Es gibt sie noch, die Helden, die, ohne grosses Aufhaben um ihre Person zu machen, heute in den Medien Grossartiges leisten. Heute von Klartext enttarnt: Superman arbeitet unter dem Pseudonym Marius Egger bei “20 Minuten”. Christopher Reeves ist nicht tot.
Blaise Nkufo: Von Köbi Kuhn zur Persona Non Grata erklärt, blüht er unter Ottmar Hitzfeld auf und erzielt jetzt auch in der Schweizer Nationalmannschaft Tor um Tor. Seltsam, wie Köbi Kuhn so lange auf den Stürmer verzichten konnte. Der liebe Köbi Kuhn war offenbar alles andere als ein feinsinniger Psychologe. Das Kuschelumfeld der Nationalmannschaft galt nur für Spieler, die sich bedingungslos unterordneten. Es fehlte das „verrückte“ Element in der Mannschaft, welches den Unterschied ausmacht. Ottmar Hitzfeld, über dessen psychologische Fähigkeiten nicht diskutiert werden muss, scheint seinen Spielern das Gefühl zu vermitteln, dazuzugehören, was ihm Nkufo mit Toren dankt. Dasselbe gilt für Valon Behrami. Der gebürtige Kosovare hatte lange einen schweren Stand in der Nationalmannschaft. Heute ist er eine der Stützen der Multikulti-Truppe. Schade, hat der Fussballverband Hitzfeld nicht bereits nach der WM 2006 geholt. Mit ihm würde man heute noch von der Euro 2008, die bereits vergessen ist, reden. Den Sieg der Schweiz gestern in Griechenland hätte ich der Mannschaft nicht zugetraut. So konzentriert und engagiert, wie die Schweizer gestern auftraten, hat man die Mannschaft in den letzten zweieinhalb Jahren nicht mehr gesehen. Das macht Hoffnung, auch wenn der Weg bis zur WM 2010 noch weit ist und die Scharte der Niederlage gegen Luxemburg mit Siegen gegen die Griechen und gegen Israel zu Hause wettgemacht werden muss. Dem Spiel der Schweizer zuzuschauen, machte gestern Spass. Immerhin.
Weils so schön war, nochmals den Zuckerpass von Hakan Yakin auf Blaise Nkufo, der zum 2:1 führte. Kommentator Sascha Rufer war gestern eindeutig weniger gut disponiert als die Spieler auf dem Rasen, sonst hätte er Nkufo nicht mit Gelson Fernandes verwechselt.