Der Gier erliegen nicht nur Finanzdienstleister, sondern auch Medien auf der Suche nach dem ultimativen Scoop. Da wird man auch schon mal betriebsblind. In Mutmassungen über die Herkunft der Webseite www.come-to-switzerland.com haben sie sich in einen wahren Taumel gesteigert. Belangloses wurde plötzlich wichtig, ja, man mass ihm staatspolitische Bedeutung zu. Jetzt klärt sie Markus Gäthke, der Betreiber der Webseite, auf:
Schiessen die Logo-Designer den Zürcher Löwen ab? Der Kanton Zürich soll für 350′000 Franken ein neues Logo erhalten. Offen ist, ob die beiden kraftstrotzenden Zürcher Wappenlöwen erhalten bleiben werden. Das bisherige Logo störte niemanden und ist identitätsstiftend. Weshalb es also ändern? In Zeiten, in denen triumphbögen aus der Mode gekommen sind, wollen Politiker mit anderen Aktionen Zeichen setzen, die ihre Amtsdauer überdauern. Ein Blick nach Bern zeigt, dass die Regierenden dabei die traditionalistischen Gefühle ihrer Bewohner unterschätzen. Das neue Logo als Test für die Volksnähe? Vor noch nicht allzu langer Zeit präsentierte die linksgrüne Stadtregierung ihr neues Logo ohne Berner Bär. Anstelle des Bären sollte ein simples “B” mit einem darüberliegenden “E” treten. Die Regierung hatte die Rechnung allerdings ohne ihre Bürger gemacht. In den Leserbriefspalten der Berner Presse tobte ein Logo-Streit. “Der Bär muss bleiben”: So hiess eine Initiative, die innert wenigen Wochen eine Rekordzahl an Unterschriften zusammenbrachte. Aus Angst vor einer Abstimmungsniederlage führte die Stadtregierung wieder das alte Logo ein.