15. Oktober 2008
Wer die Bankenrettung bezahlt
Der „Blick“ ist auf einer Mission: Die Rettung der Banken durch den Staat ist gut. Nur so ist zu erklären, dass sich heute als Zeuge für die gelungene Rettung der Berner Kantonalbank durch den Kanton der frühere Berner Finanzdirektor Hans Lauri unwidersprochen so äussern darf: „Der Staat musste handeln und hat letztendlich auch nicht draufbezahlt. Im Gegenteil.“Der getrübte Blick auf die Rettung der Berner Kantonalbank verleiht der für den desolaten Zustand des Kantons Bern verantwortlichen bürgerlichen Politnomenklatura zu Unrecht die Absolution. Tatsache ist: Um die Berner Kantonalbank zu retten und das 1991 von der Immobilienkrise geschlagene Loch von 3,5 Milliarden zu stopfen, wurde jede im Kanton lebende Person mit 3664 Franken zur Kasse gebeten. Pro Steuerzahler macht dies über 10’000 Franken. Die Amis kommen vergleichsweise billig weg. Die 700 Milliarden, mit denen die USA ihre Finanzhäuser retten, kosten umgerechnet rund 2500 Franken pro Person. Hätte der Kanton das Geld, das er mit der KB verlor, zur Verfügung gehabt, hätte er seine Uni vergolden können. Stattdessen fehlte den Bernern Geld während eines Jahrzehnts Geld für den Konsum. Das Debakel der Berner KB ist schlussendlich mitverantwortlich für die Wirtschaftslage des Kantons, der immer noch in seiner gloriosen Vergangenheit schwelgt, in Tat und Wahrheit aber längst zu den armengenössigen Kantonen der Schweiz zählt.





