Medien und PR: Verstehen, was ist.

30. November 2009

Islam ist da, aber noch nicht angekommen

Die Parteien reiben sich die Augen: nicht wie von ihnen empfohlen, haben die Stimmberechtigten die Minarett-Initiative bachab geschickt. Muslime sind empört, die ausländische Presse prangert die Schweiz an. Was ist geschehen?

  1. Die Schweizer Parteien haben beim Stimmvolk das Vertrauen verloren. Dieses hört auf seinen Bauch, wenns kritisch wird. Die Parteien haben die Bodenhaftung verloren und sich immer mehr vom Volk entfernt.
  2. Das Islam ist zwar da, ist aber in der Schweiz noch nicht angekommen. Oder haben Sie je einen Iman gesehen, der einer Landessprache kundig ist? An Diskussionen im Vorfeld der Abstimmung nahmen nur Intellektuelle aus Antirassismus-Organisationen oder Wissenschaftler teil. Weshalb fand sich unter den 150’000 Albanern im Land kein einziger deutschsprechender Muslim, der in den Medien seine Religion erklärte?
  3. Die Minarettinitiative verbietet Minarette, nicht aber den Islam. Es herrscht immer noch Religionsfreiheit im Land.

Was ist zu tun?

  1. Der Islam in der Schweiz muss sich um Lokalkolorit bemühen. Dies geht nur über die Sprache. Eine Aufklärungskampagne der Moslems in der Schweiz würde dem Volk die Angst vor dem Islam nehmen.
  2. Die Muslime sollten eine Aufklärungskampagne starten und sich um die Schweizer bemühen. Das Volk weiss nicht, wie die Imame denken und was sie in den Moscheen predigen. Der Islam ist zwar da, aber nicht in der Schweiz angekommen.
  3. Die Schweizer Parteien tun gut daran, die Ängste im Volk nicht zu unterschätzen. Die Verwahrungsinitiative lässt grüssen. Wer seine Ziele vor dem Volk durchbringen will, muss Aufklärungsarbeit leisten. Die Schweizer Parteien haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht.
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4 Kommentare zu „Islam ist da, aber noch nicht angekommen“

  1. tin am 30. November, 2009 um 09:01 Uhr #

    Sobald nur noch “vom Bauch her” argumentiert wird, sind auch gemachte Hausaufgaben völlig nutzlos. Sobald nur noch Emotionen Spiel sind, statt den Verstand zu brauchen, nützen auch die besten Argumente nichts mehr.

  2. Philippe Welti am 30. November, 2009 um 14:15 Uhr #

    Immer gut zu lesen, was das WSJ dazu meint.

  3. mds am 30. November, 2009 um 18:52 Uhr #

    Die Verwahrungsinitiative lässt grüssen – insbesondere, was die Nicht-Umsetzung betrifft …

  4. Judith Mellan am 2. Dezember, 2009 um 17:01 Uhr #

    beschreibung der kulturdifferenz:
    1- frauen stehen unter mann
    2- religion=staat
    3- religion=justiz
    4- intoleranz: andersdenkende sind mit ”feuer u schwert zu bekämpfen”

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