26. März 2009
Kuno als böses Omen für den “Bund”
Das Fehlen von Kuno Lauener, dem Ur-Berner, der eigenlich aus der Gemeinde Köniz kommt und der ein grosser Liederschreiber aber nicht so ein guter Redner und Sänger ist, war gestern irgendwie symptomatisch. Nur B-Promis, wenn überhaupt, waren an der gestrigen Medienkonferenz des Komitees Rettet den “Bund” anwesend. Er gibt zwar seinen Kopf für die Rettung der Zeitung her, aber mehr auch nicht.
Vielleicht hat er es ja gespürt: Wird ein Komitee zur Rettung eines Mediums gegründet, ist es meist schon zu spät. So wohl auch beim ”Bund”, mit dem ich aufgewachsen bin und der mir immer noch ein bisschen am Herzen liegt. Seine Hintergrundberichte und Wirtschaftsanalysen sind immer noch etwas vom Besten, das aus Bern kommt. Um den Leserschwund zu bekämpfen, wurde bereits vor ein paar Jahren die Redaktion entmündigt, indem man ihr einen Leserrat zur Seite stellte, der die Nähe zur Leserschaft garantieren sollte. Vergeblich, denn das Blatt hatte immer weniger Leser. Das Komitee solls jetzt richten. Bloss wie? “Wir wollen nicht mehr abhängig sein von der Werbewirtschaft, sondern suchen ein neues Modell”», sagt Andreas Lüthi vom Unterstützungskomitee. Mit anderen Worten: Entweder verteuert sich das Abo massiv, machen doch heute die Werbeeinahmen rund zwei Drittel der Einnahmen aus, oder die Zeitung wird zur Umfangreduzierten Zweitzeitung, die im Wochen- oder Monatsrhythmus als Ergänzung zur “Berner Zeitung” erscheint. Ich behaupte: Auch Kuno würde nicht 1000 Franken für ein “Bund”-Abo bezahlen.
Noch kurz zur viel beschworenen Pressevielfalt: Erkennen Sie die Unterschiede? Wie “Berner Zeitung” und “Bund” über die gestrige Medienkonfeenz berichten.






