Mir schwant Böses: Ich muss Cablecom beibringen, dass wir nur noch einen Hispeed-Anschluss benötigen und erst noch DigitalPhone, aber mit einer neuen Nummer. Ich könnte ja auch zu Sunrise wechseln, aber scheint genauso kompliziert wie bei Cablecom, wo ich vorhin rund fünf Minuten in der telefonischen Warteschlaufe hing. Weshalb ich nicht zu Swisscom wechsle? Ich investiere nicht in träge Staatsbetriebe, die sich immer noch gegen jeglichen Wettbewerb sperre, ihre Pfründen versuchen zu verteidigen und in denen Berner die Beamtenmentalität grassiert. Dass ich während meiner Studienzeit jahrelang von der Swisscom abgezockt wurde, vergesse ich nicht so schnell. Alles klar?
Solche aufnahmen sieht man selten. Dank der unterlegten Musik dürfte sich das Video auch an jeder Party gut machen. Das Unternehmen Kurzzeit aus dem deutschen Würzburg ist auf die Anfertigung von Videoaufnahmen mit einer Million Bildern pro Sekunde spezialisiert. Zielgruppe des Unternehmens sind nicht Partygänger, sondern Kriminalämter und Ballistik-Experten. Das Messe-Video von Kurzzeit kam vor wenigen Tagen in falsche Hände und wurde zum Hit auf Youtube. Als Folge davon brachen die Server des Unternehmens unter der über 100’000 Anfragen auf der Webseite ein. Trotz dem kurzfristigen Ärger: Das Unternehmen wurde weltweit bekannt. Und vielleicht eröffnet sich noch das eine oder andere Geschäftsfeld.
Leo Wundergut hofft auf die virale Verbreitung seines Songs. Und ich trage mal meinen Teil dazu bei. Für Zürich mag seine Aussage zutreffen. In Bern siehts anders aus…
…weil ich umziehe und meine Noch-Wohnung nicht von einer “Raumpflegerin” gepflegt, sondern von einer Putzfrau geputzt werden soll. Eine Putzfrau will mit putzen Geld verdienen. Es ist ihr dabei egal, ob ich sie als “Raumpflegerin” oder Putzfrau bezeichne. Nur sehen das die selbsternannten Beschützer der Putzfrauen vor Diskriminierung nicht so. Vielleicht sollten Sie mal mit einer Putzfrau reden.
Im Schweinegrippe-Hype haben sich die Medien in diesem Sommer selber übertroffen. Und jetzt? Irgendwie findet die Schweinegrippe nicht statt. Und wenn doch einmal, dann erfahren sie nichts davon. Beispiel gefällig: Der Kindergarten Egelsee in Bern. Dort sind vor 10 Tagen 15 von 23 Kindern an der Schweinegrippe erkrankt. Bloss hats kaum jemand bemerkt. Die Grippe verlief relativ harmlos. Da zu spät erkannt, dürften sich einige andere Personen angesteckt haben. Vorgestern erst haben die Eltern dann ein Merkblatt zur Schweinegrippe erhalten. Einfach nur bernische Langsamkeit, oder ein Versagen des Schweinegrippe-Alarmsystems?
China wächst immer noch. Und zwar Stramm auch in der Krise. Kürzlich sagte mir eine Managerin eines China-Aktienfonds, sie rechne mit einem Wachstum von 8 Prozenten in diesem Jahr. Aus China höre ich anderes. Zum Beispiel dies:
Mit einem Export-Anteil am BIP von rund 40 Prozent und massiv eingebrochenen Exporten gelingt es der chinesischen Regierung nur durch Billionen-USD-Investments das Wachstum aufrecht zu erhalten. Ohne Wachstum habe die Millionen von Menschen, die jedes Jahr in die Städte ziehen, keine Arbeit. Es drohen massive Probleme. Der staatliche Wirtschaftsstimulus fliesst – finanziert über die fünf Staatsgrossbanken – in die Infrastruktur. Damit ist zwar Wachstum fast schon exakt prognostizierbar, aber auch ein gigantischer Strukturwandel verbunden, der in den Regionen, wo die Fabriken leer stehen. in keiner Weise verdaut ist. Für die kommenden zwei Jahre wird es in China wirtschaftlich weiterhin gut aussehen. Dann aber droht der Regierung irgendwann das Geld ausgehen, und wenn die Weltwirtschaft nicht anspringt, wird es auch hier eher düster aussehen. Man sagt zwar China sei reich – 2.500 Milliarden USD, wenn die Regierung aber nur 2.000 USD für jeden Chinesen für die angekündigte Gesundheitsreform und Pensionssicherung in die Hand nimmt, ist alles verbraucht. Per capita ist die Decke daher dünner, als man meinen würde, und rechnet man die neuen Bankdarlehen in die Staatsschulden ein, dann wackelt auch in China einiges.
Fussballspieler sind wie Banker vor, während und nach der Krise: Sie heuern dort an, wo sie während ihrer Karriere so viel Geld anhäufen können, damit es auch danach noch gut damit leben lässt. Einige Fans wollen jetzt den selbenden Grasshopper-Club retten. Die meisten dieser oft Fans werden nicht einmal halb so viel verdienen, wie der schlechtbezahlteste Kicker. Trotzdem leeren sie ihre Sparkässeli, um “ihrem” Klub zu helfen. Die Liebe zum Klub macht eben blind. Klar, dass die Spieler die Fan-Aktion toll finden.
Bloss, weshalb sagt keiner der hochbezahlten Spieler:
Wir finden es toll, dass ihr uns unterstützt. Um den Klub zu retten, verzichten wir monatlich auf CHF 5000 unserer Lohntüte.
Wie muss ein politisches Plakat aussehen, damit es seine Wirkung entfaltet? Seine Botschaft muss in einer Sekunde verstanden werden. Klar, dass dies nur mit einer Überspitzung des Sachverhaltes gelingt. Differenzierung ist hier fehl am Platz. Jetzt tut die SP genau das, was sie der SVP immer vorwirft: Sie spielt auf den Mann, in diesem Falle die Frau.
Ich war ja schon einige Male im Stade de Suisse in Bern – an Champions-League-Spielen des FC Thun. Den roten Sitz (The Hot Seat) habe ich allerdings im Stadion nie gesehen. Vielleicht, weil er im rot-weissen Thuner Fahnenmeer unterging. Tatsache ist: Wer bei den Young Boys aufgenommen werden will, muss auf den heissen Stuhl. Weitere – ähnliche – Initiations-Rituale gibts hier.