21. August 2008

Es pressiert: Im Kanton Bern finden im Herbst Wahlen statt. Die Bürgerlich-Demokratische Partei brauchte deshalb ein unverkennbares Logo, um wirkungsvoll auf sich aufmerksam zu machen. Da blau (FDP und EVP), rot (SP), grün (Grüne und Grünlibeale) sowie organe (CVP) bereits besetzt sind, blieb keine grosse Wahl. Das leuchtende Gelb ist die Farbe mit dem stärksten Signalcharakter. Es vermittelt Lebensfreude und ist eine gute Wahl. Weshalb in Kombination mit düsterem Schwarz? Die Farbe wird in der Politik häufig für kirchlichen Werten assoziiert, steht aber in der BDP wohl für Berner Traditionen. Böse Zungen werden behaupten, es stehe für die Weiterführung der desaströsen SVP-Politik, die massgeblich für den wirtschaftlichen Stillstand des zweitgrössten Schweizer Kantons verantwortlich ist, durch die BDP. Ein bisschen mehr farblicher Mut wäre angebracht gewesen. Weshalb nicht gelb-blau? Blau ist die Farbe der Treue und versprüht Ruhe, die der BDP anstehen würde.
Die Berner BDP erinnert nicht nur farblich an die Young Boys. Die Parteiführung ist, wie beim Fussballklub, nicht mit visionären Köpfen besetzt. Das Parteiprogramm unterscheidet sich nicht wesentlich von der SVP. Die unverkennbare Botschaft fehlt der BDP. So erstaunt es denn nicht weiter, dass es auch mit der Mitgliederrn nicht so richtig klappen will. Bloss zwei Zupferde konnte man bisher im Bernbiet der SVP abspenstig machen: Ursula Haller und Ursula Begert, welche die Partei schon vor vier Jahren verliess.
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20. August 2008
Soziologie-Professor Kurt Imhof hat zu jedem Thema etwas zu sagen. Dafür lieben ihn die Medien. Sein abschliessender Kommentar zum geplanten Massenbesäufnis in Zürich im heutigen “Tagi” ist allerdings für den Experten etwas gar differenziert:
Jugendliche, macht Massenbesäufnisse! Ihr könntet viel Dümmeres tun. Allerdings auch Klügeres.
Die ganze Sache zeigt: Imhof nimmt das Massenbesäufnis nicht ernst. Ich auch nicht. Es ist eine klassische Sommer-Aufregung. Selbst wenn sich der Organisator nicht vom Anlass distanziert hätte: Ich bezweifle stark, dass sich mehr als 100 Leute einfinden werden. Trotzdem ist die Diskussion um den Anlass aufschlussreich. Sie zeigt, dass das Blaue Kreuz in Sachen Botellón liberaler ist als die FDP
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19. August 2008
Ganz eindeutig, der See an der Zunge des Rhonegletschers ist gegenüber letztem Jahr angewachsen. Die Medienmitteilung damals löste ein Echo weit über die Landesgrenzen hinaus aus. Wir haben den Oberwalliser Touristikern vorgeschlagen, den See als neue Sehenswürdigkeit zu vermarkten, einen Gletscherlehrpfad einzurichten oder wenigstens in ihren Prospekten und Webseiten auf die ganz reale Folge der Klimaerwärmung hinzuweisen. Nichts ist bisher geschehen. Jetzt hat die “Schweizer Illustrierte” (siehe Bild) das Thema noch einmal aufgegriffen.
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19. August 2008
Wer sein Geld auf einem Sparkonto anlegt, verliert zur Zeit Geld. Die vom niederländischen Fondshaus Robeco in Auftrag gegebene Umfrage bringt es an den Tag: Die Inflation verändert das Anlageverhalten der Schweizerinnen und Schweizer: Während 49% sich von der Teuerung nicht beunruhigen lassen, befürchten 45% der Schweizer, dass ihnen durch die Inflation ein Teil des Profits wegfällt. Bei den 55- bis 64-Jährigen sind es sogar 62%. 44% aller Befragten ziehen deshalb eine Umschichtung ihrer Portfeuilles in Betracht. Bei den unter 25-Jährigen sind es sogar 50%. Die Banken wirds freuen: Für 23% derjenigen, die ihr Kapital umschichten wollen, stehen Aktien- und Obligationenfonds im Vordergrund, wobei auch Anlagen in Fonds nicht ganz ohne Risiken sind. 14% der Umschichtungswilligen setzen auf Immobilien, um ihr Kapital zu schützen. Mehr…
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19. August 2008
Die FDP ist seit Jahren in der Krise. Nach der Fusion mit der Liberalen Partei solls jetzt ein neuer Name richten. Bloss: Der Name sei nicht entscheidend, sagt auch Bundesrat Pascal Couchepin. Die Umbenennung der FDP in Liberale Partei Schweiz ändert nichts. Der Name ist blosse Verpackung. Die Inhalte bleiben seit über 100 Jahren dieselben. Was die Partei bräuchte, sind klare Botschaften und eine Rückbesinnung auf die alten liberalen Tugenden. Fulvio Pelli ist der falsche Mann, um die Partei in die Zukunft zu führen. Am 25. Oktober entscheidet die Delegiertenversammlung der Partei über die Namensgebung.
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18. August 2008

Unterschiedlicher könnte die Berggastfreundshaft nicht sein. Im einfachen Berggasthaus Gasterntal in Selden herrschte eine natürliche Gastlichkeit ohne Tamtam. Man hat, was man hat. Das Gastgeber-Ehepaar ist freundlich und zuvorkommend, es gibt dem Gast das Gefühl, hier daheim zu sein, im hintersten Winkel des Tales (Bild). Ganz anders auf der anderen Seite des Lötschenpasses: Im Hotel Fafleralp gehts eher ruppig zu und her. Als ich das Haus betrat, wurde mir vermittelt, dass ich hier die Ruhe der Hotelière störe – und ich wurde dieses Gefühl auch am nächsten Tag nicht mehr los. Es gibt Menschen, die nennen diese Ruppigkeit Walliser Charme. Ich nicht. Die Bergler sind einfach keine geboreren Gastgeber.
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17. August 2008

Sports Illustrated China berichtet über die Bergdorf-EM, die vom 23. bis 25. Mai im Walliser Dorf Gspon stattfand. Wie der Anlass den chinesischen Lesern schmackhaft gemacht wird? Wurde ihnen vielleicht etwas verheimlicht? Zum Beispiel, dass die Gsponer den internationalen Anlass völlig autonom durchführten. Die Initiative der Walliser Bergler könnte ja den Unabhängigkeitsbestrebungen Chinesischer Bergdörfer anstacheln. Leider reichen meine Chinesischkennnisse nirgendwohin.
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15. August 2008
Nur Sieger sahnen ab mit Werbeverträgen; das war einmal. Auch moderne Olympioniken der hinteren Ränge haben heute erkannt, wir man sich in Anbetracht der allgemeinen Reizüberflutung auf dem Markt durchsetzt. Falsche Bescheidenheit ist dabei unangebracht, was auch für körperliche Aspekte gilt. Die Marketingexpertinnen in eigener Sache tragen ihre Haut zu Markte tragen. Das Schlagwort “Sex Sells” erscheint immer noch als probates Mittel, um sich in der Öffentlichkeit und bei Sponsoren zu positionieren. Bloss ist Selbstmarketing ein umfangreicher Prozess, der nicht auf eine einzige Komponente setzen darf. Es kommt also auf die Dosierung an. Bei erotischen Photos wird eine Hochglanzfassade errichtet, die geschickt verbirgt, was und wer sich überhaupt dahinter verbirgt. Da früher oder später auch der schönste Vorhang gelüftet wird, entscheidet, was schlussendlich dahinter zum Vorschein kommt. Selbst-PR, die bloss auf Sex-Appeal setzt und auf Seriosität verzichtet, führt in die Sackgasse. Wer neben einem gestählten Sportler-Body nichts zu bieten hat, bleibt im besten Fall als Pin-Up in Erinnerung. Vier deutsche Sportlerinnen habens trotzdem versucht und sich für den “Playboy” ausgezogen. Die Zukunft wird weisen, was von ihnen in der Erinnerung haften bleibt.
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14. August 2008
Nachdem ihr ihre Affinität zu Mode und zum Hause Dior den Übernahmen Barbie-Ministerin und Fashion-Victim eingetragen hatte, versucht Frankreichst Justizministerin Rachida Dati ihr Image mit einem Blog aufzupolieren. Die Kleider, die sie von Dior geschenkt gekriegt hat, musste sie inzwischen zurückgeben.
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