Weblog-Archiv für den 16.Juli 2009

Medien und PR: Verstehen, was ist.

16. Juli 2009

Preis für irrtümliche Hinrichtung?

Die “Weltwoche” widmet sich heute ausführlich dem Fall “Swissfrist”. Roger Köppel fordert darin die Jury des Zürcher Journalistenpreises auf, den Preisträgern die Auszeichnung zu aberkennen. Schwach ist deshalb die Begründung der Jury, dies nicht zu tun. Journalisten tun sich schwer, auf einen Entscheid zurückzukommen. Gedruckt ist eben gedruckt. Ist es das?

Die Jury muss die aus dem Vorjahr eingereichten Arbeiten jeweils aus der momentanen Situation heraus beurteilen. Sie hat keine Möglichkeiten, die publizierten Fakten nachzurecherchieren. Sie kann deshalb das Risiko, dass sich eine prämierte Berichterstattung später als problematisch herausstellt, nicht vermeiden. Wollte sie es dennoch tun, dürfte sie fortan keine Aufdeckungen mehr beurteilen. Dann aber würde sie genau denjenigen Journalismus ausklammern, der die öffentliche Aufgabe, die den Medien in einer demokratischen Gesellschaft zukommt, wahrnimmt. Dies wiederum würde klar
dem Stiftungszweck entgegenlaufen.

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