Wie man sich mit Fairplay unsterblich macht zeigte am vergangenen Wochenende Costin Lazăr, Mittelfeldspieler von Rapid Bukarest. Der Mann ist ein Kandidat für eine Fairplay-Trophy. Lazăr verzichtete nämlich im Spiel gegen Otelul Galati in der 63. Minute auf einen geschenkten Penalty, indem er Schiedsrichter überzeugte, dass er von seinem Gegenspieler nicht gefoult worden war. Statt eines Penaltys gabs Schiedsrichterball, den Lazăr ins Aus beförderte.
Aktionen wie diese sind heute selten im Fussball. Und wenn sie mal geschehen, ist ihnen mehr Aufmerksamkeit sicher, als wenn ein Tor geschossen worden wäre. Paolo Di Canio erhielt für eine ähnliche Aktion im Jahr 2001 die FIFA Fairplay-Trophy, doch sehen Sie doch gleich selbst.
Ein bisschen Werbung in eigener Sache: Vom 7. bis 9. Mai 2009 findet in Zürich die 14. Jahreskonferenz der EAPC (European Association of Political Consultants) statt, einer Plattform, auf der sich führende Politik- und Wahlkampfberater aus ganz Europa austauschen (Programm). Ehrengast ist der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Zu den Referenten im Zürcher Hotel Mariott gehört unter anderen auch Staatssekretär Matthias Machnig, der Gerhard Schröder zum Bundeskanzler machte und seit 2005 Staatssekretär im deutschen Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ist.
Der zweitägige Anlass steht unter dem Thema “From Local to Transnational: The Challenge of Campaigning in tomorrow’s Europe”. Das Ziel der jährlich stattfindenden EAPC Konferenz ist die Qualitätssteigerung in der politischen Beratung und die Entwicklung einer demokratischen Kultur in den Ländern Europas. Am Vortag der zweitägigen EAPC Konferenz findet die EAPC Master Class statt (Programm).
Anmeldungen für die Konferenz und die Masterclass werden über www.eapc.com/meetings angenommen.
Kann das gut gehen: Eine Stadtpräsidentin, die als Aargauern glaubt, Zürich, der Wirtschafsturbo der Schweiz, sei provinziell und müsse in der Wirtschaftskrise vor allem bescheiden und vermittelnd auftreten? Corine Mauch ist eine graue Maus. Eine Verkäuferin, die mit Selbstbewusstsein für ihre Stadt eintritt wäre angebracht – gerade jetzt. Der Absteig Zürichs als Wirtschaftsmetropole ist vorprogrammiert. Doch heute feiern Journalistinnen Corine Mauch als neue Heilsbringerin. Die oberste Zürcherin, von der man wenig weiss und die bisher immer nur in der Verwaltung tätig war, wird an ihren Taten gemessen werden.
Wer kannte vor einem Jahr Corine Mauch? Jetzt ist sie erste Zürcher Stadtpräsidentin. Die Niederlage von Kathrin Martelli ist bitter für den Freisinn. Eigentlich hätte man die Kandidatin kennen müssen. Doch bei einer Nichtkommunikatorin wie ihr genügen auch 15 Jahre stilles Schaffen im Zürcher Stadtrat nicht, um eine Majorzwahl für sich zu entscheiden. Mauch wirkte frischer, jugendlicher und unverbrauchter. Deshalb wurde sie gewählt. Doch auch von ihr ist wenig zu erwarten. Es fehlt ihr an Charisma. Etwas, das man hat oder eben nicht.
Einfach schön, was Daltonmaag, in bester Schweizer Designtadition für das Dubai Metrosystem entwickelt hat. Die Eröffnung der Metro ist für den 9. September dieses Jahres vorgesehen.
Die Beamten der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus haben soeben eine neue Klientel entdeckt: Die Deutschen. Diese sehen sich der Wut der Schweizer auf den deutschen Finanzministers Peer Steinbrück ausgesetzt. Klar, die Last der Geschichte wiegt schwer auf deutschen Schultern.
Bloss: Sind die Zustände bereits so schlimm? Könnte es zu Pogromen gegen die, wie ich beobachte, allseits geschätzte und bestens integrierte Gruppe kommen? Die Meldung der Kommission ist Lärm um wenig. Ausserdem können sich die Deutschen, die meist besser ausgebildet sind als der Duchschnittsschweizer, gegen Angriffe unter der Gürtellinie gut selber wehren. Zur Medieninformation.
Auch wenn hier wieder einmal Journalisten mangels direkten Kntakten andere Journalisten befragen müssen: Das Interview mit “Weltwoche”-Chef Roger Köppel, in dem er die Hardrock-Band “AC/DC” mit der SVP vergleicht, ist überraschend und lesenswert:
Das sind Organisationen, die sich nicht ums Image kümmern, sondern auf urtümliche Weise ihrer Sache auf den Grund gehen. Beide sind auf ihre Art authentisch und hecheln nicht dem Zeitgeist hinterher.
Das Fehlen von Kuno Lauener, dem Ur-Berner, der eigenlich aus der Gemeinde Köniz kommt und der ein grosser Liederschreiber aber nicht so ein guter Redner und Sänger ist, war gestern irgendwie symptomatisch. Nur B-Promis, wenn überhaupt, waren an der gestrigen Medienkonferenz des Komitees Rettet den “Bund” anwesend. Er gibt zwar seinen Kopf für die Rettung der Zeitung her, aber mehr auch nicht.
Vielleicht hat er es ja gespürt: Wird ein Komitee zur Rettung eines Mediums gegründet, ist es meist schon zu spät. So wohl auch beim ”Bund”, mit dem ich aufgewachsen bin und der mir immer noch ein bisschen am Herzen liegt. Seine Hintergrundberichte und Wirtschaftsanalysen sind immer noch etwas vom Besten, das aus Bern kommt. Um den Leserschwund zu bekämpfen, wurde bereits vor ein paar Jahren die Redaktion entmündigt, indem man ihr einen Leserrat zur Seite stellte, der die Nähe zur Leserschaft garantieren sollte. Vergeblich, denn das Blatt hatte immer weniger Leser. Das Komitee solls jetzt richten. Bloss wie? “Wir wollen nicht mehr abhängig sein von der Werbewirtschaft, sondern suchen ein neues Modell”», sagt Andreas Lüthi vom Unterstützungskomitee. Mit anderen Worten: Entweder verteuert sich das Abo massiv, machen doch heute die Werbeeinahmen rund zwei Drittel der Einnahmen aus, oder die Zeitung wird zur Umfangreduzierten Zweitzeitung, die im Wochen- oder Monatsrhythmus als Ergänzung zur “Berner Zeitung” erscheint. Ich behaupte: Auch Kuno würde nicht 1000 Franken für ein “Bund”-Abo bezahlen.
Noch kurz zur viel beschworenen Pressevielfalt: Erkennen Sie die Unterschiede? Wie “Berner Zeitung” und “Bund” über die gestrige Medienkonfeenz berichten.
Eine Reportage über das Wallis, die Sie als Journalist in zwei Tagen produziert haben, machts möglich. Einzige Bedingung: Das Werk muss zwischen dem 31. März und dem 31. Oktober 2009 veröffentlich worden sein. Dann schicken Sie den Text- Radio oder TV-Beitrag in deutscher, französischer, englischer oder italienischer Sprache bis zum 10. November 2009 an folgende Adresse:
Informationsstelle Wallis
„Walliser Medienpreis“
Rue Pré-Fleuri 6, Case postale 288
1951 Sion info@valais.ch
Ende Jahr kürt die unabhängige Jury die Sieger in jeder Sprache. Im Frühjahr 2010 nehmen Sie dann den Check in der Höhe von CHF 5000.- in Empfang. Mehr dazu in der Medieninformation.
Wer leider unter der grösseren Paranoia: Derjenige, der immer und überall den Überwachungsstaat sieht, der seine Daten missbrauchen will, oder derjenige der sich ohne Überwachungskamera bedroht fühlt? Kollege Ugugu gehört meiner Meinung nach zur ersten Kategorie. Diese findet auch das bessere Gehör in den Medien. Angst in einem friedlichen Raum verkauft sich einfach besser. Videoüberwachung, Hoolingan-Datenbanken, Austausch von Daten über Gewalttäter – der Datenschutz steht über allem.