21. Januar 2009
Wenn Satire in die Hose geht
Der “Schweizerische Beobachter” ist bekannt für seinen anwaltschaftlichen Journalismus zur Stärkung der Rechte von Benachteiligten, Alten, Kranken und Kindern. In seiner Januar-Ausgabe scheitert das Traditionsmagazin kläglich in der journalistischen Kunstform der Satire. Im “Schlusspunkt” fordert der Autor Mario Güdel den Ausschluss der Kantone Tessins und Wallis aus der Schweiz. Begründung: Die beiden Kantone seien Subventionsempfänger und trügen wenig zur Stärkung der Volkswirstchaft bei. Was daran so lustig-listig sein soll, sehe ich nicht, zu schwach ist der Text. Was aus der Sicht des Verfassers aus dem Schweizerischen Mittelland belustigen sollte, löste vor allem empörte Reaktionen hervor – unter anderem auch im “Walliser Boten”. “Beobachter”-Chefredaktor Andreas Büchi sieht sich nun genötigt, sich bei seinen Lesern zu entschuldigen.
Merke: Satire wird von der breiten Leserschaft meist nicht verstanden (was jeder Journalistenschüler lernt).





