1. Juni 2011
AKW-Ausstieg: Risiko von Unfällen steigt
Der gaplante Ausstieg aus der Atomenergie erhöht die Gefahr eines Unfalles – heute, oder in 1000 Jahren. Mit dem Ausstieg aus der Atomenergie, ist es nämlich nicht plötzlich so, dass das Thema abgehakt werden kann. Der Atommüll strahlt noch Tausende Jahre. Die bestehenden AKWs sollen noch bis 2034 in Betrieb sein. Bloss: Wer interessiert sich noch für die Auslauftechnik Kernkraft? Ich behaupte deshalb: Wir gehen in die risikoreichste Zeit für das Eintreffen einer AKW-Katastrophe in der Schweiz. Weshalb?
- Bezüglich der Personal-Qualität für Sicherheit, Unterhalt und Entsorgung werden im besten Falle noch Leute der zweiten oder dritten Wahl bereit sein, sich für diese Auslauftechnik zu engagieren. Es ist davon auszugehen, dass die erforderlichen Finanzen dazu ebenso beschnitten werden, da jetzt andere Prioritäten gelten. Erste Anzeichen dieser Tendenz der „Lustlosigkeit“ zeigen sich bereits für die erforderlichen Nachrüstungen zum Beispiel beim AKW Mühleberg. Lohnt sich das noch …?
- Aus dem Störfall in Fukushima haben wir gelernt: Es braucht todesmutige (oder zynisch gesagt: uninformierte) Personen, die im Falle eines Falles vor Ort gehen und dort erledigen was dringend getan werden muss. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies in der Schweiz ähnlich funktionieren könnte. Wir würden kein Personal finden das sich einer solch gefährlichen Situation aussetzt. Die offizielle Version (AKW Mühleberg): zuerst kommt die Betriebsfeuerwehr (des AKW) und zuletzt die Berufsfeuerwehr der Stadt Bern. Eine solche Aussage kann eigentlich von niemandem richtig ernst genommen werden. Im Ernstfall müsste eine separat geschulte freiwillige AKW- Katastrophen-Truppe bestimmt und möglichst rasch einsatzbereit sein. Wie sollte das funktionieren? Ist die Vorstellung der Verantwortlichen so, dass (ähnlich wie in Afrika oder im Nahen Osten) eine gut bezahlte Söldnertruppe die Probleme an Ort und Stelle beseitigen würde?
- In einem Radiointerview kurz nach dem Ereignis in Fukushima hat der Direktor des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz nebenbei erwähnt, dass ein analoger Fall in Mühleberg voraussichtlich zu einer Evakuation von mindestens 100’000 Personen im Raume Bern führen würde. Weiter sagte Willi Scholl, dass dies aber bis heute noch nicht geplant sei und zu einer „ziemlich unübersichtlichen“ Situation führen würde. Völlig unerwähnt blieb in diesem Zusammenhang die Funktion der Schutzräume, die immer noch zum Notfallszenario des Bundes bei einem AKW-Unfall zählen. Diese wären bei einer geordneten Evakuation der bestgeeignete Warteort, bis zum Zeitpunkt der Evakuation. Bei einer Abschaffung der Schutzraumbau- und Unterhaltspflicht (Differenz zwischen National- und Sicherheitskommission des Ständerats) würde diese wichtige Funktion ohne Gegenwert „verschenkt“.





