16. März 2010
Louis Van Gaal, deutscher Sprachwahrer
Louis van Gaal führte Deutsch als Amstsprache im FC Bayern München ein und betätigte sich im letzten Jahr als kreativer Wortschöpfer: “Fussballen”. Endlich ein Verb, das die Ausübung des beliebtesten Sportes der Welt umschreibt. Dafür landete van Gaal auf Platz drei der Sprachwahrer des Jahres 2009 – hinter
Karl-Theodor zu Guttenberg und Ulrich Wickert. Die Deutsche Sprachwelt, Verein für Sprachpflege, verleiht die Auszeichnung jedes Jahr.
Bevor Aloysius Paulus Maria „Louis“ van Gaal am 1. Juli 2009 sein Amt in München antrat, büffelte er erst einmal richtig Deutsch. Zwar hatte er Hochdeutsch bereits in der Schule gelernt, aber das reichte ihm nicht. Eine Woche lang paukte er mit Hilfe eines Privatlehrers täglich von 9 bis 18 Uhr die deutsche Sprache. Um ungestört üben zu können, wollte er sich ursprünglich sogar in ein Kloster zurückziehen. Doch die Ehefrau hatte dagegen Einspruch erhoben. Deutsch als alleinige „Amtssprache“ einzuführen, war eine der ersten Maßnahmen van Gaals als Bayern-Trainer. Alle Besprechungen finden nun auf deutsch statt. Inzwischen ist das sogar in einem Verhaltenskatalog schriftlich festgehalten. Denn die Edelfußballer des FC Bayern München kommen aus aller Herren Länder, weswegen die Verständigung unter den Spielern bisweilen schwierig ist. Van Gaals Vorvorgänger Jürgen Klinsmann hatte noch alle Spieler dazu verpflichtet, Fremdsprachen zu lernen. – Auch die deutschen Spieler nahm er davon nicht aus! Klinsmann war sogar so weit gegangen, Englisch als zweite „Amtssprache“ einzuführen. Ganz anders und überhaupt nicht abgehoben verhält sich dagegen Louis van Gaal. Er stellte klar: „Wer in Deutschland spielt, muß sich der Kultur anpassen. Dazu gehört die Sprache.“ Dabei betätigte sich van Gaal auch als Wortschöpfer, wie die Abendzeitung schreibt: „Den Titel Sprachwahrer 2009 müßte ‚van Chhhhhaal‘ allein für den Simplizissimus ‚fußballen‘ bekommen, etwa: ‚Wir haben diszipliniert gefußballt‘.“ Wie ernst es van Gaal mit der deutschen Sprache ist, wird anhand der Begebenheit deutlich, daß er einem Spiegel-Mitarbeiter, der das Gespräch mit ihm auf englisch oder spanisch führen wollte, antwortete: „In welchem Land befinden wir uns gerade, was denken Sie?“ – Das Gespräch fand auf deutsch statt. Also: „Bewaar die taal, van Gaal!“ (Thomas Paulwitz)
Und so tönt der wortgewaltige van Gaal, künstlerisch etwas aufgepeppt, auf Holländisch.






Der FC-Bayern-Thread - Diskussionen, Lästereien, Lobhudeleien -3- - Seite 27 - DIGITAL FERNSEHEN - Forum am 22. März, 2010 um 12:12 Uhr #
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