27. August 2008
Calmy-Reys ungeschickte Rhetorik
Aussenministerin Micheline Calmy-Rey hat nicht gesagt, dass sie sich mit Osama Bin Laden an einen Tisch setzen will, wie ein Blick in das Manuskript ihrer Rede zeigt.
[...] Sollen wir den Dialog suchen ohne zu unterscheiden, auch wenn das bedeutet, mit Ussama Ben Laden an einem Tisch zu sitzen? Was sollen wir mit Menschen, Gruppen und Staaten tun, die gegen das Völkerrecht und dessen Grundsätze verstossen? Wer ist ein Terrorist? Wer ist ein Freiheitskämpfer? Welche Mittel sind erlaubt bei der Verfolgung politischer Interessen, welche nicht? [...]
Die Nachrichtenagenturen AFP und AP irren mit ihrer Berichterstattung, Calmy-Rey wolle den Dialog mit dem Terrorfürsten suchen. Offenbar trauen ihr die internationalen Medien, nachdem sich die Aussenministerin schon mit dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinejad unvorteilhaft in Szene gesetzt hatte, alles zu. Der Aufschrei in der Medienwelt ist perfekt. Weshalb hat die Kommunikationsabteilung der Bundesrätin nicht auf eine deutlichere Sprache in ihrer Rede gepocht? Ein Satz hätte genügt.
Lässt die Bundesrätin keinen Widerspruch zu, oder wahrscheinlicher, ist sie von Kopfnickern umgeben? Tatsache ist: Wer über Kenntnis der Mechanismen der Medien verfügt, weiss, dass rhetorische Fragen missverstanden werden können. Einmal mehr zeigt ein kommunikativer Fehler grosse Wirkung. Die Schweizer Aussenpolitik unter Calmy-Rey hat schon wieder Schaden genommen.






karin am 27. August, 2008 um 14:09 Uhr #
«Lässt die Bundesrätin keinen Widerspruch zu, oder wahrscheinlicher, ist sie von Kopfnickern umgeben?»
Ich vermute, beides. Bleibt die Frage: Was war zuerst, das Huhn oder das Ei?
Regina am 4. September, 2008 um 18:26 Uhr #
Nicht nur Frau Calmy-Rey bedient sich ungeschickter Rhetorik:
“Bundesrat Samuel Schmid hat am Donnerstag eingeräumt, dass er schon im November 2006 über das Strafverfahren gegen Roland Nef informiert wurde. Er habe dies aber dann vergessen. «Auch ich bin nur ein Mensch», sagte er im «Tagesgespräch» von Radio DRS.” (vgl. nzz.ch)
Entschuldigung, aber das kann man jetzt nicht ernst nehmen. Der Mann ist nicht mehr tragbar. Ich habe es satt, mich quasi täglich von diesem Typen für dumm verkaufen zu lassen.