Die Studie über die Auswirkungen des Rauchverbotes in den Tessiner Restaurants verkommt kurz vor den Abstimmungen in anderen Kantonen zum PR-Coup der Wirte: Diese beklagen sich über einen gefühlten Umsatzurückgang. 33 Prozent der insgsamt 140 befragten Tessiner Wirte gaben an, dass der Umsatz in ihrem Lokal rückläufig sei. Die Studie der Universität der italienischen Schweiz beantwortet allerdings nicht die Frage, ob eventuell noch andere Faktoren für die nicht mit Zahlen belegten Umsatzeinbussen verantwortlich sind. Wie bereits Klaus Künzi, Zentralpräsident von Gastrosuisse, immer wieder betont: Im wenig innovativen Gastgewerbe gibt es zu viele unrentable Betriebe. Die dringend notwendige Marktbereinigung könnte nun endlich über das Rauchverbot erfolgen.
Soll einer sagen, sie hätten uns nicht gewarnt: “The Greatest Risk is Not Taking One.” AIG erinnerte bereits früher daran, dass sich ohne Risiko kein Gewinn erzielen lässt.
Die Fluktuationen sind relativ gering. Ein einmal aufgebautes Image wirkt, sofern nicht katastrophale Fehler gemacht werden, als Schutzring um ein Unternehmen. Das Resulatat des Rankings der angesehensten Unternehmen der Welt von “Barron’s” überrascht denn auch nicht sonderlich: Unter den Top Ten sind meist die selben Firmen vertreten. Neu sind hier Google (Aufstieg von Platz 22), Wal-Mart-Stores (von Platz 21), Coca-Cola und PepsiCo vertreten. Nestle belegt Platz 10. Unter den ersten 50 befinden sich auch Novartis (20), Roche (32) und ABB (39). Berkshire Hataway ist von Position 1 auf 4 abgerutscht. Was auffällt: Viele Finanzdienstleister haben, den Märkten folgend, Verluste hinnehmen müssen. Würde die Umfrage heute gemacht, wäre das Resultat wohl noch verheerender.
Die Deutungshohheit der Globalisierung im öffentlichen Diskurs lag während Jahren in den Händen von kritischen Medien, NGOs und Kirchen. Erstaunlich, dass die Schweizer Wirtschaft, die traditionellerweise vom weltweiten Handel profitiert, ihre Sicht der Dinge lange nicht kommunizierte und durchsetzen konnte. Das hat sichgeändert, seit Avenir Suisse Gegensteuer gibt. In einem lesenswerten Artikel in der “Unternehmerzeitung” zeigt Boris Zürcher, Chefökonom von Avenir Suisse, auf, wie die Schweiz von der Globalisierung profitiert. Tatsache ist: Sie stellt im Moment zwar nur gerade gegenwärtig 0,11 Prozent der Weltbevölkerung, sorgt aber für 0,78 Prozent der globalen Wertschöpfung. Die Schweiz ist also grösser, als die scheint und die Weltkarte vermuten lässt. Die Weltoffenheit zahlt sich aus. Nicht nur für uns, denn der globale Kuchen ist grösser geworden.
Zwei Wochen reichten Sarah Palin nicht, sich mit der US-Politik vertraut zu machen. Heute wird sie wissen, was die Bush-Doktrin ist. Gestern noch hatte sie davon keinen blassen Schimmer. Das brachte selbst ihren Interviewpartner, ABC-Moderator Charles “In What Respect, Charlie?” Gibson, beinahe in Verlegenheit.
Der Mann ist von gestern, ein Relikt aus einer längst vergangenen Zeit. Fürst Hans Adam II. von Liechtenstein würde sein Land am liebste als absolutistischer Herrscher von Gottes Gnaden führen. Und wenn ihm mal nicht passt, was seine Untertanen beschliessen, dann droht der grösste Grundstücksbesitzer Österreichs, nach Wien abzuwandern. Das Volk stimmte schliesslich 2003 für die “Fürsteninitiative”, welche der Familie die Möglichkeit gibt, das Land bis zu einem halben Jahr per Notrecht zu regieren. Zu seinem Selbstverständnis passt die Äusserung, Deutschland sei das Vierte Reich, das er auch noch zu überleben hoffe. Der Fürst hat damit einmal mehr wenig Fingerspitzengefühl bewiesen. Ist es ein Anzeichen für die Degeneration des alten Adels? Hans Adam beginnt für das Land zur Last zu werden. Vielleicht wäre es für das Land gar nicht schlecht, wenn er auswanderte.
Zu meiner Zeit herrschte in der Schule Frontalunterricht vor. Man musste stillsitzen, das Lernen in Gruppen war noch nicht erfunden. In meine Klasse von 28 Schülern in Bern hatten wir damals gerade einen Italiener und ein Kind, dessen Eltern geschieden waren, was als exotisch galt. Jeder wusste zudem um die familiäre Situation des Mitschülers.
Wie ich als Vater eines seit zwei Wochen schulpflichtigen Kindes erfahre, haben sich die Zeiten geändert – und zwar zum Besseren. Meine Tochter teilt als Erstklässlerin in der Tagesschule Staudenbühl das Schulzimmer mit Drittklässlern und profitiert enorm von ihrem Banknachbarn. Die 20 Schüler sind ethnisch durchmischt, werden am Mittag im der Schule angeschlossenen Hort verpflegt und auch nach der Schule betreut. Kurz: Ich habe das Gefühl, mein Kind sei dort sehr gut aufgehoben. Wenn ich mir die heutige Grundschule hier in Zürich ansehe und mit meiner Schulzeit vergleiche, dann wünschte ich mir manchmal insgeheim, nochmals Kind zu sein und von den Segnungen der modernen Schule profitieren zu können. So ist heute zum Beispiel der Musikunterricht in das Schuljahr integriert. Neben den beiden Lehrerinnen für die 1. Klasse stehen an der Schule eine Sozialarbeiterin, eine Logopädin und weitere Fachleute zur Verfügung. Die Schule hat sich zu einem Bildungszentrum entwickelt, das auch die Sozialkompetenzen fördert. Zudem haben die Schulen erkannt, dass der Informationsaustausch mit den Eltern immer wichtiger wird. Die neue Offenheit zeigt sich darin, dass ich mich ständig über die anstehenden Anlässe auf der Webseite die Schule informieren kann. Die Zürcher Schule gefällt mir. Trotz schlechter Resulate in der PISA-Studie, die auf den Einfluss der fremdsprachigen Schüler zurückzuführen ist: Mir scheint, in der Schweiz jammern wir auf hohem Niveau über unsere Schule.
Wenig Gespür für die Bedürnisse seiner Gäste zeigt das Hotel Mr President in Belgrad. Es sind wohl nur ganz spezielle Gäste, die ihr Zimmer mit einem Portrait Adolf Hitlers teilen wollen. Die Medienverantwortlichen des israel- und judenfreundlichen Fussballklubs Ajax Amsterdam liessen sich jendenfalls in ein anderes Hotel umquartieren. Den Imageschaden haben das Hotel und das Reisebüro Advanced Travel Partner, welches die Reise organisierte.
Die deutsche PR-Agentur Foleys brüstete sich damit, dass sie werbliche Beiträge für die umstrittene Fast-Food-Kette „Subway” in Sendungen von “ProSieben” und “Kabel 1″ platzierte und kontrollierte. Im Original tönte das so:
“ProSieben” dementierte in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” umgehend die Darstellung der PR-Agentur, doch der Schleichwerbungsvorwurf bleibt am Sender haften. So wird der Sender sein Image als seichtes un dümmliches Unterhaltungsmedium für das Prekariat nicht los. Die PR-Agentur hat ihrem Kunden einen Bärendienst erwiesen und kriegt durch ihre unprofessionellen Aussagen Ärger. “Subway” wird den Qualitätsmedien in Erinnerung bleiben, als Fast-Food-Kette, die ihr Image auf “ProSieben” hat beschönigen lassen. Damit ist dem Unternehmen nicht gedient. Die Medien werden in Zukunft noch kritischer über “Subway” urteilen. Mehr zu PR und Qualitätsjournalismus…