7. Februar 2009
“Tagi” & “Blick”: Misstrauisch auf ihrer Mission
Seit es die Parteipresse nicht mehr gibt, ist es die primäre Aufgabe der Schweizer Medien, objektiv zu informieren. Nicht alle Medien nehmen es allerdings so genau damit. Sie sind überzeugt, den Bürger bevormunden zu müssen. Grund: wenn man ihn objetiv informiert, könnte er sich ja an der Urne anders entscheiden, als es die Redaktion für das Land vorgesehen hat. An vorderster Front stehen diesbezüglich “Tages-Anzeiger” und “Blick”. In keiner der beiden Zeitungen ist heute ein Hinweis auf die aktuellsten Arbeitslosenzahlen zu finden. Newsgehalt ist den Zahlen, die das Seco gestern veröffentlichte, nicht abzusprechen: Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist diesmal rascher erfolgt als in früheren Rezessionsphasen und erst stärker ausgefallen. Gegenüber dem Januar 2008 erhöhte sie sich 16’553 Personen oder 14,8%. Weshalb berichten “Tages-Anzeiger” und Blick nicht darüber? Zwei Tage vor der Abstimmung kommen die Zahlen den beiden Zeitungen, die seit Wochen für die Ausweitung der Personenfreizügigkeit trommeln, offenbar ungelegen. Sie passen nicht in ihre Mission. Die Stimmberechtigten könnten ja aus Angst vor dem freien Arbeitsmarkt, plötzlich ein Nein in die Urne legen. Besser also, man verschweigt die Zahlen. Tatsache ist: Offenbar misstrauen die beiden Zeitungen ihren eigenen Lesern, die sie nun wochenlang bearbeitet haben. Mit Journalismus hat dies nur noch wenig zu tun.
Immerhin ist online ein redigierter Artikel der SDA verfügbar, der den Kern der Information – ist es Absicht oder Unfähigkeit? – allerdings auch nicht trifft.





