12. März 2009
Frank A. Meyer, Totengräber
Das einstige Ringier-Flaggschiff, der “Blick”, verliert seit Jahren Auflage und Leser, was immer mal wieder zu hektischer Betriebsamkeit im immer noch grössten Schweizer Verlagshaus führt. Vor einem Jahr glaubte man, das Blatt mit den zwei Titelseiten, das von vorne und hinten gelesen werden kann, sei das Ei des Kolumbus. Jetzt denkt man bereits wieder über ein neues Format nach: Der “Blick” soll sich, nachdem man sich formatmässig den erfolgreichen Pendlerzeitungen anpasste, nun wieder grösser werden. Einmal so, einmal so: Bei Ringier herrscht konzeptionelle Ratlosigkeit.
Der “Blick” kann sich gegen die Gratiszeitungen nicht behaupten. Das liegt weniger am Format als an den Inhalten. Mit dem “emanzipierten” und “linken” Boulevard-Journalismus im Sinne Frank A. Meyers ist das Blatt gescheitert und hat sich das Grab geschaufelt. Retten könnte sich das Blatt nur, indem es sich mit einem harten Boulevard britischer Manier von den Gratiszeitungen abhabt. Der Bieler Bourgeois, der den Verlag mit seinen Adlaten fest im Griff hat, wird dies nicht zulassen. Der “Blick” wird vorher aus der Presselandschaft verschwinden.





