Weblog-Archiv für den 19.August 2010

Medien und PR: Verstehen, was ist.

19. August 2010

Cannabis-Kioske subito!

Am 2. November 2010 stimmen die Kalifornier ab, ob Cannabis legalisiert werden soll. Die Proposition 19 genannte Vorlage würde, falls sie gutgeheissen wird, den pesönlichen Konsum im Privatbereich legalisieren. Zudem dürfe jede Person auf einer Fläche von rund zwei Quadratmetern Cannabis anpflanzen. Ein Modell, das auch für die Schweiz sinnvoll wäre. Die Zürcher Polizei wäre grundsätzlich für die städtische Hanfabgabe, wie es der Vorstoss der jungen Grünen im Gemeinderat der Stadt verlangt hat; die Gesundheitsbehören sind es ebenso. Und im Prinzip müsste auch der Finanzvorstand die Sache unterstützen. Noch ist es nicht so weit.

Die Eidgenössische Volksinitiative “Für eine vernünftige Hanf-Politik mit wirksamem Jugendschutz” wurde vor zwei Jahren deutlich vom Volk abgeschmettert. Das Problem: Die Initiative konnte den Geruch der Kiffer und ehemaligen Hanflädeli-Mischler nie ganz abstreifen. Um dem Anliegen zum Duchbruch zu verhelfen, müsste mit anderen Argumenten gekämpft werden: Cannabis ist nicht nur eine Nutzpflanze, aus dem sich zum Beispiel Papier herstellen lässt (die amerikanische Unabhängigkeitserklärung wurde auf Hanfpapier verfasst), sondern hat auch einen medizinischen Wert.

Der Stoff wirkt nicht nur bei Mensturationsschmerzen, sondern auch bei Aids, Migräne und weiteren Krankheiten. In den USA, wo der Erwerb von Cannabis in einigen Staaten zu medizinischen Zwecken legal ist, schiessen in Kalifornien (Proposition 215) die Cannabis-Kioske aus dem Boden. Tausenden Konsumenten wird dort auf Rezept Cannabis verkauft. Es ist Zeit für ein Umdenken auch in der Schweiz. Ich kenne eine FDP-Politikerin, die sich regelmässig und illegal gegen ihre chronischen Schmerzen mit Cannabis auf dem Schwarzmarkt eindecken muss. Die staatliche Abgabe von kontrolliertem Cannabis macht Sinn, denn, wie eine Untersuchung der Stadt Zürich gezeigt hat, ist der Stoff auf dem Markt oft mit Pestiziden verscheucht und verschimmelt.

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19. August 2010

Schweizer Wanderkarten ab sofort gratis

SaasFee

Als Geograph und Wanderer war ich bisher ein guter Kunde von Swisstopo. Jetzt bietet mir das Bundesamt einen Rundumservice, der Seinesgleichen sucht – und das erst noch gratis: Wanderkarten, die ich mir aus dem Internet ausdrucken kann. Das Geoinformationsgesetz des Bundes, das seit 2009 in Kraft ist und verlangt, dass die Bundesämter der Bevölkerung alle ihre öffentlich zugänglichen Geodaten zur Verfügung stellt, macht es möglich. Einziges Problem dürfte für viele Benutzer sein: Wie gehe ich mit der wachsenden Datenflut um? Google Maps und Google Earth sehen jedenfalls neben dem Kartenmaterial, das Swisstopo im Internet neu anbietet alt aus. Zu finden sind unter map.geo.admin.ch beispielsweise kartographische Informationen zu Bodennutzung, Geothermie, Wanderwegen und vielem mehr – und es werden noch mehr.
Morgen fahre ich für ein Wochenende nach Saas-Fee, da werde ich mir gleich die entsprechenden Karten ausdrucken. Die Routen sind farblich aufgeteilt nach Wanderwegen (gelb), Bergwanderwegen (rot) und alpinen Wegen
(blau, Bild ganz unten). Interessant auch, dass sich die Veränderung der Landschaft durch vergleich mit älteren Kartenwerken wie der Siegfriedkarte rekonstruieren lässt (im Bild unten der Ausschnitt von Saas-Fee).Siegfried-Karte

KARTETOPO

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