28. Februar 2011
Grimassenschneiden als Indiz
Damir Dantes schnitt schon als Kind gerne Grimassen. Heute ist er Pantomime. Wissen eigentlich auch Berufsberater, worauf sie ganz speziell achten müssen?
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28. Februar 2011
Damir Dantes schnitt schon als Kind gerne Grimassen. Heute ist er Pantomime. Wissen eigentlich auch Berufsberater, worauf sie ganz speziell achten müssen?
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25. Februar 2011
Der UNO Menschenrechtsrat: Das ist die Organisation, welche die Schweiz aufgrund der Annahme der Minarettinitiative kritisierte Jetzt steht der UN Human Rights Council wieder einmal im Fokus: steht wieder einmal im Fokus: Soll Lybien ausgeschlossen werden? Die Frage sollte eher lauten: Wie kam Libyen überhaupt zu einem Sitz im Menschenrechtsrat? Und übrigens auch Angola, China, Burkina Faso, Uganda, und, und, und. Ich kenne die Argumente der westlichen Staatengemeinschaft: Es gehe hierbei um die Integration in die Staatengemeinschaft. Tatsache ist: So verspielt die UNO ihre Glaubwürdigkeit – so sie denn über solche nach verfügt. Ich bezweilfe es.
25. Februar 2011
Die “Sportlounge” des Schweizer Fernsehens greift das angeblich letzte grosse Tabu im Fussball auf: Schwule Fussballspieler. Ein “Insider” will exklusiv darüber berichten. Das Ganze tänt ja ganz gut. Bloss: Ich wette eine Flasche Wein, dass es SF nicht gelingt, einen schwulen “Super League”-Kicker vor die Kamera zu bringen, der bereit ist, sich zu outen. Das traue ich der Redaktion einfach nicht zu. Auch im “Club”, kommt es schliesslich immer wieder vor, dass sich zu einem “heissen” Thema nur Experten finden lassen. Sie fragen mich, weshalb das so ist? Die Antwort lautet: Bequemlichkeit der Journalisten, mangelndes Rechercheekönnen, Quotendruck. Die Frage bleibt offen: Wie lange noch?
22. Februar 2011

Mehr: Libyafeb17
Auch gut: MediterrNewsNet by Harry R. Wilkens by by common agreement with Libyan revolutionary press services, such as the Geneva based Libyan News Network.
21. Februar 2011
Genau: Die Germanisierung. Mittlerweilen sind die Deutschen mit 27’800 Personen die grösste Ausländergruppe in der Stadt Zürich mit ihren 383’000 Einwohnern. Die Bächerei Buchmann hat eine Marktlücke entdeckt. Deutsches Brot. Ich muss sagen: ich mag deutsches Brot auch. Wird sich die deutsche Küche in Zürich ausbreiten wie vor ihr italienische, türkische, indische und tamilische? Bereits gibt es “mediterrane” Altersheimabteilungen für Italiener. Bereits redet man von der Eröffnung weiterer Heime. Wann gibt es Altersheime von Deutschen für Deutsche in der Schweiz? Ich bin für Integration statt Segregation – nur nicht auf der kulinarischen Ebene.
18. Februar 2011
Das Krippenwesen in der Schweiz ist schlecht organisiert. Fehlende Transparenz und Kantönligeist verhindern den nötigen Wettbewerb. Was fehlt, ist ein Rating von Kindertagesstätten. Von Philippe Welti
Man hat das Gefühl, Tiere seien in unserer Gesellschaft heute besser geschützt als unsere Kinder. Die Tierschutzverordnung regelt den Umgang mit Haustieren. Das Wellensittichforum, welches das Bundesamt für Veterinärwesen mit Steuergeldern unterhält, zeigt, wie Ernst es der Bund mit dem Tierschutz nimmt. Und was ist mit den Kindern? Wer sein Kind in die Obhut einer Kinderkrippe gibt, weiss hingegen oft nicht, ob sich qualifizierte Betreuerinnen um die Kleinen kümmern.
Kindertagesstätten fahren mit dem aktuellen System ganz gut. Sie müssen keine Werbung betreiben und können einfach warten, bis ihnen die Eltern die Türen einrennen. Ein Wettbewerb unter den Kinderkrippen findet nicht statt. Grund: Fehlende Transparenz und Vergleichbarkeit der Angebote.
Auch wir waren vorerst einfach glücklich, mit dem Klein-Kindergarten Hardturm einen Krippenplatz für unseren Sohn gefunden zu haben. Die Ernüchterung folgte auf den Fuss. Keine ausgebildeten Betreuungspersonen und eine Krippenleiterin, die überfordert schien, unzuverlässig war und nicht erreichbar, hatten uns misstrauisch werden lassen. Waren wir naiv? Die Krippe mit ihrer tollen Webseite und dem pädagogischem Betreuungskonzept hatte nur Gutes versprochen. Als uns die die Krippenaufsicht der Stadt Zürich bei unserer Nachfrage vor der Kinderkrippe warnte und uns empfahl, unseren Sohn aus der Kita zu nehmen, hatten wir das Vertrauen in die Betreuungsstätte verloren und kündigten den Vertrag. Seither warten wir auf die Rückerstattung der ersten Monatsrate und der hinterlegten Kaution. Die Krippenleiterin ist untergetaucht. Unseren Betreibungen entzieht sie sich seither durch ständige Wohnortswechsel.
Eine Frage bleibt offen: Wie konnte die Krippe mit Wissen der Aufsicht seit Monaten auf Zusehen hin ohne Bewilligung in Betrieb sein? Tatsache ist: Erst wenn die Zustände besonders gravierend sind, schreiten die Behörden ein. So im Aargau, wo in Aarburg die Kleinen auch schon mal geschlagen und zwangsgefüttert wurden. Immer wieder kommt es vor, dass Krippen beanstandet oder gar geschlossen werden müssen. In diesem Jahr wurde die Leiterin der Kinderkrippe mit dem schönen Namen „Baby Paradise“ in Lugano vom Strafgericht wegen Nötigung verurteilt. Einige der Taten waren bereits verjährt, als sie bekannt wurden.
Tatsache ist: Eine schöne Webseite macht noch keine bewilligte Kinderkrippe. Im Krippen- und Kinderbetreuungswesen versagt die Kontrolle. Daran ändert auch die Eidgenössische Kinderbetreuungsverordnung nichts. Sie delegiert diese an die Kantone und Gemeinden. Diese sind überfordert. Denn jedermann kann heute eine Krippe eröffnen. Wann diese von Amtes wegen geprüft wird und wie, steht in den Sternen. Zudem meldet sich nicht jede Krippe bei den offiziellen Stellen an. Gleichzeitig feiert der Reglementierungswahn in der Kinder-betreuungsverordnung Urständ. Ob mein Kind in der Krippe in einem 59 (illegal) oder 61 (legal) Quadratmeter grossen Raum betreut wird, spiel keine Rolle. Möchte eine Freundin der Eltern oder die Nachbarin ein Kind hüten, muss sie vielleicht schon bald eine Prüfung ablegen. Dass selbst Grosseltern mit einer Prüfung den Nachweis erbringen müssen, ihre Enkel betreuen zu können, ist noch nicht vom Tisch. Während in einigen Kantonen detaillierte Regelungen über die Ausstattung von Kinderkrippen dazu geführt haben, dass die Hürden zur Eröffnung von Krippen vielen zu hoch sind und gleichzeitig zahlreiche – insbesondere private – Krippen verschwinden mussten entziehen sich in fünf Schweizer Kantonen Kinderkrippen jeglicher Kontrolle. Die Kantone Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Nidwalden, Schwyz und Uri kennen nicht einmal Richtlinien für Kinderkrippen. Gemäss dem Verband Kindertagesstätten der Schweiz (KitaS) sind die Qualitätsunterschiede im Land gross.
Man nimmt Mängel in Kauf
Niemand hat die Übersicht über die Schweizer Krippenlandschaft. Schätzungsweise 100‘000 Kinder – allein im Kanton Zürich 15‘000 – werden heute in der Schweiz in Kinderkrippen betreut. Die meisten davon in privaten Kitas. Genaue Zahlen gibt es dazu nicht. Wer einmal einen Krippenplatz ergattert hat, schätzt sich deshalb glücklich und nimmt Mängel in Kauf. Als Folge davon müssen sich die Krippen in Bezug auf Kosten und Service nicht besonders anstrengen, da Eltern zögern, ein einmal eingewöhntes Kind wieder aus der gewohnten Umgebung herauszunehmen – eine alternative Betreuungsmöglichkeit in der Hinterhand ist Voraussetzung dazu.
Fehlende Transparenz und Kantönligeist verhindern heute den Wettbewerb unter den Kinderbetreuungsangeboten. Ein Rating der Kinderkrippen im Land würde nicht nur zur besseren Vergleichbarkeit der Angebote beitragen, sondern über mehr Wettbewerb zu mehr Qualität in der Kinderbetreuung führen. Noch ist es nicht so weit. Der Kanton Zürich verfügt zwar über einen Betreuungsindex, der die rund 350 Krippen erfasst, der aber nichts über die Qualität einer Krippe aussagt, sondern nur aufzeigt, wo das Angebot an Plätzen gross ist.
Tatsache ist: Je mehr Infos die Eltern haben, desto einfacher wird es für sie von Anfang an ein gutes Angebot zu finden. Ein Rating der Angebote auf einem moderierten Online-Portal wäre mit einem Bruchteil des Aufwandes des Wellensittichformus des Bundesamtes für Veterinärwesen zu gewährleisten.
Philippe Welti ist Journalist und PR-Berater
17. Februar 2011
GC: Der Fussballklub kämpft ums Überleben. Kein Grund, als Fan zum FCZ zu wechseln, findet Philippe Welti*.
Den Grasshopper-Fans bleibt nichts erspart: Jetzt kann sich der Klub das ungeliebte Letzigrund-Stadion nicht mehr leisten und verlässt die Stadt. Die Heimspiele des Rekordmeisters werden künftig womöglich auf einem Acker im Luzerner Vorort Emmenbrücke ausgetragen. Zudem haben wir den Abstieg im Nacken und unsere besten Spieler sind auf dem Sprung in einen anderen Klub. Die letzten Monate und Jahre waren für GC-Anhänger hart. Soll ich dem Klub deshalb wechseln? Nein! Das Leiden am Klub stärkt den Charakter!
Angefangen hat es für mich Ende der Sechzigerjahre. Wann genau, kann ich nicht mehr mit Bestimmtheit sagen. Tatsache ist: Es hat mein Leben entscheidend geprägt. Obwohl ich in Bern wohnte, wurde ich Anhänger eines Zürcher Fussballklubs. Meine Tante, die seit über 50 Jahren neben dem Letzigrund wohnt, hatte insgeheim gehofft, dass ich mich für den «Z» entscheiden würde. Mein Onkel nahm mich sogar einige Male an einen FCZ-Match mit. Es half nichts. Vor die Trikot-Wahl gestellt, entschied ich mich für GC. Rein visuell, aber irreversibel. Und dem Wunsch eines Kindes widersetzt man sich nicht.
Andere hatten einen Vater, der sie an die Matches, in seine Welt, mitnahm. Ich nicht. Fussball war zu Hause verpönt, Klavierspielen angesagt. Ich war kein besonders selbstsicheres Kind: Das GC-Trikot, das damals noch aus Baumwolle bestand, trug ich in jeder Turnstunde. Die Hänseleien im Berner Schulhaus ertrug ich jahrelang mit stoischer Ruhe. Ich war “dr GC” – und bin es für ehemalige Mitschüler bis heute. Alle wussten, wo ich fussballerisch stand. Ich war ein Exot und ein belächelter Aussenseiter. Die Young Boys waren in Bern das Mass aller Dinge. Mein Klub hatte seit Jahrzehnten nichts mehr erreicht.
Mein erster Stadionbesuch brachte das erste Erfolgserlebnis: Die Grasshoppers besiegten im Entscheidungsspiel um den Meistertitel 1971 im Wankdorf Basel mit 4:3 nach Verlängerung. Mit einem Schulfreund und dessen Vater auf der Tribüne – natürlich im GC-Leibchen – feierte ich “meinen” ersten Meistertitel. Die Mannschaftsaufstellung weiss ich heute noch auswendig. Hooligans gab es damals noch nicht, ich kam heil nach Hause und wusste: Ich stand auf der richtigen Seite. Mein Selbstbewusstsein wuchs. Doch dann passierte lange nichts mehr, bis Günter Netzer kam.
Ab den Achtzigerjahren war GC der Spitzenverein in der Schweiz. Der Fussball war inzwischen aber nicht mehr mein Ein und Alles. Es gab auch Mädchen. Mein Herz flog mal der einen, mal der anderen zu. Die Konstante in meinem Leben waren die Grasshoppers.
Leiden macht stark
Seit dem letzten Meistertitel im Jahr 2003 leide ich wieder mit dem Klub. Gehänselt werde ich heute von meinen Zürcher Freunden, die fast alle für den FCZ sind. Warum wechsle ich nicht über die Geleise, wo seit Jahren der bessere Fussball gespielt wird und echte Stars zu Hause sind? Weil meine Geschichte mit GC zu meiner Lebensgeschichte gehört. Den Verein jetzt im Stich zu verlassen, käme einem Verrat an meiner Kindheit gleich. Unmöglich. Das GC-Leibchen im Bern hat mich stark gemacht. Ich lernte, mich gegen die Mehrheit zu behaupten und eine Meinung allein gegen alle anderen zu vertreten. Mich haut heute nichts mehr so schnell um.
Dieses Jahr feiert GC seinen 125. Geburtstag. Und kaum jemand nimmt es wahr. Die Schlagzeilen sind der Stadion- und Geldsuche sowie dem drohenden Abstieg gewidmet. Für mich ist klar: Kickt der GC künftig im unpersönlichen Siedlungsbrei des Schweizerischen Mittellandes, fernab der Heimat, und womöglich in einer Liga, die bis vor kurzem einen so poetischen Namen wie “Dosenbach Challenge League” trug, fängt der Spass erst an. Dann sind die Spieler uns Zuschauern wieder so nah, wie ich einst dem GC-Crack Kurt Rüegg, den ich 1969 auf dem Berner Hausberg Gurten als kleiner Bub mit vor Ehrfurcht zittriger Stimme um ein Autogramm bat – natürlich im GC-Leibchen.
* Philippe Welti ist Kommunikationsberater bei der Stöhlker AG.
16. Februar 2011
Frauen und Männer sind nicht gleich. Sie gleichzustellen wäre eine grosse Ungerechtigkeit. Der Präsident des Komitees gegen die Frauenstimmrechtsvorlage argumentiert vor 40 Jahren sogar mit einem professoralen Gutachten. Ja, und damals wurde im TV noch geraucht. Ich war damals schon auf der Welt und komme mir jetzt steinalt vor.
16. Februar 2011
Immerhin über die Hälfte der im Kanton Bern erhobenen Motorfahrzeugsteuern fliessen nicht zweckgebunden für Strassen- oder Verkehrsprojekte in die Staatskasse des Hochsteuerkantons. Sie sind also eine versteckte Steuer. Man kann geteilter Meinung sein über die Reduktion der Besteuerung des motorisierten Individualverkehrs, aber das Vorgehen des kleinen Garagisten Hannes Flückiger, zeigt, dass man auch als Einzelperson mit guten Argumenten in der Schweizer Demokratie etwas bewegen kann. Mehr dazu hier:
Ich bin nicht stolz auf die Schweizer Demokratie (ich habe sie ja nicht erfunden und installiert), aber verteidigen tu ich sie durch Grund und Boden. Da kann mir mein Freund aus Berlin noch lange sagen: Das ist ja gerade euer Problem, dass bei euch jeder unterbemittelte Sepp mit populistischen Forderungen politisches Gehör findet….
15. Februar 2011
In den 90er Jahren war ich ingesamt rund acht Monate in Ägypten. 1997 oder 1998 brachte ich diese Tonband-kassette mit nach Hause. Die Musik gefällt mir noch heute. Ist das ägyptischer Pop oder vielleicht sogar das Pendant zum volkstümlich- en Schlager? Keine Ahnung. Irgendwie ist es auch egal. Ich kann die Musik einfach unvorhereingenommen geniessen. Mein Sohn liebt sie übrigens auch. Er fängt an mit den Beinen zu wippen, wenn sie ertönt. Er tut dies allerdings zu jeder Musik, die ertönt. Hinter dem Cover der Kassette hat mir damals ein Ägypter den Namen des Sängers hingeschrieben. Bloss ist die Schrift völlig vergilbt und ich möchte einem Araber auch nicht antun, meine Versuche in arabischer Schrift entziffern zu müssen. Aber vielleicht kann das ja ein Leser dieses Posts.