Weblog-Archiv für den 27.August 2008

Medien und PR: Verstehen, was ist.

27. August 2008

Ronaldinho, kein Frauenversteher

Wie sage ichs meiner Liebsten? Ronaldinho tats über seinen Dolmetscher. Heute wissen wir: Auch ein Weltstar des Fussballs ist vor einer Absage nicht gefeit. Gut, er hätte sich, bevor er um die Hand der schwedischen Fussballerin Johanna Almgren anhielt, erkundigen können, ob sie denn noch single sei. Er tat es nicht. Die junge Frau sagte perplex: No, oder vielleicht auch nao. Obs so etwas auch auf brasilianisch gibt?
Via The Spoiler…

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27. August 2008

Zur Phantasie des “Blick”

Haben Sie sich schon mal gefragt, wie die Schweizer Journalisten auf ihre Geschichten kommen? Ein anschauliches Beispiel liefert der Artikel über den Bundesratsbunker in Kandersteg, der heute im “Blick” veröffentlicht wurde. Dieselbe Geschichte wurde, wie hier berichtet, gerstern bereits auf “Spiegel online” veröffentlicht. Was in Deutschland durchaus einen Newswert hat, ist in der Schweiz längst bekannt und wurde in den Medien bereits vor Jahren breitgeschlagen. Merke: Man kann dieselbe Story immer wieder bringen – wenn man nur lange genug wartet.
Das Ziel jedes ambitionierten Journalisten sollte es sein, eigene Themen zu setzen. Der “Blick” war diesbezüglich einst eines der führenden Schweizer Medien. Heute ist man nur noch Mitläufer. Die Themenführerschaft auf dem Bloulevard hat heute “20 Minuten” inne.

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27. August 2008

Calmy-Reys ungeschickte Rhetorik

Aussenministerin Micheline Calmy-Rey hat nicht gesagt, dass sie sich mit Osama Bin Laden an einen Tisch setzen will, wie ein Blick in das Manuskript ihrer Rede zeigt.

[...] Sollen wir den Dialog suchen ohne zu unterscheiden, auch wenn das bedeutet, mit Ussama Ben Laden an einem Tisch zu sitzen? Was sollen wir mit Menschen, Gruppen und Staaten tun, die gegen das Völkerrecht und dessen Grundsätze verstossen? Wer ist ein Terrorist? Wer ist ein Freiheitskämpfer? Welche Mittel sind erlaubt bei der Verfolgung politischer Interessen, welche nicht? [...]

Die Nachrichtenagenturen AFP und AP irren mit ihrer Berichterstattung, Calmy-Rey wolle den Dialog mit dem Terrorfürsten suchen. Offenbar trauen ihr die internationalen Medien, nachdem sich die Aussenministerin schon mit dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinejad unvorteilhaft in Szene gesetzt hatte, alles zu. Der Aufschrei in der Medienwelt ist perfekt. Weshalb hat die Kommunikationsabteilung der Bundesrätin nicht auf eine deutlichere Sprache in ihrer Rede gepocht? Ein Satz hätte genügt.
Lässt die Bundesrätin keinen Widerspruch zu, oder wahrscheinlicher, ist sie von Kopfnickern umgeben? Tatsache ist: Wer über Kenntnis der Mechanismen der Medien verfügt, weiss, dass rhetorische Fragen missverstanden werden können. Einmal mehr zeigt ein kommunikativer Fehler grosse Wirkung. Die Schweizer Aussenpolitik unter Calmy-Rey hat schon wieder Schaden genommen.

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