Die Frage muss erlaubt sein: Darf die zivilisierte Welt solche Gräuletaten zulassen. Ich meine: Nich nur jede emanzipierte Frau im westlichen Sinne, die den Bericht Afghan Women and the Return of the Taliban im “Time”-Magazin liest, müsste eigentlich zu einer vehementen Befürworterin des Afghanistan-Einsatzes werden.
Ab 2012 ist in Katalonien der Stierkampf verboten, die “Freunde” des butigen Spektakels müssen künftig in andere Regionen Spaniens ausweichen – oder in die Schweiz, wo den eine weitaus friedlichere Version des Stierkampfes ausgetragen wird. Es ist nicht verwunderlich, dass es sich dabei um ein Messen von weiblichen Tieren handelt: dem Kuhkampf, dem Combat des reines.
Kürzlich stand ich in den Bergen wieder einmal Aug’ in Aug’ mit einer künftigen Kampfkuh (siehe Bild). Und ich muss sagen: Die Viecher der alten Eringer-Rasse haben es in sich und sehen so archaisch aus, wie die spanischen Stiere.
Im Gegensatz zu den Stierkämpfen in Spanien enden die Kämpfe im Wallis allerdings ohne Verletzungen. Ziel ist dabei, die Rangordnung und Leitkuh einer Herde zu ermitteln.
Jedes Jahr finden in den Walliser Tälern die Ausscheidungen für das grosse Finale in Aproz statt. In den einzelnen Dörfern befinden sich die Kuhkampf-Arenen in der Natur. Das kantonale Finale findet im Mai 2011 in Aproz bei Sitten statt. Auch 2010 gibt es noch Ringkuh-Kämpfe im Wallis. Die Termine der nächsten Ausscheidungen im Wallis sind:
Der Walliser Tourismus-Direktor, Urs Zenhäusern, beobachtet einen Aufschwung der alten bäuerlichen Tradition. Er sagte mir: „Wir wollen die Ringkuh-Kämpfe aufwerten. Das Wallis hat eine neue Attraktion.“ In der Tat.