24. Oktober 2008
Weblog-Archiv für Oktober 2008
Medien und PR: Verstehen, was ist.
23. Oktober 2008
Journalistische Nabelschau
Gestern war wieder einmal so ein Tag: Journalisten schreiben über Journalisten. Gestern Monika Schärer und Philipp Dreyer. Abends dann nochmals Monika Schärer auf “TeleZüri” über die Gefühlswelt Schweizer TV-Präsentatoren. Die Medien machen sich immer mehr selbst zum Thema. Mangels Recherchefreudigkeit spricht man über sich selbst: Bei den TV-”Promis” muss man nicht fürchten, dass sie das Gespräch verweigern. Bei einem Unbekannten, aber sich nicht minder interessanten Menschen, der erstmals vor die Kamera tritt oder für eine Zeitung inteviewt wird, ist der Aufwand grösser. Die Folge: Es werden uns immer wieder dieselben Journalisten zugemutet. Einmal zu diesem, einmal zu jenem Thema.
22. Oktober 2008
Berner Politiker redet sich selber klein
Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit im Wahlkampf sind entscheidend: Doch Stephan Hügli, Stadtberner FDP-Polizeidirektor, geht zu weit. Die Fehler, derer er sich anlässlich der SVP-Demo vom 6. Oktober 2007 selbst bezichtigt, hat er nicht alleine zu verantworten. Sein alleiniges Schuldeingeständnis zeugt von Schwäche. Dass er aus seinen Fehlern gelernt haben will, erscheint als blosse Rechtfertigung. Die Bildsprache kündigt es an: Das Stimmvolk wird ihn im Regen stehen lassen. Professionelle Wahlwerbung sieht anders aus. Zum Video…
18. Oktober 2008
Schweizer TV in der kritikfreien Zone
Es war vorauszusehen: Das klärende Gespräch zwischen Marcel Reich-Ranicki und Thomas Gottschalk war im Ton freundlich, in der Sache hat man sich jedoch nicht gefunden. Hier der Quotenplauderer, der seinen Aufstieg der belanglosen Plaudrei verdankt, dort der unterhaltende Intellektuelle mit dem Willen zur pointierten Meinung. Streipunkte zwischen dem Angry Old Man und dem Plauderer waren die Arroganz der Intellektuellen und der Hochmut des Feuilletons gegenüber dem Fernsehen. Auch wenn das Gewitter, das Reich-Ranicki auslöste, schlussendlich keine Früchten tragen wird, so zeigte es doch, dass nicht alle das Gebotene im TV goutieren. ich frage mich: Wo ist eigentlich der Widerstand gegen das verdummende Programm des Schweizer Fernsehen. Die Intellektuellen des Landes schweigen. Sie hoffen, dereinst selbst einmal für ihr Lebenswerk geehrt zu werden oder gar “Schweizer des Jahres” zu werden. Auch wenn sie selbst gerne die Laudatio auf Reich-Ranicki gehalten hätte: Eine so pointierte Kritik wie diejenige von Elke Heidenreich in der “FAZ” zur Vergabe des Deutschen Fernsehpreises wünschte ich mir auch mal in den Schweizer Medien zu lesen. Beispiele gibt es genug. Denken wir nur an “Benissimo” oder “Dear or No Deal”. Doch auch hier: Fehlanzeige. Das Schweizer Fernsehen ist in der kritikfreien Zone.
Zum Gespräch gestern im ZDF:
Teil 2
Teil 3
17. Oktober 2008
Wer ist Schwuler: Bern oder Zürich?
In Zermatt befürchtete man das Image der Schwulen-Destination. In Zermatt wollte man nach einer gezielten Marketingkampagne für Schwule und Lesben wieder ein breiteres Zielpublikum angesprechen. Die Städte ticken da anders. Erst Jetzt entdeckt die Stadt Bern mit einem breiten Angebot für Schwule und Lesben die kaufkräftigen Touristen. Haben die niederländischen Fussballfans, die im Sommer die Bundesstadt überfluteten, den Berner Touristikern die Augen geöffnet? Holland gilt als liberales Mekka der Homosexuellen-Kultur. Jetzt springt Bern mit eigenen Bildern auf die Kampagne von “Schweiz Tourismus” auf. Die Organisation lancierte bereits vor einem Jahr das Magazin “A warm welcome to Switzerland”, das in einer Auflage von 205’000 Exemplaren britischen und amerikanischen Homo-Magazinen beigelegt wurde. Bereits tobt der Kampf: Wer ist Schwuler: Bern oder Zürich?
17. Oktober 2008
Kurer hat Image-Turnaround verpasst
Die Schweizer Finanzjournalisten haben versagt. So überraschend kam der Hilferuf der UBS nach einer staatlichen Finanzspritze nicht, wie ich aus Bankerkreisen erfahren habe. Intern und auch in Finanzkreisen wusste man längst, wie es um die Bank bestellt ist. Haben dies die Medien nicht mitgekriegt? Diese haben – allen voran die „Weltwoche“ – in den letzten Wochen immer wieder ein Bild der Grossbank gezeichnet, die rechtzeitig das Steuer herumgerissen habe und Gelder aufgenommen habe. Heute wissen wir: Das Bild entspricht nicht der Realität. Die Schweizer Finanzjournalisten sind nationale Schönredner auf einer Mission: Es darf kein zweites Grounding eines Nationalheiligtums geben. Peter Kurer & Co. wurden deshalb in den letzten Monaten mit Samthandschuhen angefasst. Wie es um die Grossbank steht, wurde an der gestrigen Medienkonferenz in Bern, in der die Finanzspritze als rein vorsorgliche Massnahme kommuniziert wurde, nur durch die Blume gesagt. Fazit: Beamte und Banker hinterliessen einen zwiespältigen Eindruck. Das Image der UBS hat weiteren Schaden genommen. Der farblose Konzernjurist, heute VR-Präsident und kein begnadeter Kommunikator, hat den Image-Turnaround der Bank nicht geschafft.
16. Oktober 2008
Superman lebt!
Es gibt sie noch, die Helden, die, ohne grosses Aufhaben um ihre Person zu machen, heute in den Medien Grossartiges leisten. Heute von
Klartext enttarnt: Superman arbeitet unter dem Pseudonym Marius Egger bei “20 Minuten”. Christopher Reeves ist nicht tot.


16. Oktober 2008
Der General als Psychologe
Blaise Nkufo: Von Köbi Kuhn zur Persona Non Grata erklärt, blüht er unter Ottmar Hitzfeld auf und erzielt jetzt auch in der Schweizer Nationalmannschaft Tor um Tor. Seltsam, wie Köbi Kuhn so lange auf den Stürmer verzichten konnte. Der liebe Köbi Kuhn war offenbar alles andere als ein feinsinniger Psychologe. Das Kuschelumfeld der Nationalmannschaft galt nur für Spieler, die sich bedingungslos unterordneten. Es fehlte das „verrückte“ Element in der Mannschaft, welches den Unterschied ausmacht. Ottmar Hitzfeld, über dessen psychologische Fähigkeiten nicht diskutiert werden muss, scheint seinen Spielern das Gefühl zu vermitteln, dazuzugehören, was ihm Nkufo mit Toren dankt. Dasselbe gilt für Valon Behrami. Der gebürtige Kosovare hatte lange einen schweren Stand in der Nationalmannschaft. Heute ist er eine der Stützen der Multikulti-Truppe. Schade, hat der Fussballverband Hitzfeld nicht bereits nach der WM 2006 geholt. Mit ihm würde man heute noch von der Euro 2008, die bereits vergessen ist, reden. Den Sieg der Schweiz gestern in Griechenland hätte ich der Mannschaft nicht zugetraut. So konzentriert und engagiert, wie die Schweizer gestern auftraten, hat man die Mannschaft in den letzten zweieinhalb Jahren nicht mehr gesehen. Das macht Hoffnung, auch wenn der Weg bis zur WM 2010 noch weit ist und die Scharte der Niederlage gegen Luxemburg mit Siegen gegen die Griechen und gegen Israel zu Hause wettgemacht werden muss. Dem Spiel der Schweizer zuzuschauen, machte gestern Spass. Immerhin.
Weils so schön war, nochmals den Zuckerpass von Hakan Yakin auf Blaise Nkufo, der zum 2:1 führte. Kommentator Sascha Rufer war gestern eindeutig weniger gut disponiert als die Spieler auf dem Rasen, sonst hätte er Nkufo nicht mit Gelson Fernandes verwechselt.
15. Oktober 2008
Wer die Bankenrettung bezahlt
Der „Blick“ ist auf einer Mission: Die Rettung der Banken durch den Staat ist gut. Nur so ist zu erklären, dass sich heute als Zeuge für die gelungene Rettung der Berner Kantonalbank durch den Kanton der frühere Berner Finanzdirektor Hans Lauri unwidersprochen so äussern darf: „Der Staat musste handeln und hat letztendlich auch nicht draufbezahlt. Im Gegenteil.“Der getrübte Blick auf die Rettung der Berner Kantonalbank verleiht der für den desolaten Zustand des Kantons Bern verantwortlichen bürgerlichen Politnomenklatura zu Unrecht die Absolution. Tatsache ist: Um die Berner Kantonalbank zu retten und das 1991 von der Immobilienkrise geschlagene Loch von 3,5 Milliarden zu stopfen, wurde jede im Kanton lebende Person mit 3664 Franken zur Kasse gebeten. Pro Steuerzahler macht dies über 10’000 Franken. Die Amis kommen vergleichsweise billig weg. Die 700 Milliarden, mit denen die USA ihre Finanzhäuser retten, kosten umgerechnet rund 2500 Franken pro Person. Hätte der Kanton das Geld, das er mit der KB verlor, zur Verfügung gehabt, hätte er seine Uni vergolden können. Stattdessen fehlte den Bernern Geld während eines Jahrzehnts Geld für den Konsum. Das Debakel der Berner KB ist schlussendlich mitverantwortlich für die Wirtschaftslage des Kantons, der immer noch in seiner gloriosen Vergangenheit schwelgt, in Tat und Wahrheit aber längst zu den armengenössigen Kantonen der Schweiz zählt.
15. Oktober 2008
Kein Kanton wächst schneller als das Wallis
Mit dem Wallis kann nur noch der Kanton Schwyz mithalten. Seit der Volkszählung 2000 wuchs die Bevölkerung des Alpenkantons um 9,6 %. Ende 2007 zählte der Kanton 298’580 Einwohner, davon sind fast 79’000 deutschsprechende Oberwalliser. Mehr…







