Kleine Männer, das heisst, Männer, die kleiner sind als ich (175cm), können selten über ihre Grösse lachen. Gut, die Welt von unten zu sehen, kann kein Vergnügen sein. Wenn einer mal ein bisschen entspannt über seine Grösse reden kann, dann gebührt ihm Ehre, wie in diesem Fall Xavier Hernández i Creus, kurz Xavi (170 cm).
Auf die Frage, weshalb Stierkämpfe mit Kleinwüchsigen in Zaragoza verboten wurden, antwortete Xavi: Heisst das, dass ich meine Leistung nicht erbringe?
Ich meine: Xavi zeigt wahre Grösse. Und ich empfehle das ganze Interview mit ihm (hier übersetzt in English) nicht nur meinen kleiner gewachsenen Mitmännern.
Es war klar, dass Deutschland gestern gegen England gewinnen würde. Die Krake Paul hatte es schliesslich vorausgesagt. Ob Paul in England auch den Gewinner der Partie Deutschland – Argentinien voraussagen darf, weiss ich nicht. Ich werde das Orakel aber im Auge behalten.
Ein einziger WM-Titel vor 44 Jahren. Und dieser wurde erst noch zu Hause und dank einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung (eines Schweizers) errungen. Seither ist England fussballerisch ein Nobody. Die German Angst trifft heute auf die Engländer zu. Der Guardian geht schon fast davon aus, dass das Viertelfinale Endstation sein wird. Tatsache ist: England war auch schon selbstbewusster. Das ist allerigns auch schon 14 Jahre her – und endete im Desaster.
In der Not steht man zusammen. Das war bei bedrohten Völkern schon immer so. Und Gottmar Hitzfeld ist ein Heiliger, den man nicht angreift ausser – man heisst Köbi Kuhn. Nur so ist es zu erklären, dass die Schweiz immer noch die Schuld für die Niederlage gegen Chile beim Schiedsrichter Khalil al-Ghamdi sucht. Dieser ist bekannt als Schiedsrichter, der einen lockeren Umgang mit Karten pflegt. Das hätte man vorher wissen können. Offenbar hat man sich im Umfeld der Schweizer Nationalmannschaft niemand um Informationen über den Saudi bemüht. Ist Hitzfeld wirklich ein Trainer, der sich in der Vorbereitung eines Spieles um jedes Detail kümmert? Die Frage sollte einmal thematisiert werden. Bloss: Mit Ottmar Hilzfeld will sich niemand anlegen, er ist untouchable. Weshalb? Sportjournalisten sind oft mehr Fans als kritische Beobachter. Zudem wollen sie es sich von Berufes wegen sich nicht mit ihren künftigen Interviewpartnern verderben, was nachvollziehbar ist.
I’d rather have my ass kicked by a roomful of people than go out to this dinner, unfortunately no one in this room could do it.
Nein, es ist nicht Clint Eastwood, der dies sagt. Heute muss er bei Barack Obama, dem Chef der “Weicheier” , wie Stanley McChrystal, der oberste US-Krieger in Afghanistan, die Politiker im Weissen Haus nennt, antraben. Dies, nachdem dieser Artikel über ihn in “Rolling Stone” publiziert wurde. In der Wirtschaft aäre er bereits entlassen worden, das ist klar. Aber in der Politik? Wir werden sehen.
Schengen hin oder her: Wer auf der Grenze geht, spricht sich am besten zuerst noch mit der Grenzwache ab. So auch John Harlin (rechts) gestern in St. Gingolph.
Seit heute früh ist der Grenzgänger unterwegs. Die nächsten 1899 Kilometer und 100 Tage wird John Harlin auf der Schweizer Grenze gehen, klettern radfahren und paddeln – und Interessierte können ihm folgen auf Swissinfo. Weshalb er sich dies antut? Ist er ein Borderliner? Nein, es liegt in der Natur des Menschen, immer höher und weiter zu gehen.
Man hat ja bisher einiges gesehen an stil- und liebevoll präpariertem Haupthaar an dieser WM. Einsamer Höhepunkt für mich leistete sich der Ivorer Gervinho – ein klarer Fall für die Frisurenpolizei, wie ich meine. Was wohl Stilexperte Jeroen van Rooijen dazu sagen würde?
Die interessanteste und zugleich merkwürdigste Mannschaft in Südafrika ist Nordkorea. Das Schlussresultat des Spieles gegen Brasilien hat die staatliche Nachrichtenagentur Korea News Service, die übrigens über eine japanische Domain verfügt, übrigens ihrem Volk vorenthalten. Vielmehr wird der Schein erweckt, die Demokratische Volksrepublik haben in einem furchtlosen und heroischen Kampf den Gegner niedergerungen.
Heute Spielen die Untertanen Kim Il Sungs und dessen geliebten Sohns Kim Jong Il gegen Portugal. Wir sind gespannt, was der Korea News Service in die Heimat berichten wird. Vielleicht so etwas:
Abgesehen von einigen wenigen technischen Highlights war das Spiel gestern gegen die Elfenbeinküste ein ziemliches Gemurkse. Spielte die Selecão früher besser? Wehmütige Fussball-Aficionados bemühen in solchen Fällen immer mal wieder die Weltmeistermannschaft Brasilens aus dem Jahr 1970 mit Pelé, Jairzinho, Tostão und wie sie alle hiessen. Bei genauerem Hinsehen stürzt die Überhöhung in sich zusammen. Auffallend auch, wie langsam das Spiel damals war.