Die Angriffe auf den “Beobachter”-Journalisten Mario Güdel zeigen Symptome einer üblen Hetzjagd. Wahrscheinlich ist die “Oberwalliser Hassgruppe” auf Facebook gegen “Beobachter”-Autor Mario Güdel nicht mehr zu stoppen. Das Problem: Sie weckt, wie jüngst der Walliser Kampfkuhzüchter in “Bauer sucht Frau”, die alten Oberwalliser Widerstandsreflexe; das ist letztlich nicht gut fürs Image des Wallis. Wer die Medien angreift, löst dort eine Solidarisierung über alle Verlage aus und macht sich die Journalisten erst recht zum Feind. Welche Möglichkeiten gibt es in einer solchen Situation? Der Kanton Wallis könnte die “Beobachter”-Redaktion mit Mario Güdel zu einem öffentlichen Gespräch nach Visp oder Brig einladen. Damit würde die Situation entschärft und beide Seiten könnten ihren Standpunkt darlegen. So böse sind die Walliser auch nicht, sonst wäre der Kanton nicht der grösste Tourismuskanton der Schweiz geworden. Zum Auslöser des Konfliktes gehts hier, zu den Reaktionen im Wallis hier.
Die Autonomen Kulinarische Zellen mischen den Zürcher SP-Wahlkampf auf. In bester Guerilla-Wahlkampfmanier machten Sie aus Corine MauchCorine Lauch – und bringen Farbe in den von alten Männern geführten Wahlkampf. Endlich. Wahrnehmung und Originalität in ihren Botschaften sind das A und O des Wahlkampfes. Fehlanzeige auch bei der Kampagne von Kathrin Martelli.
Der “Schweizerische Beobachter” ist bekannt für seinen anwaltschaftlichen Journalismus zur Stärkung der Rechte von Benachteiligten, Alten, Kranken und Kindern. In seiner Januar-Ausgabe scheitert das Traditionsmagazin kläglich in der journalistischen Kunstform der Satire. Im “Schlusspunkt” fordert der Autor Mario Güdel den Ausschluss der Kantone Tessins und Wallis aus der Schweiz. Begründung: Die beiden Kantone seien Subventionsempfänger und trügen wenig zur Stärkung der Volkswirstchaft bei. Was daran so lustig-listig sein soll, sehe ich nicht, zu schwach ist der Text. Was aus der Sicht des Verfassers aus dem Schweizerischen Mittelland belustigen sollte, löste vor allem empörte Reaktionen hervor – unter anderem auch im “Walliser Boten”. “Beobachter”-Chefredaktor Andreas Büchi sieht sich nun genötigt, sich bei seinen Lesern zu entschuldigen.
Merke: Satire wird von der breiten Leserschaft meist nicht verstanden (was jeder Journalistenschüler lernt).
Das Projekt “Zeitungszeugen”, auf das in diesem Blog bereits hingewiesen wurde, kriegt juristischen Ärger in Bayern. Das Finanzministerium des Freistaates will den Abdruck von Nazi-Zeitungen verbieten und alle Exemplare beschlagnahmen. Die Frage, ob es sich die Publikation wissenschaftklich rechtfertigen lasse, stellt sich bei einer Auflage von 300’000 Exemplaren nicht. Die Gefahr, dass die Blätter von Ewiggestrigen instrumentalisiert werden können, ist nicht von der Hand zu weisen. Der Entscheid des Ministeriums finde ich richtig.
Das nenne ich Pech: Vor einer Woche präsentierte die “NZZ am Sonntag” einen Basler Journalisten mit seiner Braut in der Rubrik “Just married”. Jetzt wurde ihm gekündigt. Er geht nun trotzdem in die Flitterwochen, wie er mir sagte. Was kann es besseres tun? Good luck!
Als Berner Wirtschaftsflüchtling bin ich vor zehn Jahren nach Zürich gekommen. Der Grund: Als Journalist waren die Möglichkeiten im Bernbiet schon damals beschränkt, inzwischen hat sich die Lage weiter verschlechtert. Damals wurde mein Wegzug aus Bern von hämischen Kommentaren begleitet; der im Bernbiet vor allem in den Medien weitverbreitete Anti-Zürich-Reflex sass tief. Und heute? Hartgesottene Berner Journalistinnen, die vor Jahren sowohl Zürich als auch PR scheuten wie der Teufel das Weihwasser, kommunizieren plötzlich für Organisationen und Unternehmen in Zürich. ist es eine Altersfrage? Ich denke nicht: In der Not wechselt eben auch der Berner Journalist die Seite. Tatsache ist: Es gibt immer mehr Berner Expats in der Greater Zurich Area.
Bern Tourismus vermittelt Touren auf verschneite und lawinengefähredte Gipfel im Gantrischgebiet. Der Tourenführer aber hat kein Bergführerpatent, was ortskundige Retter und Bergführer verurteilen. Sie sagen, die Gefahr sei gross und das Angebot illegal, wie die “Berner Zeitung” heute berichtet. Die Antwort von Bern Tourismus lässt nicht darauf schliessen, dass man mögliche kommunikative Risiken präventiv durchgedacht und abgeschätzt hat:
“Die Angebote, die wir auf unserer Internetseite aufschalten, müssen in erster Linie aus touristischer Sicht attraktiv sein”, sagt Thomas Lüthi, Vizedirektor bei Bern Tourismus.