Weblog-Archiv für den 31.August 2010

Medien und PR: Verstehen, was ist.

31. August 2010

Kurze Krippenkarriere – UPDATE

Mir dämmert, weshalb wir im Frühling sofort einen Platz in der Kinderkrippe Hardturm angeboten gekriegt haben (siehe auch hier). Ein kurzer Anruf bei der Krippenaufsicht der Stadt Zürich bringt folgendes an den Tag:

  • Die von Suel F. geführte Kinderkrippe „Kindergarten Hardturm“ hat keine Bewilligung der Zürcher Bildungsdirektion.
  • Die Richtlinien über die Bewilligung von Kinderkrippen („Krippenrichtlinien“) der Bildungsdirektion schreibt unter Punkt 2.5. vor: In der Kindergruppe ist jederzeit eine ausgebildete Betreuungsperson anwesend. Dies war beide Male, in denen wir unseren Sohn in die Obhut der Kinderkrippe “Kindergarten Hardturm” gaben, nicht der Fall.
  • Wie mir Peter Walter von der Krippenaufsicht mitteilte, steht der Kindergarten Hardturm unter besonderer Beobachtung der Aufsichtsbehörde. Gemäss Krippenaufsicht ist die Betreuung dort “unprofessionell”. Mitarbeiterinnen der Kinderkrippe sollen sich bereits wegen Lohnzahlungen an die Krippenaufsicht gewandt haben, was auch die hohe Fluktuation der Mitarbeiterinnen erklärt.
  • Peter Walter am Telefon: „Sie haben das richtige getan: Kind aus der Krippe nehmen und den Vertrag mit der Krippenleitung kündigen.
  • Auf der Webseite heisst es: ES HAT NOCH FREIE PLAETZE. WIR FREUEN UNS AUF IHREN ANRUF! Die Krippe ist weder über Handy noch übers Festnetz zu erreichen.
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31. August 2010

Was ist dran am “jüdischen Gen”?

Die Sarrazin-Debatte wühlt Deutschland auf. Weshalb sind die Juden so stolz auf ihr “jüdisches Gen”? Weil es die Israel gefährdede These von Shlomo Sand, Professor für Geschichte an der Universität Tel Aviv, widerlegt. Dieser behauptet, die Bibel habe den Mythos des jüdischen Volk erfunden. Der Exodus der Juden aus Palästina habe gar nie stattgefunden. Die Palästinenser seien als konvertierte Juden die Ureinwohner des Landes, das sich Israel nenne. Was gegen Sand sprechen könnte, ist das DNA-Profil “Cohen Modal-Haplotyp”, das häufig bei Juden vorkommt. Gut möglich, dass sich dieses Profil aber erst in der Diaspora als “jüdisches Gen” manifestiert hat. Interessant im Zusammenhang mit der Cause Sarrazin ist auch dieser Artikel auf Polskaweb.

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31. August 2010

Kurze Krippenkarriere

Kindergarten1Damit Eltern ihre Kinder beruhigt und guten Gewissens in die Obhut fremder Personen geben, braucht es Vertrauen. Dieses ist das Kapital jeder Kinderkrippe. Verlässlichkeit und Transparenz in der Kommunikation sind Voraussetzungen  dazu, dass das System Krippe für alle Beteiligten funktioniert. Sind die Grundvoraussetzungen nicht gegeben, nützt auch die farbigste Webseite nichts. Richtig problematisch wird es aber, wenn die Krippenleitung bei Fragen von Eltern in Deckung geht. Solches Verhalten macht Eltern misstrauisch – auch uns.

Ein erstes mal stutzig machte uns, dass Suel F., die Krippenleiterin, meinte, unser achtmonatiger Sohn brauche nur drei Tage Angewöhnungszeit – gerade einmal zwei Tage wurden dem Kleinen zugestanden, der dritte Angewöhnungstag wurde am Vortag von der Krippenleiterin gestrichen. Gut, liebevolle Super-Nannys schaffen das vielleicht trotzdem, dachten wir Laien. Da wir froh sein mussten, überhaupt einen Krippenplatz für unseren Sohn zu haben, gingen wir das Experiment ein. Dass wir den angekündigten Brief mit Informationen zur Angewöhnungszeit nie erhielten, beunruhigte uns weniger. Man kann ja reden miteinander – dachten wir.
Letzte Woche wurde es ernst. Es sollte der Anfang des Endes der kurzen Krippenkarriere unseres Sohnes sein. Beide Male, als wir unseren Sohn morgens in die Krippe brachten, war die Krippenleiterin abwesend. Auf unser Nachfragen, wich die Praktikantin, die eigentlich eine Hauswirtschaftspraktikerin ist, aus. Eigentlich gingen wir davon aus, dass sich ausgebildete Fachperson in der Krippe um die Kleinen kümmern. Fehlanzeige. Als wir dazu sowie zur Eingewöhnungszeit unseres Sohnes haben, ist die Krippenleiterin, eine Tanz- und Bewegungspädagogin, einfach nicht zu erreichen. Später am Telefon, konfrontiert mit Fragen bezüglich der Organisation der Krippe, macht die Frau einen überforderten Eindruck, weicht aus und sagt, sie rufe später zurück, was sie dann aber nicht tut.
Dafür ruft sie an beiden Tagen, an denen wir ihrer Krippe unseren Sohn anvertraut haben, an mit der ultimativen Aufforderung, den Kleinen abzuholen, da er zu viel schreie und sich nur beruhige, wenn man ihn herumtrage. Aha. Bloss: Bezahlen wir nicht gerade dafür die Kinderkrippe? Beide Male müssen einer von uns Eltern abrupt und unvorhergesehen die Arbeit verlassen. Ende der Woche steht für uns fest: Wir haben das Vertrauen in die Krippe verloren und haben glücklicherweise bereits vorübergehend eine andere Betreuungsmöglichkeit gefunden. Der Kündigungsbrief an die Kinderkrippe Hardturm ist unterwegs – eingeschrieben, damit die Krippenleiterin nicht sagen kann, sie hätte ihn nie erhalten. Sicher ist sicher.
Kinder sind Individuen. Und unser Sohn ist anhänglich, wie es seinem Alter entspricht. Sind wir übervorsichtige Eltern, besonders empfindlich oder haben wir uns alles nur eingebildet? Ein Nachfragen bei der Stadt Zürich bringt an den Tag: Aufgrund von Klagen anderer Eltern wird die Kinderkrippe Hardturm von der Krippenaufsicht beobachtet. Die Tage der Krippe mit ihrer heutigen Organisationsform sind gezählt. Im Nachhinein fragen wir uns: War es deshalb so einfach, in dieser Krippe einen Betreuungsplatz zu ergattern? Trotz unserer schlechten Erfahrungen wissen wir, dass in den meisten Tagesstätten seriös geführt sind und die Betreuuerinnen Grossartiges mit und für die ihnen anvertrauten Kinder leisten. Deshalb suchen wir jetzt einen Platz in einer anderen Kindertagesstätte. Am liebsten in Zürich Höngg oder im Kreis 5. Falls Sie etwas wissen: Für einen Tipp sind wir dankbar.
Kindergarten2

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