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31. Mai 2012

Die SBB unserer Grossväter – Neuerscheinung

Lange haben Piloten in grossen Teilen der Bevölkerung als Helden der Lüfte gegolten. Der Fortschrittsglaube, verbunden mit Technikfaszination und Swissair-Werbung, trug zu diesem Image bei und liess vergessen, was die Kernkompetens eines Flugkapitäns ist: Menschen durch die Luft von A nach B bringen. Damit tut er eigentlich nichts anderes als jeder Buschauffeur oder Lokomotivführer. Heutzutage im Zeitalter der Billigflieger bröckelt das Ansehen der Chauffeure der Lüfte. Auch der Beruf des Lokomotivführers ist weitgehend entmystifiziert. Vor 70 Jahren war das noch anders, das Fliegen etwas für Abenteurer. Lokomotivführer posierten damals denn auch selbstbewusst und mit geschwellter Brust auf ihren geschmückten Stahlrössern. Es waren Zeiten, in denen noch kein Mensch von SBB-Apps und elektronischer Billettausgabe zu träumen wagte. Dafür bevölkerten den Bahnhof Zürich noch Dienstmänner, Visiteure und  Lampinisten. Am SBB-Schalter wurde man noch abgefertigt und auf den Gleisen rollten Krokodile, Tigerli und Habersäcke. Rote Fahnen und Trillerpfeifen vermittelten in den Händen der Beamten völlig unpolitische Signale und im Bahnhofkino lief die Wochenschau.
Mit der Entwicklung der Bahn haben sich auch die SBB und vor allem der Zürcher Stadtkreis Aussersihl verändert. Jetzt hat der Zürcher Quartierverein Aussersihl-Hard ein liebevolles Buch herausgegeben, das an längst vergessene Zeiten erinnert: „Die SBB unserer Grosseltern – eine Spurensuche“. Das Zeitbild einer Epoche ist nicht nur für Eisenbahn-Fans ein Muss.
Seit 1845 hat die Eisenbahn die Entwicklung der einstigen Zürcher Vorortsgemeinde Aussersihl stark beeinflusst. Strassen und Überbauungen hatten sich nach der Gleisführung zu richten. Heute gehen täglich über 400‘000 Menschen den HB Zürich. Der Bahnhof, einst am Rand Aussersihls entstanden, hat sich zu einem städtebaulichen Treiber entwickelt. Die Stadt entwickelte sich rund um die Gleisanlagen der Bahn, welche das Quartier teilte. Es ist höchste Eisenbahn, dass das vorliegende Buch nun erscheint.
Ein Autorenteam unter Leitung von Max Peter vermittelt mit dem vorliegenden Buch ein Bild über die Bahn von damals. Bewusst haben die Autoren aber den Zürcher Raum ins Zentrum ihrer Betrachtungen gerückt und den zeitliche Rahmen auf die Epoche von 1925 bis 1950 gelegt. Das Funktionieren des damals und heute grössten Eisenbahnknotenpunktes der Schweiz kann nicht nur aus lokaler Sicht erklärt werden. Deshalb blicken die Autoren wesentlich über den Rand des Quartiers hinaus, erklären Zusammenhänge und berichten Erhellendes, Amüsantes und immer wieder Erstaunliches aus längst vergangenen Zeiten.

„Die SBB unserer Grosseltern – eine Spurensuche“, Umfang: 278 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag. Autoren: Max Peter, Bruno Würgler, mit Beiträgen von Dr. Felix Bosshard und René Koller. Gestaltung: GürthDesign.

Das Buch kann ab 31. Mai 2012 auf der Homepage der Ortsgeschichtlichen Kommission Aussersihl (www.ogk.qrv.ch) zum Preis von CHF 40.- plus CHF 8.- Versandspesen bestellt werden.

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