Fussballspieler sind wie Banker vor, während und nach der Krise: Sie heuern dort an, wo sie während ihrer Karriere so viel Geld anhäufen können, damit es auch danach noch gut damit leben lässt. Einige Fans wollen jetzt den selbenden Grasshopper-Club retten. Die meisten dieser oft Fans werden nicht einmal halb so viel verdienen, wie der schlechtbezahlteste Kicker. Trotzdem leeren sie ihre Sparkässeli, um “ihrem” Klub zu helfen. Die Liebe zum Klub macht eben blind. Klar, dass die Spieler die Fan-Aktion toll finden.
Bloss, weshalb sagt keiner der hochbezahlten Spieler:
Wir finden es toll, dass ihr uns unterstützt. Um den Klub zu retten, verzichten wir monatlich auf CHF 5000 unserer Lohntüte.
Wie muss ein politisches Plakat aussehen, damit es seine Wirkung entfaltet? Seine Botschaft muss in einer Sekunde verstanden werden. Klar, dass dies nur mit einer Überspitzung des Sachverhaltes gelingt. Differenzierung ist hier fehl am Platz. Jetzt tut die SP genau das, was sie der SVP immer vorwirft: Sie spielt auf den Mann, in diesem Falle die Frau.
Ich war ja schon einige Male im Stade de Suisse in Bern – an Champions-League-Spielen des FC Thun. Den roten Sitz (The Hot Seat) habe ich allerdings im Stadion nie gesehen. Vielleicht, weil er im rot-weissen Thuner Fahnenmeer unterging. Tatsache ist: Wer bei den Young Boys aufgenommen werden will, muss auf den heissen Stuhl. Weitere – ähnliche – Initiations-Rituale gibts hier.