2. Dezember 2008
“Der Bund” – Zukunft als Zweitzeitung

Wer in zwölf Jahren über 30 Millionen Verlust einfährt, muss sich nicht fragen, wenn seine Zukunft in Frage gestellt wird. “Ringier” und “NZZ” haben ihn fallenlassen, die neue Besitzerin Tamedia ist nun auch nicht mehr gewillt, den kranken “Bund” weiterzutragen und prüft Kooperationen. Als einst langjähriger “Bund”-Leser, kündigte ich mein Abonnent Ende der 90er-Jahre. Auslöser dafür war eine Serie mit Portraits von Berner Chefbeamten. Selbst nicht im Staatsdienst, schrieb das Blatt regelmässig an meinen Bedürfnissen vorbei. Der Verlag war lange zu wenig innovativ, das Webportal verharrte zu lange im Web 1.0. Der “Bund” ist noch heute eine Zeitung für Beamte. Das Beste am “Bund” ist meiner Meinung nach der witzige, fundierte und innovative Fussballweblog “Zum runden Leder” mit Zürcher Beteiligung. Hier sind leidenschaftliche Experten am Werk.
Heute werfe immer wieder einmal einen Blick in die Zeitung. Dabei fällt auf, dass die vielenorts und nur von den Berner Medien selbst beschworene Medienvielfalt ist ein Hirngespinst. Um informiert zu sein, genügt eine Zeitung auf dem Platz Bern. Die Zukunft des “Bunds” sehe ich deshalb als Zweitzeitung. Er sollte sich fokussieren auf einige wenige Bereiche und sich vom Anspruch der Vollzeitung verabschieden. Nur so ist ein Überleben langfristig möglich.





