19. November 2008
Blocher, Gefangener seiner selbst?
So habe ich ihn noch nie gesehen: Bei seinem Auftritt gestern in “10 vor 10″ wirkte Christoph Blocher müde und gebrochen. Klar ist, dass ihn seine Abwahl aus dem Bundesrat immer noch schmerzt. So etwas hatte er in seinem Plan nicht vorgesehen. Der Politiker ist auf einer Mission, von der er sich nicht verabschieden kann. Er muss die Schweiz retten und ist überzeugt, dass nur er es kann. Er weiss aber auch, dass ihm, sollte er nominiert werden, im Parlament eine erneute Niedererlage erwartet. Trotzdem wählt er den Märtyerweg. Das animal politique ist ein sturer Elefant, der nicht loslassen und über seinen Schatten springen kann. Dabei hat der Mann hat seinen Zenit überschritten. Auch in der eigenen Partei ist er nicht mehr unumstritten. Dies setzt ihm zu, er wirkt verletzt und scheint trotzdem in seiner Rolle gefangen. Ich vermute, dass er nicht die Kraft hat, in der Oppositionsrolle lange weiter prägend zu wirken. Die staatsmännische Grösse, eine Wahl auszuschliessen, hat er (noch?) nicht. Mehr…






