr lesenswert die Story “Frank Sinatra Has a Cold”. Kurz: Die Zusammenstellung listet das Beste auf, was der angelsächsische Journalismus zu bieten hat. Und ich meine: Das einfache Erzählen einer Geschichte ist eine hohe Kunst, die unterschätzt wird. Solche Stories überleben alle Trends, denen deutschsprachige Magazine hinterherhecheln.
FallingMAN

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30. Juli 2010

Mutterliebe gegen Stress und Krankheit

Kinder, die im achten Lebensmonat besonders warmherzig von ihrer Mutter behandelt wurden, profitieren auch 30 Jahre später noch davon und sins weniger anfällig für Stress. Wer als Baby emotional vernachlässigt wurde, ist sein ganzes Leben lang anfällig für psychische Leiden – aber auch für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Krankheiten. Zum Artikel im Journal of Epidemiology and Community Health. Ich wagr einmal die Behauptung: Mit dem steigenden Wohlstand in den letzten Jahren sank der Stress der Mütter, die ihren Babys mehr Zuwendung und Liebe geben konnten weshalb in ein paar Jahren die Zahl der Herz-Kreislauf-Toten und psychisch kranken zurückgehen wird.

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