4. August 2010
Poorism: Tourismus-Trend oder Sozial-Projekt?
Mal schauen, wie es sich auf der Strasse lebt? In Utrecht kann man jetzt als Tourist auf Sightseeing-Tour Armut besichtigen gehen. Das Konzept nennt sich Poorism und wird in Utrecht städtisch gefördert.
Dort heisst das Projekt, in den Obdachlose und Drogensüchtige zu Fremdenführeren ausgebildet werden, Utrechtunderground. Ziel ist es, den Touristen das Leben auf der Schattenseite der Domstadt zeigen.
Die Frage ist, ob dieser Tourismus wirklich dem Image der Stadt förderlich ist, was ich zu bezweifeln wage. Wer sich mit Poorism brandet, muss sich nicht wundern, wenn eher junge und wenig kaufkräftige Touristen in die Stadt kommen. Aber vielleicht ist Untrechtunderground ja auch eher als Integrationsprojekt zu verstehen. Als Stadtführer richten die Männer und Frauen möglicherweise weniger Schaden an als wenn sie anderswie tätig wären. Immerhin erhalten sie als Experten für Obdachlosigkeit auch noch 7€ in der Stunde.
Wäre er nicht Fussballspieler geworden würde vielleicht auch Wesley Sneijder, der im Utrechter Stadtteil Ondiep aufgewachsen ist, solche Führungen anbieten. Im Arbeiterviertel, in dem Arbeitslosigkeit und Dorgenkonsum hoch sind, kommt es immer wieder zu Zusammenstössen mit der Polizei.





