27. Oktober 2008
PR: Schweiz ist besser
Der Autor des Artikels “Lizenz zum Täuschen” auf verwechselt Productplacement und Reklame mit seriöser PR. Letztere schafft Glaubwürdigkeit, weil sie eben keine Behauptungen aufstellt, sondern einen Sachverhalt erklärt. Die Schaffung einer breiten Akzeptanz für die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs kam nur zustande, indem die Medien die Marketing-Botschaften der Unternehmen unreflektiert weiterverbreiteten. Das Niveau von Medien und PR-Agenturen in der Schweiz liegt deutlich über demjenigen in Deutschland, Frankreich und in den USA. Wer in der Schweiz als PR-Agentur zur Lüge greift, hat verloren, denn in unserem Land sind Behauptungen einfacher zu überprüfen.






Regina am 27. Oktober, 2008 um 10:34 Uhr #
Ich glaube, das stimmt. Lügen ist das Dümmste, was man vor den Medien (oder auch sonst öffentlich, z.B. auf einem professionellen Blog) machen kann, oder? Aber werden in der PR nicht oft auch einfach Nullaussagen gemacht? Oder bestimmte Sachverhalte nicht erwähnt?
Ugugu am 27. Oktober, 2008 um 15:11 Uhr #
Steile These, die mit der Wirklichkeit wenig bis gar nichts zu tun hat. Könnte es nicht auch sein, dass in der Schweiz ein Heer von PR-Spezialisten, gerade beispielsweise im Pharmaumfeld, einer Mini-Armee von Journalisten gegenüber steht, die mit dem Aufdecken verlogener PR schon gar nicht mehr nachkommt?
Philippe Welti am 27. Oktober, 2008 um 15:28 Uhr #
@ Ugugu: Wie gesagt ist PR nicht per se Falschinformation. Zu Ihrer kühnen These: Könnte es nicht auch sein, dass es einfach zu wenige Jounalisten gibt, die wirklich was von Pharma verstehen?
Regina am 27. Oktober, 2008 um 15:16 Uhr #
@ all: Sagen wir mal so: Es ist wohl eher selten so, dass Journalisten ein Medizin- und/oder Pharmazie-/Chemie-Studium hinter sich haben. Folglich stimmt die Aussage des Blogschreibers. Was macht man nun, wenn man vor der Frage steht “Impfen ja oder nein”? Man fragt einen Mediziner und informiert sich bei ihm über Risiken etc., holt sich noch eine Zweitmeinung von einer kritischeren Fachperson ein und entscheidet dann. Wer stützt sich bei medizinischen Fragen schon auf die Medien? Also ich bestimmt nicht.
Ugugu am 27. Oktober, 2008 um 17:05 Uhr #
Man kann es drehen und wenden wie man will. PR dient letztlich dem Verkauf – von was auch immer. “Gute PR” versteht es auch ohne explizite Lüge alle negativen Faktoren auszublenden. Insofern ist PR nicht in jedem Fall Falschinformation, aber zumindestens ziemlich verlogen.
Und was die Journalisten betrifft: Je mehr Generalisten und je weniger “Gärtchen-Denken” auf Redaktionen vorherrscht, desto mehr schlägt sich einseitige Information, also auch in Form von PR, in Zeitungsartikeln nieder. Das ist schon so.
Regina am 28. Oktober, 2008 um 08:29 Uhr #
@Ugugu: Schön, wie Sie in Ihrem 3. Satz wiederholen, was ich oben bereits gesagt habe
. Ja, PR dient – wie Marketing-Botschaften – schlussendlich dem Verkauf. Und keine von beiden Disziplinen ist besser als die andere. Damit will ich aber nicht sagen, dass alles immer nur schlecht und verlogen ist.