24. März 2010
Arme, langsame Schweiz
Die Vernehmlassung zum Ausbau des schweizerischen Bahnnetztes zeigt: Man plant an den Bedürfnissen vorbei und betreibt Pflästerchen-Politik auf einem Schienennetz, das zum grössten Teil noch aus dem vorletzten Jahrhundert stammt.
Tatsache ist: Die Schweiz hat heute die Mittel nicht mehr, um grosse Projekte im Verkehr zielführend zu realisieren. Die Bahn 2030 ist – zusammen mit dem Bau von zwei Neat-Tunneln – Ausdruck dieser Hilflosigkeit in den letzten Jahren. Offenbar haben die Verkehrsplaner nichts aus der Erfolgsgeschichte der Bahn 2000 mit den schnelleren Verbindungen gelernt. Statt auf Geschwindigkeit und Erreichbarkeit, setzt man auf den Ausbau der Kapazitäten. Das ganze soll mindestens 12 Milliarden Franken kosten.
In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an eine Diskussion, die ich vor Jahren mit Verena Diener, damals noch Nationalrätin, führte. Thema waren die Mobilität und die Frage, wie man die Leute dazu bringt, auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen. Ich meinte damals: Mit Swissmetro würden die Ziele der Grünen erreicht. Mit dem Projekt, das damals noch nicht begraben war, wäre die Strecke Zürich-Bern in 15 Minuten machbar gewesen. Der wirtschaftliche Anreiz – Zeit ist Geld – wäre gegeben gewesen. Für solche grossen Würfe hatte Verena Diener kein Gehör. Ihr schwebte vor, die Mobilität zu reduzieren. Ganz nach dem Motto: Wer zufrieden zu Hause ist, hat auch nicht das Bedürfnis, zu verreisen. Das Umsteigen auf den ÖV komme dann von selbst, wenn erst die Benzinpreise explodierten. In der Verkehrspolitik sind die Grünen ebenso gescheitert, wie sie dies mit der 2000-Watt-Gesellschaft noch tun werden.





