26. Januar 2009
Ringiers Akt der Verzweiflung
Der Werbespot für den “Sonntagsblick” geht unter die Haut und ist gut gemacht. Bloss: Wird der Leser nun wirklich öfter zum “SoBli” greifen? Eher nicht. Der Kampf um den Leser entscheidet sich im Blatt, nicht auf der Mattscheibe. Mit keinem Werbeaufwand der Welt kann man ein schwaches Produkt verkaufen. Der aufwändig und teuer realisierte Werbespot ist Ausdruck der Verzweiflung des Ringier-Verlages, Leser zurückzugewinnen.
Der Leserschwund der Ringier-Blätter ist dramatisch: Heute schafft es der “Blick”, das ehemalige Boulevard-Leitblatt, gerade noch auf 672’000 Leser. Branchenprimus ist mit 1’244’000 Lesern “20 Minuten”. Der “Sonntagsblick” verlor 2008 gegenüber dem Vorjahr sogar fünf Prozent seiner Leser, die “Schweizer Illustrierte” “nur” drei Prozent. Wir warten gespannt auf die neuen Leserzahlen der Schweizer Presse, am 24. März ist es so weit.






Klaus J. Stöhlker AG » Blog Archive » Ringiers Akt der Verzweiflung am 26. Januar, 2009 um 16:16 Uhr #
[...] Werbespot für den “Sonntagsblick” geht unter die Haut und ist gut gemacht. Bloss: Wird der Leser nun wirklich öfter zum [...]
Alexander am 26. Januar, 2009 um 18:48 Uhr #
Wobei der Sonntagsblick wohl kaum Leser an 20min verlieren wird. Zeitungen haben den Nachteil, dass sie den Ereignissen immer ein paar Stunden hinterherhinken. Wer auf dem laufenden bleiben will informiert sich via Internet, TV oder Radio. Gratiszeitungen sind wenigsten gratis. Sie eignen sich gut zum Zeitvertreib auf dem Arbeitsweg (für ÖV-Pendler) obwohl auch sie kaum Neues zu berichten haben. In der Regel bringen sie am Morgen das, was die Tagesschau schon am Vorabend gebracht hat.
Wochenzeitschriften wie der Weltwoche, die mit gut recherchierten Hintergrundstories auftrumpfen und Zusammenhänge aufzeigen, gebe ich hingegen eine Chance.
Philippe am 26. Januar, 2009 um 19:03 Uhr #
@ Alexander: Das glaube ich auch nicht. Aber auch der Sonntagszeitungsmarkt ist heiss umkämpft. Insbesondere, da mit “Sonntag” aus dem Hause AZ ein starker neuer Konkurrent auf dem Parkett ist.