Weblog-Archiv für den 12.Dezember 2008

Medien und PR: Verstehen, was ist.

12. Dezember 2008

Der Verteidigungsminister als Heulsuse

Samuel Schmid ist nah am Wasser gebaut. Seine Abschiedsrede am letzten Mittwoch war nicht die erste, bei der man jeden Moment erwarten musste, dass er in Tränen ausbricht. Andere Beispiele sind seine Rücktrittsankündigung und das Bergdrama mit Rekruten an der Jungfrau. Ich habe ja nichts gegen Männer, die Gefühle zeigen, aber wäre Samuel Schmid stark genug gewesen, dem Land in einem Konflikt, bei dem Tote zu beklagen gewesen wären, Hoffnung zu zu geben und an dessen Durchhaltewillen zu appellieren? Ich glaube nicht und wage nicht daran zu denken, die Schweiz hätte mit ihm als Verteidigungsminister in den Krieg ziehen müssen. Weshalb haben die Medien die Dünnhäutigkeit von Schmid nie thematisiert? Jetzt könnte man über das Sicherheitsrisiko reden.

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12. Dezember 2008

Die höchste PR-Agentur und ihr Medienproblem

Im Büro liest Matyassy die «Berner Zeitung», zu Hause den «Bund» – und auch regelmässig die «Weltwoche»: «Weil man sich ja auch mit dem politischen Gegner auseinandersetzen muss», sagte er und schmunzelte.

Ausgerechnet Präsenz Schweiz, die staatliche PR-Agentur, die von Bundesrat und Parlament den Auftrag hat, das Image der Schweiz auf höchster Ebene im Ausland zu pflegen, hat ein Problem mit den Medien. Irgendwas läuft hier falsch.

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12. Dezember 2008

Petition Eigennutz

Wenn ein PR-Berater und Politiker zur Rettung einer altehrwürdigen Zeitung eine Petition lancieren, hat dies einen Grund: Sie versprechen sich mehr Präsenz. Nicht anderes ist es beim Berner “Bund”, dem 15’000 Berner Leser fehlen und der seit Jahren an seinem Zielpublikum vorbeischreibt. Aus diesem Grund stellte man der Redaktion 2005 einen Leserrat zur Seite. Ziel: Unterstützung bei der thematischen Nähe zum Leser. Was hat er bewirkt? Wenig. So wenig wie der offene Brief für die Meinungsvielfalt in der Bundesstadt, den die Hälfte aller Stadtparlamentarier unterschrieben hatte. Gelesen wird heute hauptsächlich der exzellente “Bund”-Fussballweblog “Das Runde Leder”. Die Management-Fehler, die im Verlag in den 90er Jahren begangen wurden, rächen sich jetzt. Gerettet werden könnte der “Bund” durch eine Radikalkur, wie es Roger Köppel mit der “Weltwoche” getan hat. Dazu bräuchte es allerdings Geldgeber, die im Bernbiet nicht zu finden sind. Petitionen für die Medienerhaltung, wir zum Beispiel hier und hier, sind nicht mehr ein letztes Zucken. Die wirtschaftliche Zukunft des Bunds liegt in Zürich.

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