Der Werbespot für den “Sonntagsblick” geht unter die Haut und ist gut gemacht. Bloss: Wird der Leser nun wirklich öfter zum “SoBli” greifen? Eher nicht. Der Kampf um den Leser entscheidet sich im Blatt, nicht auf der Mattscheibe. Mit keinem Werbeaufwand der Welt kann man ein schwaches Produkt verkaufen. Der aufwändig und teuer realisierte Werbespot ist Ausdruck der Verzweiflung des Ringier-Verlages, Leser zurückzugewinnen.
Der Leserschwund der Ringier-Blätter ist dramatisch: Heute schafft es der “Blick”, das ehemalige Boulevard-Leitblatt, gerade noch auf 672’000 Leser. Branchenprimus ist mit 1’244’000 Lesern “20 Minuten”. Der “Sonntagsblick” verlor 2008 gegenüber dem Vorjahr sogar fünf Prozent seiner Leser, die “Schweizer Illustrierte” “nur” drei Prozent. Wir warten gespannt auf die neuen Leserzahlen der Schweizer Presse, am 24. März ist es so weit.
Die Wallis-Schelte geht weiter. Und diesmal ist sie nicht ironisch. Der bekannte Walliser Journalist Hubert Mooser hat online im „Tagesanzeiger“ eine Breitseite gegen das Wallis abgefeuert, die bereits über 130 Reaktionen ausgelöst hat. Eigentliche Ursache dieses Artikels sind die Reaktionen des Wallis auf den Artikel im „Beobachter“. Interessant: Gelobt wird von Mooser eigentlich nur die PR-Arbeit für das Wallis. Ich bin gespannt, ob sich in Kürze weitere Medien mit dem Fall Wallis beschäftigen werden. So oder so: Die Tourismuszahlen zeigen, dass die Schweizer das Wallis lieben. Wie sonst hätte es zum grössten Tourismuskanton aufsteigen können?
Nachsatz: Inzwischen hat die “IG Pro Mario Güdel: Satire muss erlaubt bleiben” eine Facebook-Gruppe gebildet. Ihre Zielgruppe: