Gastronomisch wurde ich als Kind in den Niederlanden mit Hagelslag, Dropies und Pindakaas sozialisiert. Noch heute zieht es mich einige Male im Jahr magisch ins Bärenland, wo ich mich mit dem Stoff eindecke. Schaden habe ich dabei nicht genommen. Jetzt wurde ich den holländischen Spezialitäten untreu. Es zeigt sich, dass die Gene stärker sind als die Gewohnheit. Ausgerechnet einem niederländischen Fussballverein habe ich es zu verdanken, dass ich vor einer Woche mit dem Blauen Schweden Bekanntschaft machte. Als väterlicherseits genetischer Wikinger konnte ich ihm nicht widerstehen. Jetzt aber der Reihe nach.
Adrian Krebs, seines Zeichens NZZ-Journalist aus dem tiefen Emmental, führt mit viel Liebe seinen wirklich lesenswerten Agro-Blog, den ich immer wieder gerne besuche und nur empfehlen kann. In seinem Advents-Quiz stellte Adrian die Frage nach einem niederländischen Fussballklub, der den Übernahmen, die Superbauern (De Superboeren) trägt. Nichts leichter als das für einen Utrechter mit einem Faible für Totaal Voetbal. Mit der richtigen Lösung VBV De Graafschap Doetinchem gewann ich zwei Kilogramm Erdäpfel. Nicht irgendwelche, sondern eben: Blauer Schwede. Adrian Krebs hat mich persönlich damit angefixt und mit die Erdäpfel überreicht.
An Weihnachten haben wir uns die Knollen zu Gemüte geführt – und sind begeistert. Ich bin geheilt von den Lakrizbonbons und süchtig nach dem Blauen Schweden. Nicht nur geschmacklich ist er eine Offenbarung, sondern auch optisch.
Oder haben Sie je einmal ein Raclette gegessen, das besser ausgesehen hat?
Als wir ihr unseren Sohn in Obhut gaben, ahnten wir weder von ihren Vorstrafen noch, dass Suel F. gar keine Bewilligung zur Führung einer Kinderkrippe hatte. Heute erschien nun ein Bericht über die Dancing-Queen Suel F. aus Z im “Blick”. Hier gehts zum ganzen Artikel.
In unserer Familie sieht man sich vor. Das funktionierte nicht immer, dazu aber später. Und manchmal ergeben sich vom Heute Verbindungen zu Ereignissen, die bereits Jahrzehnte zurückliegen.
Mein Urgossvater Albert Welti wäre eigentlich dazu prädestiniert gewesen, das erfolgreiche Transportunternehmen seines Vaters, Welti-Furrer, weiterzuführen, doch er entschied sich für die Malerei. An der Akademie der Künste in München liess er sich zum Maler ausbilden. Dort erhielt er auch den ersten Malunterricht beim bekannten Pastellmaler Ludwig von Löfftz, bei dem auch Karl Stauffer-Bern studierte, und wurde später Schüler Arnold Böcklins. Wäre er statt nach München nach Paris gezogen, würde man ihn vielleicht heute als Impressionisten im Stile Claude Monets kennen. Es kam anders: Albert Weltis Werke handeln oft von schwerer, griechischer Mythologie und nicht von französischer Leichtigkeit.
Nach seinem Tod landeten viele Bilder Albert Weltis bei meinem Grossvater Albert Jakob in Genf und alle Pastellzeichnungen bei dessen Bruder Ruedi in Amriswil, meinem Grossonkel, an den ich mich gut erinnere. Dann kam der Zweite Weltkrieg. Mein Grossvater, ein überzeugter geistiger Landesverteidiger, der damals in Genf lebte und selber auch Maler war, wollte das künstlerische Erbe der Familie in Sicherheit wissen. Der Schrank in der Arztpraxis meines Grossonkels, in dem die Pastellbilder aufbewahrt waren, schien ihm dazu wenig geeignet, sollte die Schweiz in erbitterten Schlachten mit der einfallenden Wehrmacht zerstört und gebrandschatzt werden. Eine sichere Alternative musste her. Die beiden Brüder Albert Jakob und Ruedi kamen schliesslich auf das Museum im ehemaligen Kloster Allerheiligen in Schaffhausen, das ihnen als sicherer Aufbewahrungsort gerade gut genug schien.
Das war er auch – bis zum 1. April 1944. Und jetzt kommt ein Freund und ehemaliger Arbeitskollege von mir ins Spiel. Rolf Schoch, heute ein erfolgreicher Architekt, lebte damals in Schaffhausen. Wie viele andere wurde auch er damals schon mit drei Jahren in den Kindergarten geschickt. Als man gegen Mittag am Himmel ein Brummen hörte, stürmten die Kinder auf den Pausenplatz und hielten neugierig Ausschau nach den Donnervögeln – als ein Dutzend amerikanischer Liberator-Bomber die Stadt überfliegt. Die Kindergärtnerin, Schwester Lea, eine Nonne, schickte die Kinder gleich nach Hause. Nur wenige Minuten später lädt eine zweite Liberator-Staffel ihre tödliche Last über der Stadt ab – fünfhundert Brand- und Sprengbomben.
Über 150 Pastellbilder Albert Weltis und Rolf Schoch kriegen wie durch ein Wunder keinen Kratzer ab. Sein Leben hat gerettet, dass er frühzeitig auf den Heimweg geschickt worden war. Das Ereignis hat Rolf Schoch auch als Architekt nachhaltig geprägt: „Abbrüche von Häusern waren für mich nie ein Tabu. Das geht ganz bestimmt auf das Kindheitserlebnis zurück“, ist er überzeugt.
Die Pastellzeichnungen Albert Weltis sind noch heute im Museum zu Allerheiligen – wenn sie nicht gerade ausgeliehen werden. Vom 16. Dezember bis zum 12. März 2012 sind sie anlässlich der Ausstellung Albert Welti – Landschaft in Pastell, zum 150. Geburtstag des Künstlers, im Zürcher Kunsthaus zu sehen.
Die Kinder vom Napf fahren mit der Seilbahn zur Schule – zu abgelegen sind ihre Höfe im Entlebuch um Romoos. Dabei kann passieren, was jeder Stadtmutter die Haare zu Berge stehen lässt: Eines der Kinder erzählt, wie einmal der Herger Pauli zu früh aus dem Gondeli stieg und in einer Baumkrone landete. Es ist eine von vielen Anekdoten und Lebensweisheiten, die die Kinder vom Napf der Filmerin Alice Schmid berichten.
Die Kinder wissen noch viel mehr: Wie man sich vor dem Blitz schützt, wie die Seelen böser Landvögte den Donner entstehen lassen oder wie der Wolf statt sich an einem Schaf satt zu fressen immer gleich mehrere anknabbert. Ein Jahr lang beobachtete Alice Schmid mit ihrer Kamera die Kinder vom Napf auf ihren Schulwegen, im Unterricht und zuhause auf den isoliert gelegenen Bauernhöfen. Der Film kommt ohne eine einzigen Kommentar aus dem Off aus und zieht sich als Augenweide ruhig dahin. Besser kann man für die Region nicht werben. Alice Schmid hat ein Idyll gefunden – und ich habe mich köstlich dabei unterhalten. Der Film läuft im Moment im Kino Riffraff in Zürich.
Die Migros verkauft Wegwerf-LED-Taschenlampen (siehe oben). Ich muss davon ausgehen. Auch drei technisch ebenfalls versierten Männern in unserem Bekanntenkreis ist es nicht gelungen, die Batterien herauszunehmen und zu ersetzen. Falls das Einweg-Prinzip vielleicht doch nicht gann dem Konzept der Migros entspricht: Weshalb gibt es keine vernünftige Gebrauchsanleitung, welche das Wechseln der Batterien erklärt?
Migros-Sprecher Urs-Peter Naef hat mich galant an den Kundendienst verwiesen. Dort wurde es kompliziert. Wir kaufen jetzt eine Taschenlampe bei Coop. Sicher ist sicher.