Weblog-Archiv für September 2009

Medien und PR: Verstehen, was ist.

24. September 2009

Kosovo – nichts zu branden

Ein in der Schweiz wohlbekannter Kosovare, der im noch jungen Staat Karriere gemacht hat, sorgt sich um das Image seines Landes. Jetzt hat Premier Hasim Thaci die PR-Firma Saatchi & Saatchi beauftragt, mit einer Werbekampagne den Kosovo in ein besseres Licht zu rücken. Das Problem: Branding ohne positive Inhalte funktioniert nicht. Und die Botschaft, das in doppeltem Sinne jüngste Land Europas zu sein, ist noch kein Wert. Was will man vom Kosovo zeigen? Der Fremdverwaltete Staat am Gängelband der EU, das Armenhaus Europas, in welchem auch noch das albanische Gewohnheitsrecht, der Kanun, praktiziert wird, hat weder Sicherheit noch Stabilität zu bieten. Was an landschaftlicher Schönheit da ist, ist zum Teil noch vermint und touristisch uninteressant – aussgenommen vielleicht von einigen Ethnologen. Der Kosovo ist zudem zu über 90 Prozent von ethnischen Albanern bewohnt, die von einem Grossalbanien träumen – keine gute Voraussetzungen für ein Nation Branding, wenn dieses keine Spitzenprodukte oder Werte zu kommunizieren hat. Die meisten serbisch-orthodoxen Kirchen sind zerstört, Kulturgüter praktisch nicht mehr vorhanden. Das Image des Kosovo zu ändern ist eine langfristige Aufgabe. Ich behaupte: Das Land in seiner heutigen Form wird verschwinden oder in Albanien aufgehen, bevor es neu poritioniert ist.

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24. September 2009

Gaddhafi – der göttlich besesse Clown

Das muss man sich mal in Ruhe zu Gemüte führen. Selten war eine Rede vord er UNO-Vollversammlung unterhaltsamer. Als göttlich besessene Jammerer packt Colonel Gaddhafi alles in seine Rede: Der Kennedy-Mord, die Dritte Welt, die Juden, Europa, die Taliban. Der Mann ist ein Clown. Nur Chruschtschow war noch besser.

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23. September 2009

Bicoooos of dö Raaais Of dö Siiilewl

Ich muss zugeben: Auch ich habe einen Akzent.

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23. September 2009

Busacca – angeschossener Hirsch

Die Meldung, dass Massimo Busacca, der Platzhirsch unter den Schweizer Schidesrichtern, den YB-Fans den Stinkefinger gezeigt hat, ging via Nachrichtenagenturen um die Welt. Während Schiedsrichterobmann Urs Meier die Tat bereits mit drei Spielsperren sanktionierte, blieben Reaktionen von Uefa und Fifa bisher aus. Dies könnte sich noch ändern. Mit seinem Verhalten hat sich Busacca angreifbar gemacht. Trittbrettfahrer wie im untenstehenden Video dichten ihm nun an, während eines Spiels auf den Rasen gepinkelt zu haben. Der ganze Sturm ist für Busacca noch lange nicht ausgestanden.

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23. September 2009

Der Klon der “NZZ am Sonntag”

Die „NZZ“ im neuen Layout wird zum Abbild ihrer erfolgreichen Tochter, der „NZZ am Sonntag“. Mir persönlich gefällt die neue „NZZ“. Das Layout wirkt „luftiger“, die Zeitung damit weniger schwer. Es ist wie immer, wenn sich eine Zeitung eine neue Blattstruktur und ein neues Layout genehmigt:  Einige wenige Leser schreien ein paar Tage Zetermordio bis sich die Aufregung gelegt hat und man sich im neuen Blatt zurechtfindet.

Die Ausrichtung, weg von den News, die man am Vortag schon aus den elektronischen Medien kennt, und hin zu Vertiefung des Geschehens macht Sinn und zeigt in die Zukunft. Die Hintergrundberichte zur Organspende und dem Risiko bei Trendsportarten im Inland sind Zeugnis der neuen Strategie. Ob die „Alte Tante“ damit ihren Leserschwund aufhalten kann, wird sich weisen. Wohltuend ist die Bildsprache, die mehr Gewicht erhält – die „NZZ“ ist im 21. Jahrhundert angekommen.

Die „NZZ“ wird mit dem neuen Layout auch für Inserenten wieder attraktiver. Doch auch falls das einzige Schweizer Weltblatt den empfindlichen Aderlass der Redaktion inhaltlich verkraftet, die Gruppe bleibt als Investment nur für Liebhaber attraktiv. Dass sich der Kurs der „NZZ“-Aktie, die gegenüber dem Vorjahr um 38 Prozent auf 48‘000 Franken abgesackt ist, wieder auf 350‘000 Franken steigt wie noch vor 20 Jehren, ist unwahrscheinlich.

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22. September 2009

Anna Maier, die neue Nella Martinetti?

Sie ist jung und schön und offenbar beseelt davon, die Welt an ihrem Liebesleben teilhaben zu lassen. Anna Meiers neuster Coup: Sie will ihren Piloten heiraten, der ihr auf einem Berg einen Heiratsantrag gemacht hat. Schön. Der Rückblick auf die letzten Beziehungen der Unternehmerin und Moderatorin zeigt, dass diese offenbar nicht immer sehr überlegt eingegangen worden sind, was sich auch in der Begründungen der Trennungen manifestierte:

  • 2000 – 2003: Marc Jäggi
  • 2003 – 2005: Pascal Billeter
  • 2005 – 2008: Niklaus Hilber
  • 2008 – 2009: Matthias Müller
  • 2009 – ……..: Urs Bruggisser

Wer sein Leben der Öffentlichkeit so präsentiert, läuft Gefahr, seine Glaubwürdigkeit zu verlieren. Diese hat nicht erst seit dem Ausstieg bei “3+” gelitten. Falls Anna Meier auch ihr inflationäres Liebesleben nicht in den Griff kriegt, wird sie bald nur noch wie Nella Martinetti belächelt werden, die sich zur tragischen Figur entwickelt hat.

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21. September 2009

FDP Schweiz: Kommunizieren wie Ludwig XIV.

Damien Cottier, 34-jährig, ist seit einem Jahr ist er Kommunikationschef der FDP Schweiz und mitverantwortlich für die kommunikative Startniederlage seines Bundesrates Didier Burkhalter, der sich am letzten Freitag weigerte, mit Roger Köppel von der „Weltwoche“ in der „Arena“ die Klingen zu kreuzen. Um zu verstehen, wie Cottier denkt, genügt ein Blick auf die Homepage des Historikers: Der Mann versteht die Politik als eine erhabene Kunst, in der man sich nicht mit banalen Erklärungen für sein Tun aufhalten sollte. Symptomatisch für die Denkweise Cottiers: “la politique exige de la dignité”, die „Politik verlangt einen würdevollen Auftritt“. Cottier ist in der FDP am falschen Ort. Denn heute herrscht nicht mehr Sonnenkönig Ludwig XIV., sondern Barack Obama, der ein glänzender Kommunikator ist.

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21. September 2009

Köppels Werbe-Spott

Weil er so gut war.

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19. September 2009

Didier Burkhalter scheut Konfrontation

Die gestrige “Arena” zeigt symptomatisch auf, wie es um die politische Kultur im Land steht:

  • Das gebührenfinanzierte Statsfernsehen gebärdet sich als staatlicher Propagandasender, der sich von den Parteien diktieren lässt, wer an einer Sendung teilnehmen darf und wer nicht. Wir nähern und italienischen Verhältnissen.
  • Der Bundesrat einer Partei, die sich liberal nennt, verweigert die politische Auseinandersetzung und scheut den öffentlichen Wettbewerb der Ideen. Nur so ist es zu erklären, dass Neu-Bundesrat Didier Burkhalter nicht in der “Arena” auftreten wollte, sollt dort auch “Weltwoche” Roger Köppel mitdiskutieren. Kein gelungener Start für Burkhalter. Vom wem wird der Mann eigentlich beraten?

Mit dem TV-Spot mit der Aussage “Was ich heute in der Arena nicht sagen darf, lesen Sie in der nächsten Weltwoche. Herzlich, Ihr Roger Köppel.” hat der Geächtete die Deinitionsmacht in die Hand genommen. Man darf gespannt sein, wie er in der nächsten “Weltwoche” das Ereignis ausschlachten wird.

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18. September 2009

Dirty Harry mit dem Alter immer besser

Harald Schmidt hat ohne Oliver Pocher Peter zu alter Form zurückgefunden. Gottseidank!

Zur letzten Sendung.

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