18. Oktober 2008
Schweizer TV in der kritikfreien Zone
Es war vorauszusehen: Das klärende Gespräch zwischen Marcel Reich-Ranicki und Thomas Gottschalk war im Ton freundlich, in der Sache hat man sich jedoch nicht gefunden. Hier der Quotenplauderer, der seinen Aufstieg der belanglosen Plaudrei verdankt, dort der unterhaltende Intellektuelle mit dem Willen zur pointierten Meinung. Streipunkte zwischen dem Angry Old Man und dem Plauderer waren die Arroganz der Intellektuellen und der Hochmut des Feuilletons gegenüber dem Fernsehen. Auch wenn das Gewitter, das Reich-Ranicki auslöste, schlussendlich keine Früchten tragen wird, so zeigte es doch, dass nicht alle das Gebotene im TV goutieren. ich frage mich: Wo ist eigentlich der Widerstand gegen das verdummende Programm des Schweizer Fernsehen. Die Intellektuellen des Landes schweigen. Sie hoffen, dereinst selbst einmal für ihr Lebenswerk geehrt zu werden oder gar “Schweizer des Jahres” zu werden. Auch wenn sie selbst gerne die Laudatio auf Reich-Ranicki gehalten hätte: Eine so pointierte Kritik wie diejenige von Elke Heidenreich in der “FAZ” zur Vergabe des Deutschen Fernsehpreises wünschte ich mir auch mal in den Schweizer Medien zu lesen. Beispiele gibt es genug. Denken wir nur an “Benissimo” oder “Dear or No Deal”. Doch auch hier: Fehlanzeige. Das Schweizer Fernsehen ist in der kritikfreien Zone.
Zum Gespräch gestern im ZDF:
Teil 2
Teil 3





