Weblog-Archiv für Januar 2009

Medien und PR: Verstehen, was ist.

30. Januar 2009

Sex sells auch Gemüse


“Vegetarier haben besseren Sex”, so die Botschaft des Clips der Tierschutzorganisation PETA. Das knackige Gemüse war dann dem TV-Sender NBC aber doch zu scharf für die Ausstrahlung während der Super Bowl. Die Botschaft fand gerade wegen der Verbannung vom Bildschirm grosse Aufmerksamkeit in aller Welt. Ein guter PR-Trick, mit dem sich erst noch Geld sparen lässt.

  • Share/Bookmark

29. Januar 2009

Rio wird Verleger. Folgt ihm bald Hakan?

Es gibt sie noch, die Menschen, die an die Zukunft der Medien glauben und bereit sind, zu investieren. Erleichtert wird ihnen diese Haltung, wenn sie beispielsweise Fussballspieler sind und pro Woche £ 100′000.- verdienen, was nach Abwertung des Pfundes immerhin noch CHF 150′000.- entspricht. Einer, der es sich leisten kann, ist Manchester Uniteds Rio Ferdinand. Er versteht offensichtlich auch etwas von Markenaufbau. Nachdem er bereits mit Fussball die Welt erobert, seine Schauspielkünste und Talente als Musikproduzent und Rapper (“This is Rio Ferdinand. Make sure you do not sleep on Nia Jai, White Chalk’s first signing. This girl spits out fire.”) unter Beweis gestellt hat, wird der Verteidiger der englischen Nationalmannschaft nun Verleger und baut sein Medienimperium weiter aus: Im Februar erscheint die erste Ausgabe des phantasievoll “Rio” genannten Magazines auf RioFerdinand.com. Die Online-Lifestyle-Magazin soll sich Musik, Sport und all denjenigen Dingen widmen, die Männern zwischen 16-35 Jahren Spass machen. Ferdinand ist drauf und dran, sich ein Medien-Imperium aufzubauen. Im Film-Business hat er auch bereits Fuss gefasst. Da soll noch einer sagen, Fussballspieler hätten nur Bälle und Frauen im Kopf.
Als fussballspielender Verleger (oder umgekehrt) dürfte sich in der Schweiz Hakan Yakin anbieten. In die Hitparade hat er es bereits einmal geschafft. Naheliegend wäre, wenn der Münchensteiner zum Beispiel bei “Zwölf” oder der “Basellandschaftlichen Zeitung” einstigen würde.

  • Share/Bookmark

29. Januar 2009

David kriegt sein Fett ab


Es gibt kein besseres Bild, unter das die Pharmaindustrie ihren Kampf gegen das metabolische Syndrom setzen könnte. Gefunden habe ich es übrigens heute im “Nouvelliste”.








  • Share/Bookmark

28. Januar 2009

Kirchgemeinde Köniz: Auf beiden Augen blind

Gute Pfarrer haben schon immer polarisiert. Meist haben sie ihre Schäfchen fesseln können und fanden Zulauf. So auch der Könizer Pfarrer André Urwyler. Der Kirchgemeinderat der Gemeinde, in der ich einen Teil meiner Jugend verbrachte, hat daran keine Freunde. Der Grund: Die kirchlichen Miliz-Bürokraten wollen Ruhe und keine Aufregung. Vor diesem Hintergrund ist der Antrag auf Amtsenthebung von Urwyler zu verstehen, über den der Berner “Bund” heute berichtet. Der Grund: Er habe polarisiert und sei deshalb supendiert worden. Weitere Auskünfte gibt es nicht. Kommunikation ist keine Stärke des Gremiums. Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Kirchgemeinderat gegen den Pfarrer stellt: Derselbe Antrag führte im Jahr 2000 zur grössten Kirchgemeindevesammlung aller Zeiten, Urwyler wurde damals mit “wuchtigem Mehr” wiedergewählt. Der Kirchgemeinderat solle sich glücklich schätzen, über einen Pfarrer zu verfügen, der die Menschen anspricht – gerade in Zeiten, in denen die Leuten in Massen aus der Kirche austreten.

  • Share/Bookmark

27. Januar 2009

Bilaterale: Penner an die Urnen


Das Unfassbare ist geschehen: Eine einzige Stimme fehlte der Schweiz zur Annahme der Personenfreizügikeit mit der EU. Die Medien haben die stimmabstinente Person identifiziert. Der Mann sagte dazu nur lapidar: “Ich konnte mich noch nie überwinden, am Sonntagmorgen aufzustehen”. Weltweite Empörung und Wut schlägt nun dem Langschläfer entgegen. Dies nimmt die “Tagesschau” vom 8. Februar bereits heute vorweg.
Endlich gewinnt die Kampagne für ein Ja zu den Bilateralen an Phantasie. Fraglich bleibt aber, ob man die Stimmbevölkerung, die sich noch nicht entschieden hat, damit erreicht. Die Rentner, die unter seniler Bettflucht leiden, werden sich davon nicht angesprochen fühlen.
Das Video kann personalisiert an Freunde verschickt werden.

  • Share/Bookmark

27. Januar 2009

Boliviens Verfassung oder UBS-Boni?

Am Tag, an dem die Schweiz sich wieder einmal über die UBS-Boni ereifert, macht die “NZZ” ihre Frontseite mit “Bolivien stimmt neuer Verfassung zu” auf. Die “Alte Tante” bleibt eben auch in der Zeitungskrise die “Alte Tante”. Wie sagt heute “NZZ”-CEO Polo Stähli doch heute im Interview auf “Persoenlich.com”:

Die NZZ bleibt zu einem gewissen Grad elitär. Es ist aber eine Tatsache, dass die Zahl der Menschen mit einem guten Bildungsstand gegenüber früher stark ansteigt. Auch in beruflicher und politischer Hinsicht ist die Welt nicht einfacher geworden. Es braucht Orientierung. Ich kann mir deshalb vorstellen, dass eine Gegenbewegung zur Fast-Food- Information entsteht und das Bedürfnis nach vertiefter, reflektierter Information wieder zunimmt. Ganz im Sinne der NZZ.

Bei der allgemeinen Nivellierung in den Schweizer Medien gegen unten ist zu hoffen, dass dies so beibt.

  • Share/Bookmark

26. Januar 2009

Ringiers Akt der Verzweiflung

Der Werbespot für den “Sonntagsblick” geht unter die Haut und ist gut gemacht. Bloss: Wird der Leser nun wirklich öfter zum “SoBli” greifen? Eher nicht. Der Kampf um den Leser entscheidet sich im Blatt, nicht auf der Mattscheibe. Mit keinem Werbeaufwand der Welt kann man ein schwaches Produkt verkaufen. Der aufwändig und teuer realisierte Werbespot ist Ausdruck der Verzweiflung des Ringier-Verlages, Leser zurückzugewinnen.

Der Leserschwund der Ringier-Blätter ist dramatisch: Heute schafft es der “Blick”, das ehemalige Boulevard-Leitblatt, gerade noch auf 672′000 Leser. Branchenprimus ist mit 1′244′000 Lesern “20 Minuten”. Der “Sonntagsblick” verlor 2008 gegenüber dem Vorjahr sogar fünf Prozent seiner Leser, die “Schweizer Illustrierte” “nur” drei Prozent. Wir warten gespannt auf die neuen Leserzahlen der Schweizer Presse, am 24. März ist es so weit.

  • Share/Bookmark

26. Januar 2009

Saubanner-Zug gegen das Wallis

Die Wallis-Schelte geht weiter. Und diesmal ist sie nicht ironisch. Der bekannte Walliser Journalist Hubert Mooser hat online im „Tagesanzeiger“ eine Breitseite gegen das Wallis abgefeuert, die bereits über 130 Reaktionen ausgelöst hat. Eigentliche Ursache dieses Artikels sind die Reaktionen des Wallis auf den Artikel im „Beobachter“. Interessant: Gelobt wird von Mooser eigentlich nur die PR-Arbeit für das Wallis. Ich bin gespannt, ob sich in Kürze weitere Medien mit dem Fall Wallis beschäftigen werden. So oder so: Die Tourismuszahlen zeigen, dass die Schweizer das Wallis lieben. Wie sonst hätte es zum grössten Tourismuskanton aufsteigen können?

Nachsatz: Inzwischen hat die “IG Pro Mario Güdel: Satire muss erlaubt bleiben” eine Facebook-Gruppe gebildet. Ihre Zielgruppe:

“…alle, die dafür sind, dass Satire erlaubt bleiben soll und gegen die Ueberempfindlichkeit von Benachteiligten, woher auch immer, wenn die Arroganz ihnen gegenüber parodiert wird.”

  • Share/Bookmark

25. Januar 2009

Reden wie Obama

Wörter einsetzen und los: Der Inaugurations-Speech-Generator machts möglich. Wenns bloss so einfach wäre. Das Tool ist aber trotzdem ganz witzig.

  • Share/Bookmark

23. Januar 2009

Das ganze Wallis böse auf mich?


Freunde haben den Frontaufmacher in der heutigen Printausgabe von “20 Minuten” auf mich gemünzt. Ihnen sage ich hiermit: Nein, ich bin nicht gemeint. Er ist es.

  • Share/Bookmark