29. März 2010
Kath. Kirche: Aufarbeitung vor Kampagne
Die römisch-katholische Kirche lanciert eine Image-Kampagne. Wichtiger wäre die Aufarbeitung der sexuellen Übergriffe. Zum vollständigen Interview in der “Neuen Luzerner Zeitung”.
29. März 2010
Die römisch-katholische Kirche lanciert eine Image-Kampagne. Wichtiger wäre die Aufarbeitung der sexuellen Übergriffe. Zum vollständigen Interview in der “Neuen Luzerner Zeitung”.
26. März 2010
25. März 2010
Amerikanische Bischöfe informierten 1996 den damaligen Kardinal Ratzinger über Missbrauchsfälle, doch dieser schützte als Präfekt der Glaubenskongregation
den fehlbaren Pfarrer, der in Wisconsin taube Kinder missbraucht hatte. Mehr…
24. März 2010
Die Vernehmlassung zum Ausbau des schweizerischen Bahnnetztes zeigt: Man plant an den Bedürfnissen vorbei und betreibt Pflästerchen-Politik auf einem Schienennetz, das zum grössten Teil noch aus dem vorletzten Jahrhundert stammt.
Tatsache ist: Die Schweiz hat heute die Mittel nicht mehr, um grosse Projekte im Verkehr zielführend zu realisieren. Die Bahn 2030 ist – zusammen mit dem Bau von zwei Neat-Tunneln – Ausdruck dieser Hilflosigkeit in den letzten Jahren. Offenbar haben die Verkehrsplaner nichts aus der Erfolgsgeschichte der Bahn 2000 mit den schnelleren Verbindungen gelernt. Statt auf Geschwindigkeit und Erreichbarkeit, setzt man auf den Ausbau der Kapazitäten. Das ganze soll mindestens 12 Milliarden Franken kosten.
In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an eine Diskussion, die ich vor Jahren mit Verena Diener, damals noch Nationalrätin, führte. Thema waren die Mobilität und die Frage, wie man die Leute dazu bringt, auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen. Ich meinte damals: Mit Swissmetro würden die Ziele der Grünen erreicht. Mit dem Projekt, das damals noch nicht begraben war, wäre die Strecke Zürich-Bern in 15 Minuten machbar gewesen. Der wirtschaftliche Anreiz – Zeit ist Geld – wäre gegeben gewesen. Für solche grossen Würfe hatte Verena Diener kein Gehör. Ihr schwebte vor, die Mobilität zu reduzieren. Ganz nach dem Motto: Wer zufrieden zu Hause ist, hat auch nicht das Bedürfnis, zu verreisen. Das Umsteigen auf den ÖV komme dann von selbst, wenn erst die Benzinpreise explodierten. In der Verkehrspolitik sind die Grünen ebenso gescheitert, wie sie dies mit der 2000-Watt-Gesellschaft noch tun werden.
22. März 2010
Zum Thema Grossgeister: Hier zwei sensationelle Talkshow-Videos, die in einem Abstand von 30 Jahren aufgenommen wurden.
22. März 2010
Nicht nur dieses Fenster, die ganze Kirche gehört erneuert. Im Selbstverständnis der katholischen Kirche stand man bisher über dem weltlichen Recht, deshalb hat man die Fälle von Kindsmissbrauch “intern” gelöst. Es ist an der Zeit, in der Kirche eine Grundsatzdiskussion über das Verhältnis zum Staat zu führen.
18. März 2010
Die Büros der Walliser Kantonsverwaltung bleiben vom Donnerstagabend, 18. März, bis Montagmorgen, 22. März 2010, 8.00 Uhr geschlossen.
Offizieller Feiertag ist der Josefstag in den Kantonen Schwyz, Nidwalden, Tessin, Uri und Wallis sowie Teilen Zugs, Luzerns und Graubündens. Und ich bin krank im Bett.
16. März 2010

Vor 100 Jahren gabs in der Kleidung noch kaum Unterschiede zwischen den Frauen im anatolischen Hochland und in den Schweizer Alpen. Die stolzen Frauen sind Sennerinnen auf ihrer Alp in Champéry im Kanton Wallis. Das Bild aus dem Jahr 1910 ist eines von Aquarellisten kolorierten Glas-Diapositiven aus den Beständen des Österreichischen Volkshochschularchives. Veröffentlicht wurde es im soeben im Christian Brandstätter Verlag in Wien erschienenen Buch “Mythos Alpen”. Das sehr ansprechend gestaltete Buch zeigt immer wieder Bilder mit selbstbewussten Berglern aus der Zeit vor der Globalisierung. Der Blick zurück tut gut. Besonders, wenn man nicht weiss, wies weitergehen soll. Stichworte: Aufgabe der Alpen und Konzentration auf Metropolitanregionen.

Blick vom Gornergrat aufs Matterhorn (um 1900).
16. März 2010
Louis van Gaal führte Deutsch als Amstsprache im FC Bayern München ein und betätigte sich im letzten Jahr als kreativer Wortschöpfer: “Fussballen”. Endlich ein Verb, das die Ausübung des beliebtesten Sportes der Welt umschreibt. Dafür landete van Gaal auf Platz drei der Sprachwahrer des Jahres 2009 – hinter
Karl-Theodor zu Guttenberg und Ulrich Wickert. Die Deutsche Sprachwelt, Verein für Sprachpflege, verleiht die Auszeichnung jedes Jahr.
Bevor Aloysius Paulus Maria „Louis“ van Gaal am 1. Juli 2009 sein Amt in München antrat, büffelte er erst einmal richtig Deutsch. Zwar hatte er Hochdeutsch bereits in der Schule gelernt, aber das reichte ihm nicht. Eine Woche lang paukte er mit Hilfe eines Privatlehrers täglich von 9 bis 18 Uhr die deutsche Sprache. Um ungestört üben zu können, wollte er sich ursprünglich sogar in ein Kloster zurückziehen. Doch die Ehefrau hatte dagegen Einspruch erhoben. Deutsch als alleinige „Amtssprache“ einzuführen, war eine der ersten Maßnahmen van Gaals als Bayern-Trainer. Alle Besprechungen finden nun auf deutsch statt. Inzwischen ist das sogar in einem Verhaltenskatalog schriftlich festgehalten. Denn die Edelfußballer des FC Bayern München kommen aus aller Herren Länder, weswegen die Verständigung unter den Spielern bisweilen schwierig ist. Van Gaals Vorvorgänger Jürgen Klinsmann hatte noch alle Spieler dazu verpflichtet, Fremdsprachen zu lernen. – Auch die deutschen Spieler nahm er davon nicht aus! Klinsmann war sogar so weit gegangen, Englisch als zweite „Amtssprache“ einzuführen. Ganz anders und überhaupt nicht abgehoben verhält sich dagegen Louis van Gaal. Er stellte klar: „Wer in Deutschland spielt, muß sich der Kultur anpassen. Dazu gehört die Sprache.“ Dabei betätigte sich van Gaal auch als Wortschöpfer, wie die Abendzeitung schreibt: „Den Titel Sprachwahrer 2009 müßte ‚van Chhhhhaal‘ allein für den Simplizissimus ‚fußballen‘ bekommen, etwa: ‚Wir haben diszipliniert gefußballt‘.“ Wie ernst es van Gaal mit der deutschen Sprache ist, wird anhand der Begebenheit deutlich, daß er einem Spiegel-Mitarbeiter, der das Gespräch mit ihm auf englisch oder spanisch führen wollte, antwortete: „In welchem Land befinden wir uns gerade, was denken Sie?“ – Das Gespräch fand auf deutsch statt. Also: „Bewaar die taal, van Gaal!“ (Thomas Paulwitz)
Und so tönt der wortgewaltige van Gaal, künstlerisch etwas aufgepeppt, auf Holländisch.