18. Februar 2009
Delfintrainer als “Beobachter”-Zielgruppe
Delfine sind Sympathie-Träger. Frauen lassen sich Delfine auf die Schulter tätowieren. Man muss die Tiere einfach gern haben. Der Grund: Sie scheinen zu lachen. In Tat und Wahrheit sind Delfine Räuber des Meeres, die relativ unzimperlich mit ihrer Beute umgehen. Klar, dass sich damit bei der Leserschaft nicht punkten lässt. Stattdessen bedient man lieber Clichés. Jetzt das:
“Drei Viertel der Delfine sind schwul. Wissen, was wichtig ist.
Ist diese Tatsache wirklich “wichtig”? Ist die Welt in Gefahr? Das ganzseitige Inserat erschien heute in der “HandelsZeitung”, die wie der “Beobachter” zum Axel-Springer Verlag gehört. Die Medien sollten Ereignisse einordnen und gewichten. Das tut auch der “Beobachter”, wenn auch auf seine ganz eigene Art und Weise. Ich bin mir nicht sicher, ob er damit neue Leser gewinnen wird. Die Gilde der Delphin-Experten ist gross. Graziella C. Blatter-Bianca wird das Magazin bestimmt kaufen.






Sigi Korte am 19. Februar, 2009 um 15:14 Uhr #
Aber bitte, Philippe. Ist das ein Wunder? Wohl kaum. Denn auch der deutsche Reiseveranstalter entdeckte: Der schwule Mann ist eine begehrte Zielgruppe…….TUI-Reisebüros umwerben homosexuelle Männer mit einem eigenen Spezialkatalog. Auf 50 Magazin-Seiten gibt es nicht nur Hotelempfehlungen, sondern auch Expertentipps von Touristikern zu den einzelnen Urlaubsgebieten und deren Szenen. Das nötige Knowhow holte sich die TUI von einem Spezialisten.
Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Verbund von Schwulenmagazinen publigayte. Es handele sich um eine hochinteressante Zielgruppe, die oft über ein gutes Einkommen verfüge und eine spezifische Kundenansprache benötige, sagte ein TUI-Sprecher zur Begründung.
Die Titelgeschichte im Beobachter signalisiert eben dies: Wissen, was wichtig ist. Das müsst ihr Schweizer eben einfach mal vermittelt bekommen. Und mit den Delphinen fängt es an. Ist diese Erkenntnis vielleicht ein Aufhänger für St. Moritz nach frischem Klientel zu forschen?
In diesem Sinne mit einem Lächeln,
Sigi
Philippe am 19. Februar, 2009 um 16:09 Uhr #
Danke, Sigi. Schwule als Zielgruppe haben die Schweizer Touristiker längst entdeckt, beispielsweise Zürich und Bern. Delfine allerdings noch nicht.