Von Latour habe er taktisch nicht profitiert, sagte mir einst ein Spieler aus dem Kader des Grasshopper-Clubs. Die Aussage bestätigt: Hanspeter Latour mag ein grosser Motivator und Sprücheklopfer sein, wofür ihn die Medien geliebt haben, eine Mannschaft aufbauen kann er nicht. Er steht damit in einer Reihe mit Jürgen Klinsmann, Christoph Daum und Christian Gross, wobei letzterer immerhin einige Titel geholt hat. Für alle diese Trainer-Typen gilt: Ihre Motivationskünste verpuffen früher oder später. Fussballlehrer wie Ralf Rangnik und Guus Hiddink sind grosse Trainer. Sie erreichten durch optimale Zusammensetzung ihrer Mannschaften auch ohne grosse Namen Erfolge. Ciriaco Sforza könnte so einer wie sie werden, muss allerdings noch Erfahrungen sammeln. Er wird den GC weiterbringen als Latour.
Die Briten sind noch bereit, für Qualität etwas zu bezahlen. Trotz Wirtschaftskrise leistet sich die Mittelschicht noch Ferien im Ausland – zum Beispiel in der Algarve, wo ich letzte Woche in paar Tage verbrachte. Im Unterschied zu den Deutschen und Schweizern versucht der Brite – dazu gehören auch die Schotten – den Preis nicht zu runterzuhandeln, wie mir meine Cousine erzählt hat, die seit Jahren in Santa Luzia bei Tavira Ferienwohnungen vermietet. Offenbar lässt sich der Brite die schönste Zeit des Jahres noch etwas kosten. Während Schweizer und Deutsche die neuen Schotten markieren. Vielen von ihnen sind 900 Euro pro Woche in der Hochsaison im Juli zu viel – für eine Wohnung für bis zu sechs Personen mit drei Schlafzimmern, einem Wohnzimmer sowie Pergola, Terrasse und direkter Zugang zum Schwimmteich. So erhält denn meine Cousine unzählige Anfragen von Schweizern und Deutschen, die aber dann nicht zu einem Geschäftsabschluss führen. „Wenn Sie im Ausland weilen, verlieren die Schweizer ihr Qualitätsbewusstsein. Portugal ist kein Entwicklungsland mehr“, sagt Tamar Welti. Sie ist nicht die einzige mit ihrer Analyse. Ins selbe Horn bläst ein Schweizer, der im selben Dorf zwei Ferienwohnungen vermietet.
Journalismus sollte die Welt erklären und Ereignisse gewichten und einordnen. Dies gilt auch für die “Tagesschau” des Schweizer Fernsehens. In “Saldo” nimmt heute Rolf Hürzeler das Flaggschiff des Senders unter die Lupe. Seine Analyse, die ich teile: Die Tagesschau ist ein kritikloses Propagandaorgan der Regierungen, das viele Verlautbarungen von sich gibt und die Vorgänge in der Schweiz nicht wirklich erklärt, da kaum eigene Recherchen getätigt werden. Aus diesem Grund werden viele Beiträge auch nicht verstanden. Fazit: Mission nicht erfüllt. Hier gehts zum ganzen Artikel.
Ein paar Anrufe haben ich gekriegt auf mein Inserat für eine Wohnung. Es war allerdings kein potentielles Scheidungspaar darunter. Vielleicht sollte ich einen anderen Marketing-Ansatz prüfen. Hier drei weitere Möglichkeiten.
Mitleid: Müssen wir bald unter der Brücke schlafen? Oder in einem Stall? Zwei Erwachsene und ein Kind suchen ein Dach überm Kopf. Das Problem hier: jeder kennt das Gejammere von Leuten, die eine Wohung suchen. Hört man es zum X-ten Male, hört man es nicht mehr wirklich.
Jööö-Effekt nutzen: Ich lasse meine 7-jährige Tochter eine Bild zeichnen. Hinzu schreibt sie: Hat es für mich keinen Platz in Zürich? Ich suche eine Wohnung, in der es auch für Papa und seine Freundin Platz hat.
Drohung: Wenn Sie uns keine Wohnung geben, dann müssen wir uns eben selbst eine holen und werden Hausbesetzer – auch Ihr Haus ist nicht sicher vor uns.
Und sonst gilt das Prinzip: Belästige deine Freunde bis du was passends gefunden hast. In diesem Sinne wiederhole ich es: Wir suchen eine 4-Zimmer-Wohnung in Zürich.
Schön, dass nicht jedes Zeichen, das uns vertraut ist, dem Zeitgeist geopfert wird. Jeden Tag komme ich an dieser Fussgängerstreifen-Hinweistafel vorbei und muss schmuzeln. Der Mann auf dem Schild erinnert an eine ferne Zeit, als Männer noch Hüte trugen, es das Fräulein noch gab und man Verabredungen planen musste, da man sich nicht kurzfristig mit dem Handy koordinieren konnte. Die Männer mit Hüten in unserem Strassebild sind ganz schön Zeitgeistresistent: Vor zwei Jahren forderte das Grüne Bündnis in Bern, die Verkehrsschilder und Piktogramme sollten künftig geschlechtergerecht sein. Das Anliegen hatte keine Chance.
Kürzlich bin ich wieder einmal über den Bären gestolpert, als wir uns über das Marketing von Balik-Lachs unterhielten. Und hier zum Vergleich den original Ali-Shuffle.
Der Ali-Shuffle, wie er ihn am 14. November 1966 im Kampf gegen Cleveland Williams in Houston demonstrierte.
Für motorisch etwas weniger Begabte gibt es hier eine Anleitung zum Nachmachen.