Weblog-Archiv für den 31.Oktober 2008

Medien und PR: Verstehen, was ist.

31. Oktober 2008

Bye bye “Radio Energy”

Privatradios sind eine Zumutung an den gebildeten Bürger, der sich informieren will. Was geboten wird, ist mit ganz wenigen Ausnahmen Unterhaltung und Musik. Die Einführung von Privatradios in den 80er Jahren hat zu einer Nivellierung des Staatsradios gegen unten geführt. Die Folge: Auch auf „DRS 1“ mutet man den Hörern heute frühmorgens diese unsäglichen Quizsendungen zu. Jetzt zieht Medienminister Moritz Leuenberger “Radio Energy” den Stecker raus. Der Entscheid ist nachvollziehbar und kommt nicht ganz überraschend. Das Ringier-Radio war der schwächste Sender, der sich um eine Konzession bemühte. Für den Ringier-Konzern, der vor einer Sparrunde steht, ist der Entscheid ein herber Image-Verlust. Freuen hingegen tu ich mich, dass “Radio 1″ eine Konzession erhalten hat. Das Radio unterscheidet sich nicht gross von seinen Mitkonkurrenten, verfügt aber mit Roger Schawinski über einen Journalisten, der auch einmal nachfragt. Eine journalistische Tugend, die man heute in den Schweizer Medien immer häufiger vermisst. Seine Sendung “Doppelpunkt” ist etwas vom Interessantesten, was die Privatradioszene zu bieten hat.
Der Verlust von “Radio Energy”, das einmal gut als Herausforderer von „Radio 24“ startete, lässt mich kühl. Wer sich wirklich informieren will, ist auf das Staatsradio angewiesen; es muss dabei nicht einmal „DRS 2“ sein. Ich gebs zu: die penetrant aufgestellten Moderatoren nerven mich. Privatradios sind etwas für Menschen bis maximal 30.

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